|
Panzerduell am Dom, 6. März 1945. In der auf DVD erhältlichen Dokumentation "Köln 1945 Nahaufnahmen" stellt der Kölner Journalist Hermann Rheindorf die Theorie auf, daß große Teile der Filmaufnahmen, die das berühmte Panzerduell am Dom zeigen, am Tag nach der eigentlichen Kampfhandlung mit "Schauspielern" nachgestellt worden sind bzw. das Panzerduell in dieser Form gar nicht stattgefunden hat. Die Kabel-Theorie, die die zeitliche Differenz der Aufnahmen beweisen sollte, habe ich bereits auf den bisherigen Seiten widerlegt. Nachfolgend möchte ich auf einige weitere angebliche Beweise eingehen:
- Der Abschuß durch den Pershing
- Trojanischer Panther
- Der entspannte Soldat
- Sherman Komödienstraße
Der Abschuß durch den Pershing

Standbild aus dem Originalfilm
Rheindorfs These: Auf diesen Bildern ist die heftige Explosion beim Abschuß durch den Pershing zu sehen. Rheindorf stellt dazu fest, auf den Filmbildern von Bates hätte bei so einer Explosion etwas davon zu sehen sein müssen - eine Blendung, heller Schein, Qualm etc.. Von alledem sei nichts zu sehen. Bei der Munition, die auf den Nahaufnahmen auf den Panther zufliegt handele es sich zudem nur um Leucht- oder Pulvergranaten, also um harmlose Geschosse passend für nachgestellte Szenen, um die Schauspieler nicht zu verletzen.
Meine Bewertung:
Der Pershing hatte eine sogenannte Mündungsbremse an seiner 90mm M3 Kanone. Diese Mündungsbremse hat zwei Aufgaben. Die eine Aufgabe ist den Rückstoß beim Abschuß abzumildern, die andere Aufgabe ist es die entstehenden Gase zu den Seiten hin abzuführen und den Sichtbereich in Schußrichtung von Qualm und Feuerball frei zu halten. Qualm und entzündetes Gas, der Feuerball, werden somit zu den Seiten hin abgeführt, auch wenn der Feuerball auf den ersten Blick auf den Aufnahmen nach vorne auszutreten scheint. In der Nahaufnahmensequenz von Bates im höheren Hausgeschoss kann dieser Feuerball somit nicht vor dem Pershing gesehen werden. Der Feuerball war zudem gut ca. 100 Meter vom Panther und seiner Umgebung entfernt und es handelt sich um s/w-Aufnahmen, wo solche Lichteffekte ohnehin schwerer zu sehen und erkennen sind.

Zum Thema Widerschein des Feuerballs auf den Gebäuden die obigen beiden Bilder. Der Pershing mit Feuerball und ohne, beide Standbilder nur wenige Sekunden auseinander. Hier schön zu sehen, der Feuerball befindet sich aus dieser Perspektive zu einem großen Teil hinter dem Pershing. Dies belegt die Wirkung der Mündungsbremse, die den Feuerball zur Seite weglenkt, in diesem Fall hier sehr stark nach links und nicht nach vorne. Auf der Fassade des hinter dem Pershing liegenden Gebäudes und auch an den anderen sichtbaren Gebäuden hält sich der Widerscheineffekt aber eher in Grenzen und ist mehr im unteren Bereich zu sehen als in den oberen Stockwerken, da wo auch Bates gefilmt hat. So ein Widerscheineffekt wird auf den noch weiter entfernten Häuserfassaden in der Nähe des Panther, die in den Nahaufnahmen von Bates zu sehen sind, auch nicht besser zu sehen sein. Zudem dürfte der im wesentlichen links vom Pershing entstandene Feuerball aber auch soweit links entstanden sein, daß die Fassaden der in der Marzellenstraße befindlichen beiden Hauskomplexe (links vom Panther) sich ohnhin kaum oder überhaupt nicht mehr im Auswirkungsbereich eines Lichteffektes befunden haben dürften. Und ein richtiger Blitzeffekt im Sinne eines überbelichteten hellen Einzelbildes ist auch in dem Filmausschnitt des abfeuernden Pershing nicht zu sehen. Und gerade hier müßte er ja zu sehen sein, wo man praktisch das Geschütz und den Feuerball sehen kann. Bates filmte aus 11 Metern Höhe aus dem Inneren eines Zimmers, der Pershing stand 10 Meter vor dem Haus, der zur Seite gehende Feuerball konnte also in der Nahaufnahme von Bates gar nicht zu sehen sein und mangels Blitzeffekten mußte auf den Nahaufnahmen von Bates auch nicht unbedingt etwas von dem Abschuß durch den Pershing zu sehen gewesen sein.

Der sichtbare Bereich / Bildausschnitt der Nahaufnahmen von Bates, dargestellt durch die roten Linien. Im Maßstab zum Pershing und dem Haus dahinter der Panther in etwa 120 Meter Entfernung. Der Pershing ca. 10 Meter vor dem Haus, der Feuerball mit einer maximalen Höhe von insgesamt bis etwa 4 oder 5 Metern über der Straße. Der sich auch direkt auflösende Feuerball erreicht also bei weitem nicht den Bildausschnitt der Panther-Nahaufnahmen von Bates.
Und Qualm des schießenden Pershing ist entgegen der Aussage von Rheindorf in einigen Szenen sehr wohl zu sehen:

Standbilder aus dem Originalfilm
Das erste Bild links zu Beginn der Filmsequenz kurz nach dem ersten Schuß des Pershing ist noch recht klar. Auf den folgenden Bildern sieht man, daß alles qualmig und fast neblig wirkend ist. Sicher verbreitet auch der brennende Panther Qualm - man sieht ja auch aus dem Panzer Qualmwolken aufsteigen, die mehr nach hinten und oben aufsteigen - aber die im vorderen Bildbereich sichtbaren Objekte, Häuser, Straße werden auch schon durch diesen nebligen Effekt gleichmäßig überdeckt. Da der Qualm bzw. Nebel-Effekt im ganzen Bild recht gleichmäßig verteilt ist, ohne daß man hier kleinere Wolken oder richtige Qualm-Lücken entdecken kann, ist davon auszugehen, daß der Qualm sehr nahe zum Standort der aufnehmenden Kamera hängt. Durch den Tiefenschärfeneffekt einer Teleobjektivaufnahme (fokussierter Bereich um den Panther herum scharf, Vordergrund unscharf) erscheint Qualm im Vordergrund des Bildausschnitts mehr als einheitlicher grauer Schleier denn als richtige gegliederte und strukturierte Qualmwolken. Mit ziemlicher Sicherheit handelt es sich bei diesem gleichmäßigen im Bild verteilten Nebel daher um Qualm, der von einem Munitionsabschuß im Vordergrund herstammt. Wenn man die Dichte des Qualms und die Höhe der Kameraposition bedenkt, muß man es als sehr wahrscheinlich betrachten, daß es sich um den Qualm handelt, der von dem Pershing beim Abschuß der Kanone abgegeben wird. Für kleinere Waffen wie etwa einer Panzerfaust ist der Qualm eigentlich zu umfangreich und zu dicht, so daß diese als Abschußwaffen eher ausscheiden.

Ein Vergleich der beiden Bilder zeigt, daß der Qualm beim Abschuß durch den Pershing und in Bates Bildern schon in etwa die gleiche Konsistenz hat.
Weitere Gedanken: wenn ein nachgestelltes Panzerduell nach Rheindorfs Auffassung gezielte Promotion für den Pershing sein sollte, warum sollte der Panther dann mit diesem Film quasi vor den Augen der Welt mit mickriger Munition wie Pulvergranaten oder Leuchtraketen beschossen worden sein ? Wäre nicht ein gigantöser Beschuß auch bei den Nahaufnahmen des Panther und eine schöne Explosion des Panthers besser gewesen ? Fliehende Soldaten hätte man ja nicht unbedingt zeigen müssen, diese hätten ja bei direktem Beschuß mit schwerer Munition auch direkt getötet worden sein. An dieser Stelle ein kleiner Exkurs zu der Behauptung, daß das Panzerduell Pershing / Panther zu Promotionszwecken inszeniert worden sei, damit der Pershing endlich in die Massenproduktion gehen konnte. Hierzu Textausschnitte aus verschiedenen Veröffentlichungen:
"Aus dem Prototyp T26 wurde in den folgenden Monaten der schwere Panzer M26 entwickelt, der im August 1944 serienreif war, aber wegen der o.g. Streitereien zw. verschiedenen US-Dienststellen verzögerte sich die Massenproduktion weiter. ... Erst die am 16. Dezember 1944 von der Wehrmacht begonnene Ardennenoffensive konnte das Patt in der Armeeführung beenden und die Panzer wurden ab Januar 1945 nach Europa verschifft.
"
Artikel M26 Pershing. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 24. Juli 2008, 17:23 UTC. Link: Artikel
"Diese Streitigkeiten verzögerten den Bau des Pershing, der so erst im Dezember 1944 beginnen konnte. Dann endlich sah die US-Armee die Notwendigkeit eines schweren Panzers ein und bestellte plötzlich "so viel wie möglich, so schnell wie möglich!". Im Januar 1945 erreichten die ersten 20 Pershings des europäische Schlachtfeld."
Zitat aus panzerlexikon.de
"Erst die deutsche Ardennenoffensive überzeugte den Generalstab, dass die 90-mm-Kanone die weitaus bessere Wahl war. Schleunigst wurde im Dezember noch der Produktionsauftrag gegeben, der M26 Pershing war geboren."
Zitat aus panzer-archiv.de
"Januar 1945: Oberkommando Heer erklärt den T26E3 ohne weitere Erprobung als feldverwendungsfähig. Befehl zur vollen Fertigung des Typs, voller Produktionsanlauf im März 1945 erreicht nach Durchführung der Standardisierung. Bau bei Grand Blanc Arsenal: 1190 Stück bis Nov 45, Detroit Arsenal 246 Stück (Produktionsstopp Juni 1945)."
Zitat aus geschichtsforum.de mit Verweis auf die Quelle: Chamberlain/Ellis, Britische und Amerikanische Panzer des Zweiten Weltkrieges, deutsche Ausgabe 1973.
Zum Zeitpunkt des Panzerduells in Köln am 6. März 1945 war also eine gezielte Promotion des Pershing gar nicht mehr notwendig, dieser war bereits in die Massenproduktion geschickt worden.
Zurück zum Thema. Bates erzählt in einem Interview aus dem Jahre 1992 den Kampfablauf und was mit den deutschen Soldaten geschah:
"His first shot hit the German tank in the bottom and cut off the commander's legs. After the next shot, three of the crew bailed out but the shrapnel had got them. My pictures show the tank commander burned up with the tank, which was still smoldering next morning. The driver got to the back of the building where he fell. The bow gunner fell over a bicycle and lay there. The gunner went down nearby. All had been killed."
Zitat aus The Third Armored Spearhead Division Web Site
von Charles R. Corbin Jr
Übersetzung:
"Sein erster Schuß traf den deutschen Panzer im Bodenbereich und schnitt dem Kommandanten die Beine ab. Nach dem nächsten Schuß flohen drei Leute der Besatzung aus dem Panzer aber die Splitter hatten auch sie getroffen. Meine Bilder zeigen den Panzer-Kommandanten, wie er mit dem Panzer verbrennt, welcher am nächsten Morgen immer noch gequalmt hat. Der Fahrer erreichte die Rückseite des Gebäudes, wo er hinfiel. Der Ladeschütze fiel über ein Fahrrad und lag dort. Der Schütze ging in der Nähe zu Boden. Alle wurden getötet."
Rheindorf schließt aus dem tatsächlichen Überleben von drei bzw. 2 deutschen Soldaten und der Erzählung Bates, alle seien getötet worden, Bates habe etwas verdecken wollen, nämlich die Nachstellung des Panzerduells. Wenn Bates nach der Auffassung von Rheindorf nur deswegen erzählt haben soll, alle Besatzungsmitglieder seien ums Leben gekommen, damit nicht weiter nach ihnen geforscht würde und dann die "Wahrheit", die Nachstellung des Duells, herausgefunden werden könnte, warum haben die Amerikaner auch hier wieder den Panther nicht einfach prächtig explodieren und ausbrennen lassen und schon damit klargemacht, die Besatzung sei komplett tot ? Warum treibt man dann den Aufwand, auch noch "Schauspieler" zu rekrutieren, diese zu beschießen und aus dem Panther fliehen zu lassen - und Bates muß dann erzählen, diese seien alle tot ? Und bestand nicht so oder so das Risiko, daß die Überlebenden des Panther irgendwann die "Wahrheit" erzählt hätten - Bates konnte ja gerne sagen, alle Besatzungsmitgleider seien tot, aber sie waren es ja nicht und wurden es auch nicht durch diese Behauptung Bates und hätten später ohnhin "die Wahrheit" erzählen können ? Und warum finden sich bei einer angeblichen Verschwörung dann in Militär-Berichten Hinweise auf zunächst drei entdeckte Überlebende aus dem Panther im Lazarett am Dom und die Namen von zwei davon (der Dritte soll dann seinen schweren Verletzungen erlegen sein). Hätte man diese Berichte zur Verwischung aller Spuren nicht auch gleich vernichten müssen, statt sie zu veröffentlichen ?
Warum könnte Bates ansonsten erzählt haben, alle Besatzungsmitglieder seien getötet worden ?
Nun, da keine genauern Angaben vorliegen, wie Bates es festgestellt haben will, kann nur vermutet werden. Hat sich Bates selber ein Bild gemacht oder wurde ihm auch nur berichtet, so wie Smoyer damals nur davon berichtet wurde, der dann erst durch Rheindorf erfahren hat, daß es Überlebende gab. Hat Bates tatsächlich selbst tote Personen dort liegen sehen ? In dem Interview sagt er es jedenfalls nicht ausdrücklich, daß er sie dort selbst liegen gesehen hat, daß er dort hingegangen ist.
Selbst wenn er dort hingegangen sein sollte, wann war dies genau ? Lag, als er dort hingegangen ist, vielleicht der tote Soldat aus dem Panther, den man zwischenzeitlich dort heraus geholt hatte, war dies dann der Soldat, den er angeblich als über das Fahrrad gestolpert betrachtet haben könnte. Der Korrespondent Mike Levine, den Rheindorf selbst als glaubwürdig beschreibt, berichtet in einem Bericht sogar von zwei Toten, die im deutschen Panther lagen. Sah Bates also diese beiden neben dem Panzer, nachdem sie aus diesem geborgen waren und vermutete, diese seinen die Flüchtenden gewesen ?

Auf den Bildern 1 und 2 kann man das Fahrrad am Boden liegend sehen, auf dem späteren Bild 3 ebenfalls das Fahrrad (alle jeweils mit gelbem Pfeil markiert), jedoch in leicht geänderter Position. Dort könnte also tatsächlich jemand zwischenzeitlich beim Weglaufen vom Panther darüber gestolpert sein oder zumindest dagegen gestoßen haben und es dabei leicht verschoben haben. Auf Bild 4 ein Blick vom Dom auf den Panther, in unmittelbarer Nähe des Panther das Fahrrad (gelber Pfeil). Auf den Bildern von bates kann man tatsächlich den Eindruck gewinnen, also ob ein Soldat dort gestolpert ist, möglicherweise hat dies Bates dann später zu dieser Schlußfolgerung mit dem über das Fahrrad stolpernden und dort gestorbenen Soldaten bewegt, als er von einem Toten neben den Panzer gehört oder diesen gemäß obiger Überlegung vielleicht sogar selber gesehen hat. Möglicherweis war auch der Mann auf dem Turm, der vor der Kamera verbrannt sein soll, der Mann, der dann später in die Nähe des Fahrrads gelegt worden ist. Das würde erklären, warum er von drei Toten spricht.
Und der hinter dem Haus liegende Tote könnte zum einen ein beliebiger vom Panther unabhängiger toter Soldat oder Zivilist gewesen sein - Rheindorf berichtet in seinem Film doch selber davon, daß viele Leichen noch Tage später nach dem 6. März in den Straßen lagen. Vielleicht war es auch der Soldat aus dem Panther, den man später im Lazarett am Dom als im Sterben liegend bezeichnete. Dieser lag vielleicht tatsächlich zunächst schwer verletzt und unbeweglich hinter dem Haus und wurde daher auf den ersten Blick für tot gehalten, von Bates selbst oder jemanden, der es Bates erzählt hatte ?
Vielleicht passte die Geschichte, daß alle deutschen Soldaten getötet worden seien, einfach nur besser zu der Gesamtstory der Wochenschauen. Die Guten (Amerikaner) schlagen die Bösen (Deutschen), die zuvor Gute (im Sherman auf der Komödienstraße) getötet haben. Zudem wird mit dem neuen Pershing geschossen. Da sind überlebende Böse einfach nicht passend, zum Happy End paßt nur Panther zerstört, Besatzung tot. Und da in den Filmaufnahmen von Bates ja gut zu sehen ist, wie die Deutschen flüchten und dort einfach noch zu lebendig aussehen, werden sie halt durch die späteren Schilderungen "getötet". Das wäre eine ganz simple Erklärung.
Es gibt also genügend Ansätze, daß Bates tatsächlich von Toten ausgegangen sein könnte oder daß man diese bewußt erzählt hätte, ohne daß man den Schluß ziehen müßte, daß das Panzerduell ein Fake war.
| Exkurs: wie Rheindorf den Zuschauer suggestiv beeinflußt
Bates erzählt in seinem Filminterview aus den neunziger Jahren von dem Panzerduell und wie alle flüchtenden deutschen Soldaten gestorben sind - die Zitate weiter oben. Klar ist aber mittlerweile, daß 3 Crewmitglieder überlebt haben (einer starb kurze Zeit später).
Nachdem Rheindorf zuvor schon hinsichtlich des genauen Aufenthaltsortes von Bates im Hause der Deutschen Arbeitsfront Bates Aussagen bezweifelt hat (was, wie ich bereits gezeigt hatte, nicht schlüssig war), will er unter Nutzung von Bates Schilderungen der Todesumstände der deutschen Soldaten dessen Glaubwürdigkeit nun endgültig hinunter ziehen mit dem offensichtlichen Ziel, Bates als Person zu zeigen, die Lügen erzählt und damit gleichzeitig auch das Panzerduell, daß dieser Bates gefilmt hat, als zwangsläufiges Fake darzustellen.
Stufe 1:
Nachdem er das Interview von Bates gezeigt hat, erzählt Rheindorf, Bates wäre bis zu seinem Tode bei seiner Aussage geblieben, er habe gesehen, daß alle Besatzungsmitglieder umgekommen seien.
Tatsache: Bates behauptet in diesem gezeigten Interview garnicht, es gesehen zu haben, er schildert es zwar so, aber ob er es tatsächlich selber gesehen hat oder diese Behauptungen nur aus eigenen Rückschlüssen oder Überlieferungen Dritter gezogen hat, bleibt offen. Bates sagt jedenfalls in diesem in der Doku gezeigten Interview nicht "Ich habe gesehen wie....".
Stufe 2:
Rheindorf formuliert, Bates habe über all die Jahre fest behauptet, es habe keinen Zweck nach Überlebenden zu suchen.
Tatsache: Auch dies sagt Bates - jedenfalls in diesem gezeigten Interview - gar nicht. Diese Formulierung dürfte eher eine Reflektion Rheindorfs auf seine eigene These, Bates habe diese Schilderung der Toten nur gegeben, um eine Suche nach ihnen und damit die mögliche Entdeckung eines Fakes zu verhindern. Rheindorf macht sich gar keine Mühe, nach anderen Motiven zu suchen und unterstellt Bates lieber die zu seiner eigenen These passenden Formulierungen und Hintergründe.
Hier wird deutlich, wie man aus einer simplen Schilderung von Abläufen durch Bates durch gezielte Widergabe garnicht so gesagter Worte und Sätze dem Betrachter des Films eine vom Filmemacher bevorzugte Auslegung bzw. Meinung unterschieben kann. Der Vertreter des Imperial War Museums sieht die Schilderungen Bates in der Doku jedenfalls auch sehr viel entspannter: da habe sich wohl im Laufe der Jahre eine immer wieder erzählte Geschichte einfach verselbständigt. Das scheint wohl auch eher in die richtige Richtung zu gehen. Bates Schilderungen sagen jedenfalls letztlich nichts darüber aus, ob das Panzerduell selbst nun ein Fake war oder nicht. |
Zurück zu der Frage, ob dort Schauspieler aktiv waren und harmlose Munition eingesetzt worden ist. Auch mit "harmloser" Munition hätte es doch das Risko von Verletzungen bei den Schauspielern gegeben - hätte man das tatsächlich riskiert und hätten sich da tatsächlich Freiwillige gemeldet, die sich beschießen lassen oder aus dem Panther herunterstürzen ? Eine Person ist zu sehen, die sich offensichlich inmitten von Flammen befindet und recht hilflos bzw. gelähmt wirkt. Zudem scheinen ihn Flammen zu berühren.

Standbild aus dem Originalfilm
Hätte sich ein Schauspieler verbrennen lassen ? Könnte diese Person nicht der Kommandant sein oder derjenige dritte Mann aus dem Panther im Dombunker-Lazarett sein, der später verstorben ist ?
Und mit was für "harmloser" Munition hier bei den Filmaufnahmen geschossen worden ist, zeigen die nachfolgenden Bilder. Es geht um den dritten gezeigten größeren Schuß des Pershing :

Der Einschlag befindet sich im Bereich der Kette unterhalb der ausgerichteten Kanone. Ein kleiner heller Fleck im Zentum der Explosion markiert den Trefferbereich

Auf diesen Bildern des brennenden Panther sieht man gut die Einschußlöcher, links das Loch des ersten Treffers des Pershing, rechts der soeben gezeigte dritte Treffer des Pershing. In der Mitte die Bilder zeigen die in den Aufnahmen meistens so zu sehenden runden Trefferlöcher. Im Moment eines besonders heftigen Flammenausbruchs sieht man im linken Bild wie aus den beiden unteren Löchern kleine kreisrunde Flammen wie Pilze herausschießen. Dies bedeutet, es befinden sich tatsächlich echte Löcher dort. Im ganz rechten Bild ist sogar so etwas wie ein Einschußloch zu erkennen.
Wie sagte noch der Pershing-Schütze Clarence Smoyer:
"All three of our shells penetrated, one under the gun shield and two on the side. The two side hits went completely through and out the other side."
Zitat aus The Third Armored Spearhead Division Web Site
von Charles R. Corbin Jr
Übersetzung:
"Alle unsere drei Granaten trafen (im Sinne von Panzerung durchschlagen), eine unter dem Kanonenschild und zwei an der Seite. Die beiden Seitentreffer schlugen komplett durch und traten auf der anderen Seite wieder aus."
Auf dem nach dem Kampf aufgenommenen Bild aus dem NARA Archiv aus der unteren Perspektive im oder am Haus Haus der Deutschen Arbeitsfront sieht man auch unter dem Kanonenschild, dem zweiten Treffer, Flammen herauskommen, gelber Pfeil:

Auf den Bildern von Bates ist dieser Treffer aufgrund der Aufnahme aus größerer Höhe und der etwas von dem Kanonenrohr verdeckten Position nicht so gut zu sehen, Treffer (2):

Der erste Treffer des Pershing (1), der zweite Treffer (2), der nicht so gut zu sehen ist, nur ein leichter Feuerschein ist zu erkennen, zudem der dritte Treffer (3). Kein Treffer ist das Leuchten (4), es handelt sich nur um die Optik - in dem kleinen farbigen Bild rechts oben eines anderen Panther (von Paul Hermans via Wikipedia) ist diese Optik gut zu sehen (roter Pfeil)
Nach der Theorie von Rheindorf dürfte ja an all diesen Stellen allenfalls von aussen heftendes und brennendes Pulver einer Leuchtrakete oder ähnlichem brennen - etwas harmloses eben. Das wird aber nun durch die Tatsache von sichtbaren Löchern auszuschließen sein. Die Munition im Film war doch nicht so harmlos, wie Rheindorf es behauptet, es wurde hier ganz offensichtlich doch mit panzerbrechender Munition geschossen. Schauspieler dürften das wohl nicht mitgemacht haben ?
Rheindorf bezeichnet den "Feuerstrahl" (damit meint er den Tracer) der den Panther treffenden Munition als "eher bescheiden". Die Panzermunition aller Nationen hat diesen Leuchtspur-Mechanismus eingebaut, der am hinteren Teil des jeweiligen Projektils sitzt und dem abschießenden Soldaten die Flugbahn des Geschosses deutlich machen soll. Über die Art / Größe / Befüllung der Munition ist damit noch nichts gesagt. Diese Leuchtspur sieht man im Originalfilm. Rheindorf vergleicht den auf den Panther zufliegenden Tracer ihn mit dem gezeigten Beschuß der deutschen Scharfschützen durch das coax-MG des Pershing in einer anderen Filmszene des Originalfilms.
Die dort gezeigte MG-Munition bzw. die in regelmäßigen Abständen eingefügte spezielle Tracermunition nennt er dort verharmlosend "abgefeuerte Leuchtraketen". Mit den damit von Rheindorf suggerierten harmlosen Beleuchtungs- und Notsignalraketen hat das aber nichts zu tun. Dabei muß einem aber klar sein, daß mit der Tracermunition auch ganz normale MG-Munition abgeschossen wird, (nur) jede 5. Salve eines Pershing MG-Abschusses ist mit einem Tracer-Effekt versehen, um den Schützen die Schußrichtung deutlich zu machen. Der Vergleich von Rheindorf ist natürlich eine psychologisch geschickte Vorgehensweise, legt er dem Betrachter der Doku nun natürlich den Gedankengang "dann wurde der Pershing mit Leuchtraketen beschossen" nahe. Und Leuchtraketen sind nach herkömmlicher Betrachtungsweise doch eher etwas ganz harmloses. Doch schauen wir uns die entsprechenden Bilder doch einfach einmal an:

Links unten das Bild, auf dem der Pershing mit seinem coax-MG Tracer-Munition verschießt. Darüber im großen Bild der Anflug des Geschosses mit Tracer, welches den Panther unter der Kanone treffen wird. Man muß bedenken, daß der Tracer auf dem linken unteren Bild sich noch ganz nahe am Pershing befindet, der Tracer im großen Bild etwa 100 Meter entfernt vom Standort von Bates, kurz vor dem Einschlag im Panther. Um also einen Vergleich der Tracer-Größen zu erhalten und Rückschlüsse auf die verwendete jeweilige Munition erzielen zu können, kopiere ich den auf den Panther zufliegenden und kurz vor dem Treffer stehenden Tracer neben den Turm des Panther und vergrößere in einem Bildausschnitt den Turm des Panther annähernd an die Größe des Turms des Pershing, um einen halbwegs maßstabsgerechten Vergleich erzielen zu können. Auf dem Bild rechts unten sieht man also den Turm des Panther schon recht groß, aber er ist im Durchmesser immer noch viel kleiner als der des Pershings in der linken unteren Aufnahme. Dennoch ist der Tracer rechts beim Panther schon etwa doppelt so groß wie der beim Pershing. Würde man den Turm des Panther im Bild noch weiter vergrößern, würde der Tracer daneben natürlich ebenfalls noch in dem entsprechenden Maße weiter größer werden, so daß er schließlich mindestens die dreifache bis vierfache Größe des Tracer neben dem Pershing erreichen würde. Schlußfolgerung: das auf den Panther zufliegende Geschoss muß sehr viel größer sein als die MG-Munition und erzielt keinesfalls den gleichen Effekt. Der Vergleich von Rheindorf hinkt also erheblich und geht ins Leere.
Vermutlich hat es sich bei der auf den Panther abgeschossenen Munition um panzerbrechende Munition gehandelt, die keinen hochexplosiven Inhalt enthielt und für sich alleine beim Aufprall allenfalls einen Blitz und Funkenschlag verursacht. Es gibt dabei jedenfalls keine Explosion wie man sie aus Hollywood-Filmen kennt. Flammen und Rauch in den Bates-Filmszenen stammen von der Munition im Inneren des Panther, die getroffen wurde und in Brand geraten ist.
Aber selbst wenn man nun immer noch nicht überzeugt wäre, daß es bei dem gefilmten Beschuß des Panther um Leben und Tod ging, eben ein echtes Panzerduell. Hätte man nicht auch zu viele Zeugen gehabt, die von einem nachgestellten Panzerduell etwas mitbekommen hätten ? Soldaten, die unmittelbar beteiligt waren, Zivilpersonen aus dem Umfeld, die reichlich vorhandene Alliierten-Presse ??? Rheindorf selbst formuliert bei Laufzeit 01:50:40 so:
"Bates Filmbilder und dutzende Reporterberichte tragen die Geschichte des neuen US-Superpanzers als Augenzeugenberichte aus Köln in alle Welt."
Und wirklich keiner der dutzenden Reporterberichte erzählt etwas vom trojanischen Panther, alle berichten nur die erfundene Geschichte von einem Pershing, der den Panther erledigt hat ??? Und selbst wenn die Reporter zu Kriegszeiten geschwiegen hätten, um sich nicht den Unmut der Militärführung zuzuziehen und weiter Kriegsberichterstattung betreiben zu können: auch nach dem Krieg greift kein Reporter diese Geschichte auf, bis zum heutigen Tag ? Selbst diejenigen Reporter nicht, die nicht über die amerikanische Staatsbürgerschaft verfügten ?
Wenn es nach Rheindorfs Theorie später bzw. am nachfolgenden Tag nachgedreht worden sein soll (eher wohl am nächsten Tag, denn wenn der Panther so kräftig gebrannt hat, wie auf den nach Rheindorf ja authentischen Kabel-Filmaufnahmen zu sehen ist, wird er nicht vor dem nächsten Tag so ausgekühlt gewesen sein, daß Schauspieler wieder in ihn hinein steigen konnten; zudem drohte am 6. März bereits die frühe Abenddunkelheit eines Anfang-März-Tages), muß für die Aufnahmen ja abgesperrt worden sein, zudem wurde der Panther dann nochmal in Brand gesteckt, er wurde beschossen, was sicherlich heftige Abschuß- und Treffergeräusche verursacht hat. Das müssen reichlich Leute mitbekommen haben. Aber hat man irgendwann einmal etwas von solchen Zeugen gehört oder hat Rheindorf diese Personen präsentiert ? Das folgende Bild vor dem Haus der Deutschen Arbeitsfront soll am 7. März 1945 aufgenommen worden sein.

Und in dieser Umgebung sollen die Amerikaner an diesem Tag das Panzerduell nachgestellt haben - ohne daß es Zeugen gibt ? Nicht vielleicht genau diese hier sichtbaren Personen, aber andere Personen, die dort offensichtlich schon in größerer Anzahl herumgelaufen sind, im Zentrum Kölns ?
Rheindorf erzählt an einer Stelle der Doku, der mittlerweile verstorbene deutsche Kommandant eines anderen Panzers am Dom hätte seiner Familie berichtet, daß die Amerikaner Hollywood veranstaltet hätten und die Ereignisse massenhaft nachgedreht hätten. Aber zum einen berichtet hier mal wieder nur die Familie von den Erzählungen eines verstorbenen Zeitzeugen und diese Aussage sagt für sich gesehen noch gar nichts, insbesondere nicht, daß hier ein kompletter Nachdreh eines Panzerduells durchgeführt worden ist. Natürlich sind die Amerikaner mit großem Presserummel und eigenen Fotografen und Kameramänner einmarschiert und sind mit Kameras herum gelaufen, haben sicher reichlich Filmaufnahmen und Fotos gemacht. Sicher haben auch die Soldaten noch Privatfotos gemacht. Vermutlich werden dabei auch reichlich Siegerposen gestellt worden sein oder Soldaten von den Kameraleuten schon mal positioniert worden sein, durften vielleicht auch einmal extra schießen, um gute Fotos zu bekommen. So wird ja auch die Pershing-Besatzung auf ihrem Panzer postiert und fotografiert und gefilmt.
Ein solches Verhalten kann einen deutschen Soldaten zu Kriegszeiten sicher verwirren, der den großen Presse- und Kameraaufwand der Amerikaner nicht kennt und ihn dann zu einem Hollywood-Vergleich bewegen. Aber abgesehen davon bleibt auch fraglich, wie der vermeintliche Zeitzeuge das überhaupt feststellen konnte, denn als deutscher Kommandant eines abgeschossenen deutschen Panzers konnte er sich nach dem 6. März nicht mehr frei in Köln bewegen und derartige Erkenntnisse sammeln. Im Film heißt es, er habe sich die nächsten zwei Nächte versteckt gehalten. Dementsprechend kann man in dem im Film gezeigten Brief der Familie, in dem sie Rheindorf ggü. berichtet, die gut nachvollziehbare Zeile lesen (die von Rheindorf aber natürlich nicht phonetisch wieder gegeben wird) daß die Famile auch nicht wisse, woher der Kommandant das alles wissen wollte. |
Eine neuer Punkt. Während meiner Recherchen stellte ich bei einer Einzelbildbetrachtung der Panzerabschußszenen von Bates fest, daß noch mehr Beschüsse des Panthers zu sehen sind, als die beiden immer wieder im Fokus stehenden größeren Treffer. Generell wird immer nur von insgesamt drei Schüssen bzw. Treffern gesprochen, wobei im Film der erste offizielle Schuß ja nicht gezeigt wird, nur die beiden weiteren Schüsse. In der folgenden Bildmontage werden alle Einzelbilder gezeigt, in denen anfliegende Geschosse zu sehen sind:

Standbilder aus dem Originalfilm
In Reihe 1 zwei Einzelbilder, in denen ein Geschoß über den Panther hinwegfliegt. In Reihe 2 kurz danach ein weiteres Geschoss, welches zunächst Richtung Turm des Panther fliegt und dann ganz offensichtlich an diesem abprallt bzw. seitlich abgelenkt wird (3 Bilder). In Reihe 3 dann das Geschoß, welches zum im Film ersten sichtbaren richtigen Treffer führt. Es trifft den Panther im Bereich des Schildes unter der Kanone. In Reihe 4 dann das Geschoß, welches im Bereich der Kette unterhalb der Kanone treffen wird. Insgesamt sind also 4 Geschosse zu sehen, die auf den Panther abgefeuert worden sind, der erste Schuß, der den Panther getroffen und ihn in Brand gesetzt hat, wurde von Bates wie bereits erwähnt nicht festgehalten.
Was fällt bei diesen Bildern auf ?
Die zunehmende Verräucherung der Bilder von Reihe 1 bis Reihe 4, die zugleich den fortschreitenden Zeitverlauf widerspiegelt - zuerst Geschoß 1, dann 2, dann 3 dann 4. Offensichtlich sind die Leuchtspuren auch von unterschiedlicher Art, sie scheinen bei den beiden ersten Geschossen etwas dünner zu sein, die beiden letzten mit den Treffern sehen dicker aus. Zudem fällt auf, daß alle Leuchtspuren bzw. die damit verbundenen Geschosse verschiedene Anflugwinkel haben. Kopiert man diese Leuchtspuren maßstabsgerecht in das Himes-Bild der NARA werden diese verschiedenen Anflugwinkel sehr deutlich:

Die Geschosse kommen aus verschiedenen Richtungen. Das wird noch einmal besonders deutlich, wenn man die Leuchtspuren in den Vordergrund verlängert, um zu zeigen, woher die Geschosse kamen:

Deutlich wird, daß die Geschosse von verschiedenen Standorten des Kreuzungsbereich vor dem Haus der Deutschen Arbeitsfront abgeschossen worden sind. Das erste Geschoß kam von der ganz linken Position, die weiteren jeweils immer von einem Pfeil weiter nach rechts. Es gibt also 4 verschiedene Abschußpositionen plus dem nicht zu sehenden ersten Geschoß.
Allerdings ist die Abschußrange auch wieder nicht so weit bzw. breit, wie das obige Bild diese erscheinen läßt. Das folgende Bild habe ich im August 2008 von dem Standort aus gemacht, an dem 1945 der Panther gestanden hatte und zwar in Richtung Marzellenstraße auf das Haus der Deutschen Arbeitsfront zu.

Deutlich wird, daß der Platz auf der Kreuzung vor dem Haus der Deutschen Arbeitsfront mit Sichtfeld auf den Panther und umgekehrt nicht sehr groß war. Den Pershing habe ich in etwa maßstabsgerecht hineinkopiert. Man sieht, daß eine Fahrtstrecke mit Sichtkontakt nicht sehr lang ist, etwa 15 bis 20 Meter. Natürlich standen die Häuser links an der Ecke seinerzeit nicht, aber durch die vorhandenen Ruinen der alten Häuser war der Sichtbereich auch nicht größer als auf diesem Bild.Welchen Ablauf der Geschehnisse kann man vermuten, wenn man die obigen Bilder nun realitätsnahe auslegt ?
Es gibt zwei denkbare Varianten:
Variante 1:
Die beiden ersten Schüsse wurden nicht von dem Pershing abgefeuert, sondern von Infanterie im oder am Haus der Deutschen Arbeitsfront, entweder um die Panther-Besatzung bei ihrer Flucht aus dem Panther zu treffen, überhaupt einen Beschuß durchzuführen oder um dem Pershing eine Zielhilfe zu geben.
Variante 2:
Der Pershing fährt aus Richtung der Straße An den Dominikanern kommend in die Kreuzung herein, kurz danach gibt er den ersten Schuß mit der Kanone ab, der den Panther auch trifft und in Brand setzt. Der Pershing erreicht sodann das Ende des Bereich, in dem Sichtkontakt herrscht und bremst ab. Im nächsten Moment setzt der Pershing wieder zurück, dabei werden nach und nach insgesamt vier weitere Schüsse abgegeben. Um die Zeit bis zum nächsten Schuß der Kanone zu überbrücken oder die Ausrichtung der Kanone zu überprüfen wird mit dem Coax-MG auf den Panther geschossen, jede 5. Kugel dieser MG-Munition verfügte über einen Leuchtspureffekt. Dann bremst der Pershing nochmals ab bzw. fährt langsamer, als er wiederum auf der anderen Seite kurz vor Verlassen des Bereichs des direkten Sichtkontaktes steht, die letzten beiden Abschüsse durch die Kanone liegen daher auch räumlich nahe. Danach rollt der Pershing dann wieder aus der Kreuzung heraus zurück in die Straße An den Dominikanern.
Ich persönlich tendiere etwas mehr zu Variante 1. Die Kameraleute wurden bestimmt durch Infanterie-Soldaten begleitet und diese waren vermutlich auch noch mit im Haus, mindestens zur Begleitung der Kameraleute, möglicherweise aber auch schon um ggf. mit in das Panzerduell eingreifen zu können. Vermutlich haben diese nur den ersten Treffer abgewartet um dann in dem Moment, in dem ggf. die deutsche Panzerbesatzung den Panther verlassen hat, zusätzlich auf Panther und/oder flüchtende Besatzung zu schießen. Aufgrund der kurzen Entfernung zwischen Panther und Pershing waren Tracer-Schüsse zur Justierung der Kanone eigentlich nicht erforderlich, in Variante 2 müßte also Smoyer mit seinem Coax-MG auf die fliehende Panther-Besatzung geschossen haben. Dies behauptet er aber in seinen Interviews nicht, zudem gibt er an, lange Zeit nicht gewußt zu haben, was aus der Crew bei dem Panzerduell geworden ist. Dies hört sich nicht so an, also ob er jemand gewesen sei, der mit einem MG auf eine fliehende Panzerbesatzung geschossen hätte.
Nun, welche Variante auch die richtige sein möge, die verschiedenen Abschußstandorte sprechen jedenfalls gegen ein nachgestelltes Panzerduell. Wenn ein Panzerduell nachgestellt werden soll, bei dem ein Panther in der offiziellen Version durch drei Schüsse eines ihm alleine gegenüber stehenden Pershing getroffen werden soll, wird man sicherlich nicht auch noch absichtlich von verschiedenen Standorten weitere Schüsse auf den Panther durchführen, insgesamt also von vier sichtbar verschiedenen Standorten und dies filmen. Und vor allem läßt man weitere versehentlich sichtbare Schüsse nicht auch noch in den veröffentlichten Szenen drin, da hätte Bates doch auf jeden Fall eingegriffen, wenn alles tatsächlich nur ein Fake gewesen sein sollte und diese weiteren Treffer zu Irritationen hätten führen können. Warum also sollte bei gestellten Szenen mit Schauspielern von verschiedenen Stellen aus geschossen worden sein und bei Variante 2 insbesondere auch noch von einem fahrenden Objekt aus, der Schütze könnte gar nicht so genau zielen und das Risiko für die Schauspieler wäre deswegen ungleich höher als von einer festen gesicherten Position aus. Und würde man bei einem Fake zudem mit verschiedener Munition schießen und dies auch noch filmen?
Bliebe allenfalls noch die Frage, warum diese ersten beiden gefilmten Schüsse nirgendwo eine besondere Erwähnung finden. Sogar Rheindorf selbst erwähnt diese beiden Schüsse meines Wissens nach nirgendwo explizit, weder in der aktuellen Doku noch in seiner Doku zwei Jahre davor. Ich denke, sie finden - jedenfalls bei den Amerikanern - deshalb nirgendwo besondere Erwähnung, weil sie zu keinem sichtbaren Treffer geführt haben. Für den Erfolg waren nur die insgesamt drei anderen Schüsse ursächlich und deshalb werden auch immer nur diese drei Schüsse mit Treffern in den Vordergrund gestellt. Zudem mag es den Amerikanern bei Zutreffen von Variante 1 ggf. auch unangenehm gewesen sein, daß der Pershing noch Unterstützung durch die Infanterie erhalten hat und den Panther doch nicht ganz allein bekämpft hat.
Weiter geht es auf der nächsten Seite
|