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Special 2 - Gab es das Panzerduell gar nicht ? (8)

Alle nachfolgenden Originalbilder - soweit nicht ausdrücklich anders dargestellt - stammen als Public Domain aus dem Archiv NARA, BPR (Air Forces Group) und wurden über diverse Quellen im Internet bezogen, Standbilder aus dem Originalfilm von Bates und Rosenmann stammen auch aus der Fassung des Originalfilms auf der DVD "1945 - Kriegsende in Köln" von Hermann Rheindorf.

 

Die Erkenntnis aus den oben festgestellten Möglichkeiten der Befestigung von Oberleitungen und den in Bildern festgestellten Oberleitungen bzw. Fahrdrähten und unter Einbeziehung des im Kurvenbereich befindlichen weiteren, zweiten Mastes zeigt das folgende Bild:

Foto veröffentlicht auf der Webseite footnote.com, entstammt dem Archiv NARA.
Der gelb markierte Bereich zeigt die Fläche, in der die auf den Kabel-Bildern sichtbaren Oberleitungen / Fahrdrähte vermutlich verlaufen sind.


Und noch ein Recon-Foto aus dem Juni 1945, viele Trümmer insbesondere auf den Straßen sind bereits weggeräumt. (1) Haus der Deutschen Arbeitsfront, (2) der ehemalige Standort des Panther, (3) die Fläche, wo auf den Bildern mit Oberleitungen die sichtbaren Leitungen verlaufen sind, die gestrichelte Linie ist die Kamera-Sicht von Bates aus dem oberen Geschoß.

Im hinteren Teil der Marzellenstraße Richtung Panther hingen keine Kabel und konnten bei den Aufnahmen von Bates daher weder zu sehen sein noch gegenüber den Bildern mit den Oberleitungen fehlen. In dem langgezogenen Einmündungsbereich der Straße An den Dominikanern und über der Kreuzung gab es genug Straßenraum, über dem die Oberleitungen verlaufen konnten.
Diese Oberleitungen mußte man in den Aufnahme des feuernden Pershing in der Straßenkreuzung von Rosenmann auch nicht unbedingt sehen - denn diese Aufnahmen wurden schließlich aus einer Entfernung gemacht, die derartige Drähte wegen mangelnder Dicke gar nicht sichtbar erscheinen lassen. Interessant wäre es natürlich zu wissen, ob über der Kreuzung hängende Oberleitungen in den digital bearbeiteten Bildern von Rheindorf zu sehen sind, wenn man diese so vergrößern würde, wie Rheindorf es mit dem sog. "entspannten Soldaten" am Haus der Deutschen Arbeitsfront auf genau dem gleichen Grundbild von Rosenmann bei Filmlaufzeit 01:37:07 getan hat, leider aber nicht insbesondere mit dem Kreuzungsbereich rechts vom Pershing (zum "entspannten Soldaten" mehr später in diesem Special). Es ist auf dem Fernsehbild leider nur recht schwer zu erkennen, aber ich meine in einem leicht vergrößerten Ausschnitt bei Filmlaufzeit 01:14:47 - Aufnahme des Pershing auf der Kreuzung - im Umfeld des Mastes rechts vom Pershing neben ohnhin sichtbaren Drähten o.ä. ganz schwach auch Aufhänger erkennen zu können, die perspektivisch nahe am Mast hängen, also durchaus auch ein paar Meter dahinter hängen können und auch den Anschein erwecken, nach hinten weg über die Marzellenstraße zu verlaufen.

g.) Genauere Lokalisierung der sichtbaren Drähte und Seile

Im folgenden nun der Versuch, die Position der die Fahrdrähte tragenden Hänger über der Straße etwas genauer zu bestimmen, die in den Bildern mit Oberleitungen zu sehen sind.

aa.) Vorarbeit: Das wirre Leitungsknäuel

Daß die gesamten sichtbaren Oberleitungen im Kurvenverlauf Marzellenstraße / An den Dominikanern hängen, wurde oben bereits dargestellt. Ebenso kennen wir jetzt alle relevanten Oberleitungsbestandteile, Fahrdrähte, Trägerseile und Hänger. Jedenfalls fast. Eine kleine unklare Stelle hinsichtlich des Leitungsverlaufs gibt es noch:

Hier gibt es eine Stelle, an der sich zwei Fahrdrähte (weiß bzw. gelb gepunktete Linie) ganz offensichtlich kreuzen (gelber Pfeil) und es auch etwas wirr aussieht.

Die Erklärung dafür ist jedoch ganz einfach:

Unten zu sehen die im Kreuzungsbereich vorzufindene Schienenlage. Eingezeichnet sind mit den entsprechenden Farben die oben besprochenen für das letzte Trägerseil (mit roten Pfeilen markiert die daran hängenden beiden Aufhänger) relevanten Fahrdrahtverläufe. So sähe ein funktionierendes Oberleitungssystem an dieser Stelle aus: blau gepunktet die beiden Fahrdrähte aus/in Richtung Panther, die aber am 6. März 1945 so nicht mehr über der Straße verliefen sondern am Aufhänger herunter hingen. Grün gepunktet daneben der Fahrdraht für die andere Richtung, dieser ist an diesem Tage ebenfalls nicht mehr da. Weiß gepunktet der Abzweiger vom Panther kommend Richtung An den Dominikanern, rot gepunktet der Fahrdraht aus Richtung An den Dominikanern Richtung Panther verlaufend. Gelb gepunktert der Fahrdraht der Linie vom Eigelstein geradeaus kommend über Marzellenstraße Richtung Dom/Panther. Die roten Punkte stellen die mutmaßlichen regulären Aufhänger-Positionen dar, die beiden oberen Punkte sind die beiden Aufhänger am letzten Trägerseil Richtung Panther.
Hier wird deutlich, warum sich gelbe und weiße Linie auf dem Foto kreuzen. Es handelt es sich - hier in der Grafik gut zu sehen - um die Kreuzung zweier Fahrdrähte.

Wo befindet sich dann der in der Grafik links neben dem kreuzenden Fahrdraht eingezeichnete Aufhänger, im Bild der NARA ist er nicht zu sehen ?

Hier befindet er sich ! Mit gelbem Pfeil 1 markiert ist er in einigen Bildern von Rosenmann zu sehen. Pfeil 2 der Aufhänger mit den kreuzenden Fahrdrähten, Pfeil 3 der dritte Aufhänger, alle an dem selben Trägerseil befestigt, dem vorletzten in Richtung Panther. Der Aufhänger Pfeil 2 sieht etwas wild zerzaust aus. Betrachtet man sich ihn auf dem Oberleitungsbild aus dem NARA-Archiv etwas näher, sieht man den Grund des "Zerzausten":

Aufgrund der Besonderheit der kreuzenden Fahrdrähte ist der Aufhänger bei der teilweisen Zerstörung des Oberleitungsnetzes und den damit verbundenen Ziehkräften demoliert worden. Er wurde in mehrere Einzelteile (in den gelben Kreisen) zerlegt und hängt nur noch halb am Trägerseil (rot gepunktet). Gelb und grün gepunktet die kreuzenden Fahrdrähten. Grün gepunkteter Fahrdraht kommend vom Aufhänger im roten Kreis (letztes Trägerseil Richtung Panther), über den zerstörten Aufhänger (vorletztes Trägerseil Richtung Panther) zum oben am weiß gepunkteten Trägerseil (drittletztes Trägerseil Richtung Panther) befindlichen Aufhänger verlaufend, dann Richtung An den Dominikanern. Gelb gepunkteter Fahrdraht aus Richtung Panther kommend verläuft geradeaus weiter über die Marzellenstraße Richtung Eigelstein.

bb.) Positionsbestimmung der Drähte und Seile

Somit sind nun wirklich alle relevanten Oberleitungsbestandteile, Fahrdrähte, Trägerseile und Hänger bekannt, so daß eine Lagekarte der sichtbaren Aufhänger versucht werden kann.

Im folgenden bekannten Bild aus dem NARA-Archiv habe ich nach rechts eine kleinere Erweiterung vorgenommen. Ich habe das ganz oben im Bild hängende Trägerseil (rote Linie) verlängert und den Fahrdraht, der im Bild in Höhe des Mastes um die Ecke verkläuft dorthin verlängert, wo er an diesem Trägerseil bzw. einem daran befestigten Hänger ankommen muß: (gelbe gepunktete bzw. schwarze Linie). Ebenfalls habe ich den ganz links in den Rosenmann noch zu sehenden Aufhänger in einem kleinen Bildausschnitt mit aufgenommen, der im Bild mit den Oberleitungen aus dem NARA Archiv bereits außerhalb des sichtbaren Bereiches liegt.

Die roten Punkte in der Grafik stellen die ungefähre Position der bekannten Hänger dar. Die beiden blauen Punkte stellen Aufhänger-Positionen zu Beginn der Kurve aus Richtung An den Dominikanern dar, die als nächstes gekommen wären (auf den Fotos/Filmbildern nicht zu sehen). Da aber an den oben im Foto erkennbaren Aufhängern des rot markierten Trägerseils die Fahrdrähte in diese Richtung gekappt sind, hängen diese beiden Aufhänger nebst Trägerseil am 6. März 1945 vermutlich schon nicht mehr.
Mit gelb gestrichelten Linien erfolgt die Zuordnung zu den Aufhängern im großen Foto selbst und den beiden ergänzten Aufhängern. Alle Aufhänger in den Rosenmann Bildern lassen sich dem Schienenverlauf im Kreuzungsbereich gut und stimmig zuordnen. Das sind die Positionen, in denen die Aufhänger in einem funktionierenden Oberleitungssystem zu finden gewesen sind bzw. wären.

Die Einzeichnung der zu diesen Hänger-Positionen passenden Trägerseile ist schwierig, die Filmbilder und Fotos geben nicht sehr viele Anhaltspunkte für Anfangs- bzw. Endpunkte von Befestigungen insbesondere zur Bahnhofstraße hin. Wohin genau die Trägerseile von den Masten bzw. aus dem Kurvenbereich weg verlaufen ist also nicht bekannt. Bekannt ist, daß über Kreuzungen gerne ein netzartiger Oberleitungsaufbau durchgeführt wurde. Häufig und insbesondere auch bei einem wie hier vorzufindenen Gleisdreieck wurde zentral über diesem Gleisdreieck ein Befestigungspunkt installiert, von dem aus die Oberleitung dann sternförmig in verschiedene Richtung verlaufen sind oder es wurde auch die bereits weiter oben vorgestellte Kurvensystematik mit wenigen fixen Befestigungspunkten an Häusern oder Masten genutzt.

Man kann aber davon ausgehen, daß das ganz oben im Bild sichtbare Trägerseil (rote Linie) vermutlich von der Wandbefestigung an der Hausecke des Hauses der Deutschen Arbeitsfront in Richtung des zweiten Mastes im Kurvenverlauf Marzellenstraße / An den Dominikanern verläuft (der weiter in der Straße An den Dominikanern stehende Mast) und von dem anderen bekannten Mast an der Ecke das zum Panther hin letzte Trägerseil vermutlich im rechten Winkel quer über die Marzellenstraße Richtung Bahnhofstraße verläuft.
In die oben vorgestellte Grafik habe ich nun noch alle bekannten Fahrdrähte eingezeichnet (blau gepunktete Linien), wie sie in den Rosenmann-Filmbildern bzw. dem Bild mit den Oberleitungen aus dem NARA Archiv zu sehen sind und an den Aufhängern befestigt sind, zudem habe ich mit rot gestrichelte Linien die dazu passenden Trägerseile eingezeichnet:

Hier handelt es sich nun um die Darstellung aller sichtbaren Aufhänger sowie der daran befestigten Fahrdrähte und Trägerseile, der weiß dargestellte Keil stellt den ungefähren Blickwinkel der Bilder von Rosenmann dar. Hinzudenken muß man sich noch die beiden senkrecht herunterhängenden Fahrdrähte am rechten Aufhänger des letzten Trägerseils Richtung Panther. Bewußt offen gelassen habe ich hier noch die Anfangs- und Endpunkte der Trägerseile.
Wie bereits erwähnt ist hier die Ideallage der Aufhänger und Trägerseile zu sehen. In der damaligen Zerstörungslage der Häuser rund um die Kreuzung waren am 6. März 1945 aber möglicherweise nicht mehr alle Leitungen / Drähte in dieser Ideallage gespannt.

cc.) Befestigung in der Vorkriegszeit

Lange suche ich in verschiedenen Quellen nach Bildern, die die Oberleitungen im Kreuzungsbereich zeigen. Entweder zum Ende des Krieges oder aus der Vorkriegszeit. Das eine oder andere Bild aus der Vorkriegszeit finde ich, aber keines zeigt so recht die entscheidende Hausecke Marzellenstraße / An den Dominikanern. Dann fällt mir ein Buch in die Hände, "Köln, Früher und Heute" von Helmut Enders, verlegt im Komet Verlag. Auf der dortigen Seite 26 befindet sich ein Vorkriegsbild der Straße an den Dominikanern aus den dreißiger Jahren. Dort ist zwar nicht die ganze Hausecke zu sehen, aber doch die Oberleitungen im dort beginnenden Kurvenbereich. Die Bildagentur picture-alliance erlaubt mir auf Nachfrage leider nicht die Verwendung des Fotos auf dieser Webseite. Daher habe ich eine Grafik der dort zu sehenden Oberleitungsverhältnisse erstellt:

Das Originalfoto wurde aus dem damals noch an der Ecke Bahnhofstraße / Marzellenstraße stehenden Haus gemacht, am 6. März 1945 ist es bereits zerstört. Es bleibt dort nur noch das Trümmereckgrundstück übrig, welches man bei Himes und den Bildern mit Oberleitungen links am Bildrand mehr oder weniger gut gerade noch so sehen kann. Man schaut also in die Straße An den Dominikanern, links unten startet der Kurvenbereich zur Marzellenstraße Richtung Panther, rechts steht das spätere Haus der Deutschen Arbeitsfront, aus dem Bates filmte. Eingezeichnet ist insbesondere das Hauptportal des Hauses.
Rote Linien sind die Fahrdrähte, grüne die Schienen und blau gepunktet sind die Trägerseile eingezeichnet. Schwarze Rechtecke stellen Befestigungen am Haus bzw. Aufhänger dar. Wir sehen hier also den Beginn des Straßenbahnabbiegers aus Richtung An den Dominikanern in die Marzellenstraße. Hier finden wir zum einen die drei Befestigungen am späteren Haus der Deutschen Arbeitsfront wieder, es sind die drei bekannten Positionen. Die vordere rechte Befestigung ist nicht zu sehen, aber das dort befestigte Trägerseil ist das bekannte vorderste Trägerseil aus den Bildern mit den Oberleitungen ganz oben

Die zwei wichtigsten Erkenntnisse der Grafik:

1. Erkenntnis:
Die Trägerseile splitten sich nach dem jeweils letzten in Richtung Kurveninnerem befestigten Aufhänger, an der Stelle, an der sie sich splitten, befindet sich eine spezielle Befestigung. Es gibt kaum Bilder von solchen Befestigungen. Auch weil sie so klein sind, kann man sie auf Fotos nur schwer erkennen. Auf zwei Bildern, die ich finden konnte, sehen sie stark vergrößert dann so aus

Und noch dieses Bild

2. Erkenntnis:
Der eine Teil des gesplitteten Trägerseils, unten am Bildrand, verläuft parallel zum Fahrdraht. Dieser Teil des Trägerseils verläuft also nicht zu einer Befestigung an einem in der Kurve befindlichen Haus oder einem Mast

Es gibt ein Foto von August Sander aus dem Vorkriegs-Köln, welches eine Straßenkreuzung an der Drususgasse zeigt, dort gibt es einen identischen Straßenbahnabbieger, auf diesem Bild sieht man aber noch etwas mehr vom dortigen Kurvenverlauf als im Foto An den Dominikanern. Über diesem Bereich an der Drususgasse erfolgte die Befestigung wie folgt, auch hier aus bildrechtlichen Gründen gezeigt nur als Grafik:

Der Fotograf Sander stand auf der Straße, schaute hoch zur Oberleitung, grüne Linien sind die Straßenbahnschienen, blaue Linien die Trägerseile (zwei verlaufen zu einer Hauswand) und rote Linien die Fahrdrähte.
Hier sehen wir sehr wahrscheinlich das gleiche Befestigungsschema wie in der Kurve An den Dominkanern / Marzellenstraße, die Kurvenanfänge sind jedenfalls absolut identisch, so daß auch der weitere Verlauf identisch sein sollte. Deutlich ist sichtbar, daß nicht alle Trägerseile bis zu den Häusern durchgehängt sind, sondern davor gesplittet sind und fast parallel zu den Fahrdrähten verlaufen, hier die beiden mit Pfeilen gekennzeichneten Drähte.
Zwischen Trägerseilen, die zu Befestigungspunkten an Häusern oder Masten verlaufen, verlaufen diese parallelen Drähte bzw. Trägerseile wie eine Art Spannseile, an denen wiederum mindestens zwei Trägerseile befestigt sind.

Die Methodik ist deutlich. Da in Kurven besonders viele Trägerseile hängen, befestigt man diese z.T. an parallel zu den Fahrdrähten verlaufenden Spannseilen, um eine Vielzahl von Hausbefestigungen zu vermeiden.

dd.) Befestigung in der Kriegszeit

Nun wird es also spannend und wird das Wissen wichtig, daß im Kurvenverlauf An den Dominikanern / Marzellenstraße zwei Masten stehen. Sollte das gleiche Befestigungsschema dort vorhanden gewesen sein, müßten dort doch auch irgendwo die oben beschriebenen und gezeigten Befestigung für das Splitten der Trägerseile zu sehen sein. Schauen wir uns also das Bild mit den Oberleitungen aus dem NARA-Archiv im Bereich rund um den Mast rechts noch einmal an

Foto veröffentlicht auf der Webseite footnote.com, entstammt dem Archiv NARA.
Und bei genauer Betrachtung kann man tatsächlich etwas finden. Lange habe ich es für einen Schatten in den Hauswänden im Hintergrund gehalten, aber es ist ganz offensichtlich eine der oben beschriebenen Befestigungen. Hier im weißen Kreis die betreffende Befestigung

An dieser ist das drittletzte Trägerseil Richtung Panther befestigt, dieses verläuft also nicht zu einem der Masten sondern zu dem zwischen den Masten gespannten Trägerseil.
Was ist dann mit den dahinter liegenden Trägerseilen ? Nun, das letzte verläuft wie weiter oben festgestellt auf den Mast zu. Das vorletzte Trägerseil müßte gemaß dem oben festgestellten Befestigungsschema auch zu dem gespannten Trägerseil zulaufen, die spezielle Befestigung müßte auch zu sehen sein. Und tatsächlich, es gibt zwei Objekte, die möglicherweise diese Befestigung darstellen:

Im rechten Kreis die schon bekannte Befestigung, links in einem der beiden Kreise muß die Befestigung für das andere Trägerseil zu sehen sein.

Mit diesen Erkenntnissen steht nun das Befestigungsschema der Oberleitungen am 6. März 1945 für den Kurvenbereich An den Dominikanern / Marzellenstraße Richtung Panther fest !

h.) Das Befestigungsschema am 6. März 1945

Auf der folgenden und von oben bereits bekannten Grafik habe ich das Befestigungsschema der Trägerseile im Kurvenbereich eingezeichnet, wie es sich am 6. März 1945 darstellte. Und es sind allesamt und ausschließlich diejenigen Oberleitungen, die man in den Filmbildern von Rosenmann sehen kann, d.h. es gab am 6. März 1945 in Richtung Panther auch keine weiteren Oberleitungen als die hier eingezeichneten:

Die blauen Linien zeigen das Trägerseil / Spannseil, an dem 3 Trägerseile im Kurvenbereich befestigt sind. Alle in den damaligen Bildern / Fotos sichtbaren Trägerseile (mit ihren Aufhängern und Fahrdrähten) waren a) in dieser Kurve und b) letztlich ausschließlich an den beiden lokalisierten Masten bzw. an einem zwischen diesen verlaufenden Spannseil befestigt.

Vor dem Krieg bzw. als die Häuser im Kurvenbereich noch nicht zerstört waren, sind die Trägerseile an zwei Stellen an den Häusern befestigt gewesen und zwar an den Stellen, wo nun nach den Zerstörungen der entsprechenden Häuser die Masten aufgestellt worden waren.

Wichtig ist die Erkenntnis, daß sich nun alle in den Bildern mit Oberleitungen sichtbaren Trägerseile, Aufhänger und Fahrdrähte stimmig und eindeutig dem örtlichen Schienenverlauf zuordnen lassen. Wir haben es also nicht mehr mit einem unbestimmbaren Kabelgewirr in den Rosenmann-Filmbildern zu tun sondern eindeutig mit der Oberleitungssituation einer Straßenbahn-Abzweigung in einem Kreuzungsbereich.

Im folgenden Bild des Katasterplans ist noch einmal der begrenzte Straßenraum, über dem die sichtbaren Oberleitungen am 6. März 1945 hängen, in der Gesamtschau erkennbar.

Die beiden schwarzen Punkte unten stellen den ungefähren Standort von Bates (links) und Rosenmann (rechts) dar. Oben als rotes Rechteck markiert der Standort des Panther.

6. Schlußbetrachtungen


Auf diesem Foto des Hauses der Deutschen Arbeitsfront sieht man anhand der Befestigungspunkte für die Trägerseile die normale Höhe, in der sie üblicherweise an den Häusern befestigt waren (rote Kreise und Linie zur Verdeutlichung). Aufgrund der Schwere der Oberleitungen hingen diese dann mitten über der Straße natürlich immer noch ein wenig niedriger. Und an der Kreuzung Marzellenstraße / An den Dominkanern hingen sie wegen der Zerstörung vieler Leitungen sicher auch zusätzlich noch mal ein wenig niedriger als normal. Die Position von Himes und Bates im Haus (1) bzw. (2) liegt jedenfalls deutlich darüber in 11 Metern Höhe. Pfeil (3) zeigt die höchste Position, aus der die Aufnahmen mit den gut zu sehenden Oberleitungen entstanden sind, sie befindet sich unterhalb der Oberleitungshöhe.


Die damalige Position der Kameraleute im Haus noch einmal auf einem Foto aus heutiger Zeit. Das macht m.E. den Höhenunterschied noch einmal besonders gut deutlich.


Die Kreuzung aus Richtung Bahnhofstraße gesehen - heute. Rechts damaliges Haus der Deutschen Arbeitsfront, Blick geradeaus in die Straße An den Dominikanern, nach links das Stück Marzellenstraße, an derem Ende der Panther stand. Gelb gepunktete Linie ist die Höhe der damaligen Oberleitungs-Befestigungen an den Häusern. Die rot gepunktete Linie ist die Höhe, in der Bates und Himes ihre Kameras hielten, als sie in der dritten Etage des Hauses der deutschen Arbeitsfront standen. Ihr Blickwinkel wird mit dem grünen Pfeil dargestellt. Leicht weiß schattiert die Ebene, in der über der Kreuzung hängende Oberleitungen sich befunden hätten, wenn sie in exakt der gleichen Höhe gehangen hätten, wie die Befestigungen an den Wänden.
Aber natürlich muß man zum einen noch das natürliche Durchhängen der Oberleitungen berücksichtigen ....

Trägerseil (rote Linie) ist zwischen zwei Häusern befestigt, schwarze Linie ist die direkte Luftlinie zwischen den Befestigungen am Haus. Das Trägerseil hängt erkennbar (normal) durch.
.... und dann auch noch die Zerstörungen im Oberleitungsnetz, die die Oberleitungen über der Kreuzung in den letzten Kriegstagen tatsächlich noch einmal etwas niedriger hängen ließen als normal.

Als rote Balken eingezeichnet sind in dem Bild der Kreuzung noch die damaligen Positionen der beiden bekannten Befestigungsmasten im Kurvenbereich. Von dem linken Mast ging in den Tagen um den 6. März 1945 herum insbesondere das letzte Trägerseil über der Marzellenstraße in Richtung des Panther ab, links davon, in Richtung Panther, hingen also keine weitere Oberleitungen mehr, der Teil der gelb gepunkteten Linie am linken Bildrand entspricht dem letzten Trägerseil.

Auch auf diesem Bild wieder sehr schön zu sehen, wie der Blick der Kameraleute in der dritten Etage über alle Oberleitungen hinweg ging, die auf den Bildern mit Oberleitungen von Rosenmann und dem Bildern mit den Oberleitungen aus dem NARA zu sehen sind. Bates schaute mit seiner Kamera und dem genutzten Teleobjektiv gut über die Leitungen hinweg, auf dem Himes-Bild sieht man dieses letzte Trägerseil am unteren Bildrand.

Dieses obige Bild in größerer Auflösung (195 KB) hier

Von der dritten Etage schaut man also gut über die noch hängenden Oberleitungen hinweg, die in einer Entfernung von bis zu maximal 25 - 30 Meter vom Haus entfernt hängen. Der deutsche Panther steht ca. 120 Meter entfernt, über den letzten ca. 90 Meter Straßenraum vor dem Panther hängen keine Oberleitungen

Grafik der Sichtwinkel von Bates aus 11 m und Rosenmann aus 4 m Höhe
Aus einer Position knapp unterhalb der Oberleitungshöhe sind die Oberleitungen (hier dargestellt durch die dünne Linie zwischen Mast und Hauswand mit angedeuteten Aufhängern) natürlich zwangsläufig sehr gut zu sehen und aufgrund dieser besonderen Perspektive und der Menge von Oberleitungen in einem Kurvenbereich entsteht bei einem nicht sachverständigen Betrachter auf den ersten Blick der Eindruck, die sich in Wirklichkeit nur ganz nahe befindlichen Oberleitungen würden verteilt über dem gesamten Straßenverlauf hängen

Bilder aus dem Originalfilm von Bates und Rosenmann
Blick einmal aus einer Höhe von ca. 1 bis 2 Metern unter den Trägerseilen der Oberleitungen (links) und einmal aus einer Höhe von ca. 6 bis 7 Meter über den sichtbaren Trägerseilen (rechts).


Foto veröffentlicht auf der Webseite footnote.com, entstammt dem Archiv NARA.
Folgende ungefähre Entfernungen des Fotografen im Haus der Deutschen Arbeitsfront zu einzelnen Gegenständen in diesem Foto ergeben sich nach den Erkenntnissen von oben unter Heranziehung des Katasterplanes für die Entfernungsberechnung:

7 m - Aufhänger ganz links oben am Trägerseil im Vordergrund
10 m - Aufhänger für 2 Fahrdrähte rechts davon am gleichen Trägerseil
18 m - Fahrdraht, der perspektivisch vor dem Mast an der Ecke durchhängt
25 m - Kabelgewirr links im Bild (weiter oben beschrieben)
30 m - Mast an der Hausecke rechts (und die letzten Oberleitungen nach hinten)
50 m - Vordere Hausecke der Häuserzeile links im Bild
52 m - Der hintere Oberleitungspfahl
62 m - Das etwas vorstehende Haus auf der rechten Seite (mit Werbung)
100 m - Hintere Hausecke der Häuserzeile links im Bild
120 m - Der Panther


Blick von der Position des Panther aus (in heutiger Straßensituation). Roter Punkt im blauen Quadrat die Position von Bates. Rot gepunktete Linie das letzte Trägerseil auf den Panther zu. Blauer Punkt die Kameraposition von Rosenmann.


Eine weitere Betrachtung der örtlichen Gegebenheiten, blaue Striche stellen die Masten an der Straßenecke Marzellenstraße / An den Dominikanern dar, an denen die sichtbaren Trägerseile aus den Rosenmann Filmaufnahmen montiert sind. Trägerseile dargestellt als rot gepunktete Linien. Der gelbe Punkt im Haus ist die Position von Bates und der rot eingezeichnete Strahl die Blickrichtung von Bates auf den Panther zu, dieser befindet sich links unten in der Ecke.

Noch einmal das Himes-Bild als Grundlage:

Aus dieser Perspektive aus 11 Metern Höhe im Haus der Deutschen Arbeitsfront wurden auch die Filmaufnahmen vom Beschuss des Panther von Bates gedreht. Hereinkopiert in das Himes-Bild wurde Bates Nahaufnahme des Beschusses des Panthers (2) und Bates finale weitere Aufnahme der Szenerie vor dem Schwenk nach oben auf den Dom (1). Das Trägerseil mit den Aufhängern und den daran nach unten hängenden Fahrdrähten, von dem wir nach den obigen Feststellungen nun wissen, daß es das letzte Teil der Oberleitungen in Richtung Panther ist, wird durch die gelben Striche (3) dargestellt. Durch dieses Bild wird noch einmal besonders deutlich, warum die Oberleitungen in den Filmaufnahmen von Bates gar nicht gesehen werden konnten und Rheindorf mit seiner Theorie ins Leere läuft.

Und diese nachfolgende Bildmontage, welche durch mein aktuelles Foto aus dem Bates-Fenster und einen aktuellen Sat-Bild-Ausschnitt aus Google-Maps ergänzt worden ist, sieht man, wie klein und begrenzt letztlich die Filmbilder von Bates (Ausschnitt (1) und (2)) im Vergleich zum gesamten Straßenverlauf und insbesondere dem Kreuzungsbereich vor dem Haus der Deutschen Arbeitsfront, in dem damals die Oberleitungen hingen, war

 

7. Ergebnis Kabel-Theorie

Die vielen verschiedenen Beweise gegen die Kabel-Theorie von Rheindorf sind eindeutig. In den Rosenmann-Aufnahmen hingen die sichtbaren Oberleitungen also nicht an den Häusern auf der linken Straßenseite und damit auch nicht über der ganzen Straße, wie Rheindorf es behauptet. Daß ich hier letztlich 8 ganze Seiten voll mit diversen Beweisen gegen die Kabel-Theorie zusammengestellt habe, verschleiert etwas, wie schnell und einfach die Kabel-Theorie letztlich widerlegt werden kann. Die meisten von mir vorgestellten Gegenbeweise hätten jeweils jeder für sich alleine schon ausgereicht, die Kabel-Theorie zu widerlegen. Allerdings wollte ich nur sehr gründlich sein und vor allem gründlicher als Rheindorf, der bei genauerer Nachprüfung seiner Kabel-Theorie nicht zuletzt anhand der ihm nach mehreren Jahren der Recherche (zwei Jahre für die aktuelle DVD dann noch die Zeit für die DVD davor zum Panzerduell) in vielen Archiven sicher auch alle vorliegenden relevanten Bilder und Fotos ebenfalls zu einer anderen Beweislage hätte kommen können, wenn nicht sogar müssen.

Quelle: DVD "Köln 1945 Nahaufnahmen" von Hermann Rheindorf
Szene aus der DVD: Rheindorf sitzt an seinem Computer und schaut sich die digitalisierten Filmaufnahmen von Bates an, hier eine Großaufnahme des Panther. Er betrachtet hier auf zwei Monitore verteilt quasi die Kleinteile des Panther und will bei so einer offensichtlichen Bildqualität dann die tatsächlichen Oberleitungsverhältnissen auf diesen und seinen weiteren digital bearbeiteten Bildern nicht erkannt haben ??? Zum Beispiel nicht gesehen haben, daß die Oberleitungen auch bei Rosenmann gar nicht an den Häuserfassaden links vom Panther befestigt waren sondern nachweislich weit im Vordergrund verliefen ?? Unter diesen Prämissen wirkt die Einbindung des pensionierten Kriminalbeamten in Rheindorfs Bildanalyse doch eher verantwortungsverschiebend, denn Rheindorf hatte alle Möglichkeiten, die Bilder mindestens genau so begutachten zu können, wie ich es hier tat.

Im Gegensatz zu dem nun sehr amateurhaft wirkenden einfachen Bildervergleich auf Rheindorfs DVD kann aufgrund der hier durchgeführten und den Namen verdienenden "eingehenden Film- und Fotoanalyse" mit 100%iger Sicherheit gesagt werden, daß die Straßenbahnoberleitungen aus den Filmszenen von Rosenmann in den Filmaufnahmen von Bates schon alleine wegen der örtlichen Gegebenheiten nicht gesehen werden konnten - Bates schaute aus 11 Metern Höhe schlichtweg darüber hinweg. Es fehlen also in den Bates-Bildern keine extra abgehängten Oberleitungen und damit ist auch die als Dreh- und Angelpunkt für Rheindorfs Theorie wirkende Feststellung widerlegt, die Aufnahmen mit den aus dem Panther flüchtenden Soldaten seien zwangsläufig viel später nachgedreht worden, eben weil darin Oberleitungen fehlen.



Foto: Johnny Florea,
Quelle: The Photo Archive
Finale Bestätigung im Jahre 2015 !

Bei weiteren Recherchen finde ich ein Foto von Johnny Florea, welches am 7. März 1945 oder kurz danach aufgenommen worden ist. Es zeigt die Kreuzung vor dem Haus der Deutschen Arbeitsfront und ist auf die Strassenecke ausgerichtet, welche bei den bekannten Aufnahmen von Rosenmann, Himes und der NARA rechts im Vordergrund zu sehen ist. Hier liegt vorne ein toter deutscher Soldat - vermutlich auch der Grund für das Entstehen des Fotos. In Hintergrund über der Kreuzung Mengen von Oberleitungen !

Die Vergrößerung zeigt das Kabelgewirr über der Kreuzung. Die Bildqualität ist leider nicht so gut, dass konkret alle Oberleitungen genau zugeordnet werden können, aber die Menge und Dichte der dort befindlichen Oberleitungen bestätigt letztlich alle meine oben durchgeführten Untersuchungen und Feststellungen zu dem Thema, wo sich zu dieser Zeit Oberleitungskabel im Bereich der Kreuzung befanden. Das Foto im Detail

Das Foto wurde von Florea aus der Marzellenstrasse Richtung Eigelstein heraus aufgenommen. Bates und Himes schauten aus dem Haus der Deutschen Arbeitsfront von weiter Rechts auf diese Kreuzung, die Hausmauer links von dem in der Bildmitte sichtbaren Pfahl verläuft quasi direkt auf deren Position zu.


Roter dicker Punkt stellt die Position von Florea dar und die roten Linien die Blickrichtung des Fotos. Bates filmte aus dem Haus der Deutschen Arbeitsfront von einer Position weiter rechts.


Der Vergleich mit dem Himes Foto (oben); das dort als letztes Oberleitungskabel Richtung Panther identifizierte Kabel findet sich - wie man an dem herunter hängenden Aufhänger linker weisser Pfeil) genau sehen kann, auch hier wieder als tatsächlich letztes Kabel Richtung Panther-Position. Alle weiteren Kabel hängen tatsächlich Richtung Haus der Deutschen Arbeitsfront (Bereich markiert mit rote Linie). Der gelbe Pfeil zeigt die Blickrichtung von Florea, der weiter links positioniert war.

Mit der Kabel-Theorie verliert Rheindorf sein einziges durch Tatsachen (Bilder) objektiv belegbare Beweismittel, denn nur dadurch, daß Rheindorf bewiesen haben wollte, daß Oberleitungen abgehängt worden sind und Szenen dadurch zwangsläufig sehr viel später gedreht sein mußten, haben seine anderen vermeintlichen Beweismittel einen Ansatzpunkt gehabt, durch den sie zwar auch nicht unbedingt sicherer oder richtiger werden aber zumindest nachvollziehbarer gewesen wären.

Die Besprechung einiger dieser weiteren Thesen und Beweise gibt es auf der nächsten Seite

Es sind:
- Der Abschuß durch den Pershing
- Trojanischer Panther
- Der entspannte Soldat
- Sherman Komödienstraße

 

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