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Der entspannte Soldat

Standbild aus dem Originalfilm
Rheindorfs These: Auf diesem Standbild schlendert ein Soldat an der Hauswand des Hauses entlang, aus dem die Filmaufnahmen vom Panther gemacht werden. Er zeigt keine große Reaktion, als der Pershing im Film abfeuert. Rheindorf hat diese Szene digitalisiert und zeigt in seinem Film den Ausschnitt mit dem Soldaten stark vergrößert. Er folgert aus der Lässigkeit des Soldaten, daß es sich nicht um eine reguläre Kampfhandlung handelt und diese Szene ebenfalls gestellt ist.
Meine Bewertung:
Wie war die Lage am und im Haus, wenn es echte Kampfhandlungen und authentische Szenen waren ?
Die Signal Corps Teams bestanden aus einem Filmkameramann und einem Fotografen, so daß schon einmal mindestens ein solches Zweierteam im Haus war. Zudem hatte sicherlich die Infanterie bereits das Gebäude durchsucht und befand sich auch noch im oder zumindest außerhalb des Gebäudes. Weiter oben wurde bereits festgestellt, daß in den Filmaufnahmen von Bates neben den zwei vom Pershing kommenden Granaten auch ein weiterer nicht vom Pershing stammender Beschuß des Panther erfolgte, zwei zuzsätzliche Tracer sind auf den Bildern zu erkennen. Der Flugbahn zufolge kam dieser aus dem Haus der Deutschen Arbeitsfront oder der Marzellenstraße im Abschnitt Richtung Eigelstein. Dort befanden sich also ganz offensichtlich Infanterie-Soldaten, die - wahrscheinlich mit Maschinengewehren - auf den Panther schossen. Diverse vorherige Szenen aus dem Originalfilm, wo die Truppern über die Gereonstraße und die Straße "An den Dominikanern" vorrücken, lassen den Eindruck zu, daß die vorrückenden Truppen diesen Bereich ausreichend von "Feinden gesäubert" hatten, bevor schließlich Bates, der Fotograf Himes und weitere Personen in das Haus hineingingen. Es gibt aus dem Zeitraum zuvor recht viele verschiedene Aufnahmen mit vielen Soldaten in der Straße "An den Dominikanern", es wird die Bekämpfung von verbliebenen deutschen Scharfschützen gezeigt, die Häuser beschossen, ein sich ergebender Scharfschütze, der aus Richtung des Hauses kommt, in dem später gefilmt wird, wird über die Straße abgeführt, ohne daß die Soldaten Angst vor weiterem Beschuß von Scharfschützen zeigen.

Links der amerikanische Soldat, rechts ein sich ergebender Scharfschütze aus Richtung des Hauses kommend, aus dem später gefilmt wird.
Es kann also davon ausgegangen werden, daß der Bereich um die alte Hauptpost grundsätzlich abgesichert war, als der Pershing vorrückte und Bates sich im Haus befand, jedenfalls bis auf den Panther Panzer am Dom. Feindliche Kräfte am und im Haus waren also nicht mehr zu befürchten, der Soldat konnte diesbezüglich recht entspannt sein.

Ein Foto aus August 2008 von der Hausseite, wo sich der "entspannte" Soldat damals aufgehalten hat. Heute befinden sich in diesem kurzen Abschnitt alleine drei Türen (1 - 3). Ob alle drei Türen auch schon 1945 vorhanden waren, ist nicht bekannt. Türe (1) sollte aber auf jeden Fall da gewesen sein, da es sich um das Treppenhaus handelt. Es ist also zu vermuten, daß der Soldat sich extra im Umfeld diese Tür(en) aufhielt und möglicherweise auf die sich zu diesem Zeitpunkt im Hause befindlichen Personen wartete bzw. diese dorthin begleitet hatte.
Dieser betreffende Soldat befand sich zudem neben dem Haus außerhalb der Reichweite des deutschen Panzers und er wußte sicherlich, daß der Pershing vorgefahren war und diese Straße somit nach dieser Seite absicherte. Er wußte zudem, daß Kameraleute im Haus waren, die Filmaufnahmen vom Panther machen wollten, wenn dieser von dem Pershing beschossen wird. Er wußte also genau, was gleich geschehen würde. Zudem: wenn man sich eine gewisse Zeit im Umfeld schießender Panzer befindet ist es kein großer Schock mehr, wenn der Panzer plötzlich schießt (wenn man sich die Filmszenen der über die Venloer Straße fahrenden Panzer anschaut, sieht man, daß die Infanterie relativ unbeeindruckt auf die schießenden Panzer reagiert). Und die in Köln eingerückten amerikanischen Soldaten waren zudem schon einige Zeit in kriegerischen Auseinandersetzungen unterwegs und sicherlich einiges gewohnt und deswegen auch schon recht abgebrüht.
Zudem war der Abschuß durch den Pershing, der im Film gezeigt wird, in der Kreuzung nicht der erste Schuß, also war dieser zweite oder gar dritte Schuß nicht so plötzlich, daß der Soldat irgendeine Regung zeigen mußte oder sollte.

Bild 1, Filmszene, wo Pershing angeblich Richtung Kreuzung fährt, Kreuzung nur leicht dunstig. Im Originalfilm folgt nun ein Bildschnitt. Es geht dort mit Bild 2 weiter, kurz vor dem Abschuß. Gegenüber Bild 1 steht sehr viel mehr Qualm in der Kreuzung. Foto 3 während des Abschusses. Es müssen also vor dem im Film gezeigten Abschuß bereits ein oder zwei Abschüsse durch den Pershing erfolgt sein.
Man sieht aber auf den digital aufbereiteten Szenen von Rheindorf auch, daß der Soldat auch nur sehr vorsichtig in den Bereich hineinschaut und doch lieber etwas von der Hausecke entfernt stehen bleibt, er läuft jedenfalls nicht ganz nach vorne, was bei nachgedrehten Filmszenen in wirklich gesichertem Umfeld ja eher zu erwarten gewesen wäre.
Wenn gemäß Rheindorf alles nachgestellt wäre, stellt sich schließlich auch die Frage, warum die weiteren Abschüsse dann nicht im Originalfilm gezeigt werden oder eventuell gar nicht gefilmt wurden. Das wäre bei einer Inszenierung doch einfach gewesen und es wären doch auch eindrucksvolle Aufnahmen gewesen, die man nicht einfach so vergeben sollte - laut Rheindorf sollte doch der Pershing mit einem nachgestellten Panzerduell gerade promoted werden.
Wenn ich oben vorsichtig von dem Pershing spreche, der "angeblich" Richtung Kreuzung fährt, so muß ich an dieser Stelle feststellen und zugeben, daß ein ganz kleiner Teil der filmischen Gesamt-Darstellung des Panzerduells doch ein - wenn man es so nennen will - Fake ist. Bei der kurzen Szene, in der der Pershing auf die Kreuzung zufährt handelt es sich nämlich um einen kleinen Filmtrick. Eine solche Szene gibt es eigentlich gar nicht, der Panzer wurde bei Vorrücken zur Kreuzung ursprünglich gar nicht gefilmt oder zumindest sind diese Aufnahmen nicht verwendet worden. Tatsächlich hat man einen kurzen Ausschnitt der Rückfahrt von der Kreuzung genommen und diesen Abschnitt rückwärts abgespielt eingebaut, so daß aus einem zurück fahrenden Panzer ein zur Kreuzung fahrender Panzer geworden ist.
Aufgefallen ist mir dies, als ich die Qualmhaltigkeit der Luft im Kreuzungsbereich bei den beiden Aufnahmen Hinfahrt und Rückfahrt vergleichen wollte und feststellte, daß sie gleich war, was mich etwas verwunderte. Denn auf einer anderen Aufnahme, als der Pershing noch zu Beginn der Straße An den Dominikanern steht, kann man im Hintergrund die Straßenkreuzung sehen und dort ist die Kreuzung relativ klar zu sehen.

Die Kreuzung (roter Pfeil) ist ziemlich klar und scheint qualmfrei.
Ich schaute mir daraufhin weitere Details der beiden Szenen an.
Auf dem folgenden Bild sieht man die Standbilder der beiden Filmszenen aus dem Originalfilm, einmal den angeblich hinfahrenden, einmal den rückfahrenden Pershing:

Eine Perspektive scheint weiter zu sein als die andere, dort ist links im Bild noch ein Haus zu erkennen und die Fassade ganz rechts zieht sich auch weiter in den Vordergrund - auf den ersten Blick also erst einmal ein Unterschied. Schneidet man aber nun das Bild mit dem etwas weiteren Ausschnitt zurück auf den Bildausschnitt der nicht so weiten Perspektive, ergibt sich folgendes Bild:

Beide Bilder zeigen nun fast ausschließliche Übereinstimmung. Es scheint beide Male exakt der gleiche Standort des Kameramannes zu sein, auch der Pershing fährt an der fast exakt gleichen Stelle, was wirklich ziemlicher Zufall wäre, wenn der Pershing bei Hin- und Rückfahrt so exakt die gleiche Stelle treffen würde, denn beim gefilmten Abschuß steht er sehr viel weiter rechts, konnte also nicht eine grade Linie gefahren sein. Auf beiden Bildern scheint der Qualmgehalt der Luft im Kreuzungsbereich gleich zu sein, obwohl in anderen vorher aufgenommenen Filmszenen die im Hintergrund sichtbare Kreuzung sehr viel klarer erscheint, so daß hier eigentlich bei einer Hinfahrt-Szene vor den Abschüssen durch den Pershing klarere Sicht herrschen müßte als bei einer Rückfahrtszene nach den Abschüssen . Schließlich fällt bei der Betrachtung der Filmsequenz der angeblichen Hinfahrtszene noch etwas auf. Von links bewegt sich in dieser kurzen Filmszene ein kleiner Gegenstand auf den Pershing zu, beginnend mit kleiner Geschwindigkeit und dann schneller werdend. Die Qualität des VHS-Materials für ein Standbild ist nicht sehr gut, aber in den folgenden verschiedenen Bildausschnitten kann man diesen sich bewegenden Gegenstand zumindest erahnen, im Film auf dem Computer oder dem Fernseher auch sehr gut sehen:

Bei diesem Gegenstand muß es sich um eine Munitionshülse halten, wie sie dann auch in der offiziellen Rückfahrtszene aus dem Pershing geworfen wird. Jetzt ist klar, daß es sich bei der Hinfahrtszene um eine rückwarts abgespielte Rüchfahrtszene handelt und zwar hat man dazu auch einen Filmabschnitt gewählt, der in der Rückfahrtszene nicht enthalten ist, man hat also ein längeres Filmstück der Rückfahrt in zwei Teile zerschnitten und eins davon für die Hinfahrt verwertet. Die Hinfahrtszene richtig rum abgespielt rollt die Hülse aus, das erzeugt umgekehrt abgespielt natürlich den Eindruck eines sich beschleunigenden Gegenstandes. Zudem hat man für die eine Szene dann auch noch einen etwas engeren Bildausschnitt gewählt, damit es nicht so auffällt, daß es sich um die gleichen Filmbilder handelt. Zudem kann man sagen, daß bei der Rückfahrt des Pershing (als Rückfahrt gezeigte Szene und als angebliche Hinfahrt gezeigte Szene) insgesamt zwei verschiedene herausgeworfene Munitionshülsen zu sehen sind. Da die Gesamtsequenz im Film aber nur recht kurz ist, ist der Herauswurf einer weiteren Hülse nicht zu sehen aber auch nicht ausgeschlossen.
Bedeutet dies nun doch, daß auch alles andere ein Fake ist ? Nein, ich denke es zeigt nur sehr anschaulich, daß hier am Tag des Einmarsches in Köln in der Aufregung und dem Durcheinander rund um ein echtes Panzerduell nicht alles so filmisch dokumentiert worden ist, wie es für die Darstellung in der Wochenschau hinterher gewünscht war. Dort wollte man eine komplette Story und dazu benötigte man neben den anderen vorhandenen echten Filmaufnahmen auch eine Verbindungsszene zwischen Pershing stehend im hinteren Bereich der Straße An den Dominikanern und Pershing stehend in der Straßenkreuzung, welches am besten durch einen auf die Kreuzung zurollenden Pershing erzielbar war. Leider hatte man diese Szene offensichtlich nicht zur Verfügung. Und gerade die deshalb notwendig gewordene Nutzung eines Filmtricks untermauert noch einmal, daß das gesamte Panzerduell sicherlich nicht nachgestellt worden ist. Denn wenn alles ansonsten so systematisch nachgestellt worden wäre, hätte man die Hinfahrt des Pershing zur Kreuzung doch auch ganz locker nachstellen können, zumal ja eine Kamera für die echte Rückfahrt schon an Ort und Stelle gewesen wäre. Nein, hier mußte aus den vorhandenen Szenen zweier Kameramänner während echter Kampfgeschehen für die Wochenschau eine kleine zusammenhängende Story geschaffen werden und dazu hat man ganz einfach aus der Not eine Tugend gemacht und einen Teil der vorhandenen Aufnahme des rückkehrenden Pershing verwendet, um zur Abrundung der Story mangels vorhandener echter Szenen daraus eine Hinfahrt zu machen.
Rheindorf verwendet so einen Rückwärtstrick in seiner Dokumentation übrigens ebenfalls selber. Bei Filmlaufzeit 01:14:55 sieht man einen Schwenk vom Dom runter zum brennenden Panther. Diese Aufnahme gibt es so in dieser Form im Originalfilm meiner Kenntnis nach gar nicht. Es handelt sich um den Schlußschwenk von Bates vom brennenden Panther hoch zum Dom, den Rheindorf für seine Doku vermutlich aus dramaturgischen Gründen rückwärts abspielt. Man sieht, eine gar nicht unübliche Vorgehensweise bei Filmemachern....
Meine Quintessenz:
Umstände, Tatsachen und vernünftige Überlegungen sprechen auch hier gegen Rheindorfs These, daß der entspannte Soldat ein Beweis für die Nachstellung des Panzerduells sei.
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Sherman Komödienstrasse
Rheindorfs These:
Dieses Foto ist nachgestellt, es ist einfach zu perfekt. Grund der nachstellung ist eine öffentliche Abstrafung des Sherman Panzers.
Meine Bewertung:
Es handelt sich um das folgende Foto des Fotografen Fred Ramage:

Bildquelle: The U.S. Army 3rd Armored Division History Website
Zunächst kann man feststellen, daß die Bemühungen Rheindorfs, das Foto im Verlaufe seiner Dokumentation definitiv als Fälschung darzustellen, zunächst im Leeren verlaufen. Es gibt fast bis zum Schluß der Doku keinen Beweis für eine Nachstellung des Fotos. Alle Versuche von Rheindorf, die Nachstellung des Fotos anhand von Zeugenaussagen nachzuweisen - etwa im Hinblick auf ein zu perfektes Aussehen des Bildes - gehen zunächst vollkommen fehl. Selbst die herangezogenen Experten weisen die Theorie entweder zurück oder halten sie für nicht stichhaltig genug.
Kein Wunder, die Aussage allein, daß einem ein Bild einfach nur zu gut erscheint, ist nicht wirklich ein überzeugender Beweis. Man betrachte sich nur die regelmäßig in vielen Kategorien gekürten sogenannten "Bilder des Jahres", z.B. die Pressebilder des Jahres. Allesamt immer Bilder, die man auch für zu gut halten könnte, um echt zu sein, aber dennoch echt sind, halt nur Schnappschüsse zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Ich erinnere mich z.B. noch sehr gut an das berühmte Pressefoto der zwei aus ihrem von Napalm in Brand gesetzten Dort rennenden zwei nackten vietnamesischen Kinder aus Zeiten des Vietnam Krieges. Eine perfekte Aufnahme, aber keiner wird doch die Echtheit in Frage stellen wollen, nur weil es so perfekt oder gut ist.
Natürlich sind nicht alle Bilder immer vollkommen unbearbeitet. An manchen Stellen retuschiert (also störendes entfernt) oder in Helligkeit oder Kontrast nachgearbeitet wird sicherlich recht häufig. Auch das Bild aus der Komödienstrasse mag daher im Fotolabor sicher noch in der Helligkeit nachgearbeitet worden sein. Das gehört zu den Anfängerübungen in einem schwarzweiß-Fotolabor und wird eigentlich bei fast jedem Bild auch so gemacht (und ich habe längere Zeit mein eigenes kleines privates schwarzweiß-Filmlabor gehabt, weiß also wo von ich rede). Dunklere Stellen in einem Foto werden kürzer belichtet (macht das Bild dort heller), hellere Stellen werden länger belichtet (macht die Stellen dunkler) und schon wirkt das Bild in der Belichtung ausgeglichener. Das mag auch der Grund sein, warum das Bild aus der Komödienstraße in der Belichtung so gleichmäßig gut wirkt. Aber wie gesagt ist das kein Zauber, nichts verwerfliches und schon garnicht der Beweis eines Nachstellens des Fotos. Das ist einfache Bildbearbeitung eines geschossenen Fotos. An den Lichtverhältnissen vor Ort kann der Fotograf in der Regel - also ohne Scheinwerfer o.ä. - nichts ändern, ob nun bei einem Schnappschuß oder bei einer nachgestellten Aufnahme.
Und hinsichtlich der guten gleichmäßigen Schärfe des Bildes, nun auch das ist kein großes Geheimnis. In dem (hier auf dieser Seite nicht gezeigten) kompletten Originalbild dieser Aufnahme aus der Komödienstraße sind noch die kompletten Domtürme mit zu sehen. Die Aufnahme muß an diesem Standort unweit des Domes also schon mit einem Weitwinkelobjektiv aufgenommen worden sein. Bei einem Weitwinkelobjektiv ist die Schärfentiefe aber kein großes Problem. Mit der Schärfe-Einstellung "unendlich" bekommt man bei einem Weitwinkelobjektiv in der Regel problemlos alle Objekte im Bildbereich - ob nah oder fern - scharf. Auch das wird jeder Fotograf gerne bestätigen. Dies ist halt eine Eigenheit der Weitwinkelobjektive und ist bei Normalobjektiven oder Teleobjektiven nicht der Fall.
Aus der vorliegenden Entfernung des Fotografen zum Dom war es mit Weitwinkelobjektiv zudem auch nicht die von Rheindorf behauptete besondere Leistung, den Dom komplett mit auf das Foto zu bekommen.
Das folgende Foto habe ich ungefähr aus der gleichen Perspektive wie der Fotograf Fred Ramage seinerzeit aufgenommen, ich benutzte dazu meine Digitalkamera mit einem 18mm Objektiv, entspricht 29mm bei einer herkömmlichen Kleinbildkamera und kann sich schon Weitwinkel schimpfen:

Selbst im Querformat ist der Dom vollständig im Bild, im Hochformat wäre es noch weniger ein Problem. Die Aufnahme entstand am 6. Oktober, es war ein trüber regnerischer Tag. Die Bildbelichtung erscheint deutlich verbesserungsbedürftig. Der helle Himmel hat die Beleuchtungsautomatik der Kamera dominiert und zu einer Abdunklung geführt, die Häuser- und Straßensituation wurde dadurch düsterer gestaltet. Aber kein Problem, was damals mit einer unterschiedlichen Belichtung des Fotopapiers im Fotolabor erreicht wurde, vollziehe ich mittels eines Grafikprogramms und einem einfachen Aufhellungseffekt, dies entspricht dem damaligen kürzeren Belichten von dunkleren Bildteilen, welches zu einer Aufhellung dieser Bildteile führte:

Der Effekt ist deutlich, ein Bild mit offenbar schön ausgeglichener Beleuchtung. Das Bild ist auch überall schön scharf, was im größeren Originalbild ohne Bildkomprimierung noch besser zu sehen ist.
Bisherige Quintessenz: Schärfe, gute Ausleuchtung des Bildes und im Originalbild die kompletten Domtürme mit im sichtbaren Bereich sind also kein Zauberwerk sondern von jedem Fotoamateur und erst recht Berufsfotografen leicht zu erreichen.
Bleibt als Besonderheit nur die besondere Situation als solche, das "perfekte Timing". Zwei Panzer, Trümmer, zwei Soldaten laufen, einer liegt verletzt auf dem Sherman. Nun, auch das ist aber letztlich keine große Zauberei. Als am Ort anwesender Berufsfotograf drückt man in einer bestimmten Situation einfach ab und wenn man das nötige Gespür hat, ist es die richtige Sekunde, ansonsten fängt man die Situation ein oder zwei Sekunden früher oder später ein. Was hätte das für unser Bild schon bedeutet ? Die beiden Soldaten wären an leicht anderer Position im Bild, der Dom und die Trümmerhäuser stünden immer noch an der gleichen Stelle und der verletzte Kommandant auf dem Sherman hätte immer noch auf dem Sherman gelegen, nur in einer anderen Körperhaltung and leicht veränderter Position. Wäre dadurch das Bild dann nicht mehr perfekt gewesen ??? Nein, auch dieses Bild hätte Rheindorf bestimmt als zu perfekt, um echt zu sein, bezeichnet, genau wie er sicherlich auch z.B. die Pressebilder des Jahres als nachgestellt oder gefälscht bezeichnen würde.
Die These der öffentlichen Abstrafung des Sherman Panzers (der Sherman ist ein schlechter Panzer, es müssen bessere Panzer wie Pershings her) kann ebenfalls nicht überzeugen. Zum einen ist diese Szene z.B. in der im Internet verfügbaren Wochenschau "Allies drive across Rhine to victory", von den Universal Studios im März 1945 hergestellt, in der auch vom Einmarsch in Köln berichtet wird, garnicht zu sehen. Im Gegensatz vom Panzerduell Pershing / Panther am Dom, welches umfangreich gezeigt wird. Bestrafungseffekt = null.Wochenschau zu sehen hier beim Internet Archive / Movie Archive
Zudem wäre eine Abstrafung durch die Bekanntgabe von Abschußzahlen sicherlich viel eindrucksvoller gewesen als den Abschuß eines Sherman zu zeigen - dieser war ja nicht der einzige Sherman, der im 2. Weltkrieg der abgeschossen wurde.
Und schließlich, hier ist doch ein Sherman überraschend aus dem Hinterhalt abgeschossen worden. Was soll daran nun der Abstrafungseffekt für einen ganzen Panzertyp sein ? Hier hat ja kein direkter Kampf "Auge in Auge" stattgefunden, wo der verlierende Panzer vielleicht noch als schlecht bezeichnet werden könnte, weil er den direkten Kampf verloren hat.
Schließlich wurde bereits weiter oben festgestellt, daß der Pershing längst in die Massenproduktion gestartet war. Es bedurfte also überhaupt keiner Abstrafung eines älteren Panzers zur Stärkung eines neuen Panzertyps.
Wieder einmal zerbrökelt mit der Abstrafungstheorie eine weitere Behauptung von Rheindorf, wenn man sie nicht einfach konsumiert sondern hinterfragt.
Somit ist die Theorie des nachgestellten Abschusses in der Komödienstraße im Laufe der Doku auch eigentlich schon abgehakt, als fast zum Ende des Films Rheindorf noch einmal einen letzten Versuch wagt, die Echtheit der Aufnahme doch noch ins Wanken zu bringen. Dies passiert natürlich vor dem Hintergrund und mit der Rückendeckung des zuvor behandelten und von Rheindorf nach vielen "Beweisen" als Fälschung deklarierten Panzerduells Pershing / Panther, insbesondere des Briefes von Miller und den vermeintlichen Promotion-Hintergründen . Aber dieses wurde hier ja zuvor schon als nicht zutreffend abgehandelt und kann keine Rückendeckung mehr sein.
Kurz vor Schluß des Films jedenfalls, als das Thema gefälschtes Foto eigentlich schon abgehakt ist, fragt Rheindorf noch einmal, wer die zwei Männer auf dem Foto sind, die auf der Straße laufen.

Bildquelle: The U.S. Army 3rd Armored Division History Website
Rheindorf findet in dem Bericht des Reporters Mike Levin den Namen Oliver Griffin, dieser hatte dem verletzten Kommandanten Keller geholfen. Rheindorf suggeriert dem Betrachter der Dokumentation, Griffin sei einer der beiden laufenden Männer auf dem Foto, indem er den Reporter-Bericht mit dem erwähnten Namen Griffin über das Foto mit den zwei Männern legt, belegt aber nicht, warum dies so sein soll. Rheindorf erhält von der Tochter des zwischenzeitlich verstorbenen Soldaten am Telefon eine Erzählung über angebliche Äußerungen des Vaters. Dieser habe, wenn er das Bild gesehen habe, immer gesagt, ja, das sei der Panzer, aber er wüßte nicht wie sie das gemacht hätten, das auf dem Foto sei jedenfalls nicht er. Das ist natürlich ein gefundenes Fressen für den Journalisten und läßt seine Nachstellungstheorie wieder aufleben. Das suggeriert er jedenfalls dem Betrachter. Denn wenn Griffin zitiert wird, das er das nicht sei und er die Leute nicht kenne, suggeriert Rheindorf dem Betrachter natürlich, daß Griffin auf dem Foto zu sehen sein müsse. Und da er dies nach Griffins Aussage offensichtlich nicht sei, kann das Foto nicht authentisch sein.
Aber aufgepaßt !
Dazu muß man aber wissen, daß nach den mir vorliegenden Unterlagen Oliver Griffin ein Crewmitglied des abgeschossenen Sherman war, also des Sherman auf der rechten Seite des Bildes. Die beiden Soldaten auf der Straße laufen aber eindeutig vom links stehenden Panzer nach rechts bzw. auf den Fotografen zu. Es müssen also zwei Soldaten aus dem linken Panzer sein und damit kann es Oliver Griffin sowieso garnicht sein, der da zu sehen ist und daher konnte Oliver Griffin sich zu Lebzeiten auf dem Foto natürlich auch garnicht wiedererkennen.
Wie Griffins Formulierungen vor seiner Familie denn bei der Betrachtung des Fotos dann auch genau lauteten, kann man ohnehin nicht mehr feststellen. Über den Beweiswert von Familienmitgliedern bei der Überlieferung von Erzählungen eines Zeitzeugen hatte ich ja bereits weiter oben geschrieben. Entweder hat Griffin also - aus welchen Gründen auch immer - in dem Irrglauben gelebt, er müsse einer der beiden Soldaten auf dem Bild sein oder - und das finde ich sehr viel naheliegender - er wollte seiner Familie nur sagen, daß er zwar an dem Vorfall beteiligt war - als Besatzungsmitglied des abgeschossenen Sherman -, daß er aber auf dem davon existierenden Foto eben nicht zu sehen sei und auch nicht wüßte, wer die beiden Soldaten seien. Das ist auch nachvollziehbar, er mußte ja nicht alle Soldaten der beteiligten Truppen kennen und somit wiedererkennen.
Was sind die mir vorliegenden Unterlagen, nach denen Griffin Crewmitglied des abgeschossenen Sherman war ?
Nun, im Magazin After the Battle, Ausgabe 104, wird der Bericht des Reporters Mike Levin zitiert, der am Kampfort anwesend war. Rheindorf hatte in anderem Zusammenhang bereits Levins Bericht für die Panzerduell-Fake-These genutzt und stellt Levin auch als glaubwürdig vor. Es ist der gleiche Bericht, in dem über das Auffinden der aus dem Panther geflüchteten deutschen Soldaten im Lazarett am Dom berichtet wird. Dort wird auch der Vorfall in der Komödienstrasse beschrieben. Griffin wird in der Tat dort als Retter beschrieben:
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"The blast of the shell threw one crew member, assistant driver Oliver Griffin, out of his hatch, unhurt. Another man, the gunner, his left leg blown off at the knee, managed to crawl out of the turret and off the tank's deck. ... Helped by a medic, Ralph Arcelay, Griffin dragged his crewmate away from the Sherman and into a bomb crater, where they dressed his wound. War correspondent Mike Levin, a reporter from Overseas News Service, noted down Griffin's first reaction: "I don't know how I got out ... I don't know how he got out. The sons of bitches". The other three crewmen perished inside the tank. The incident was covered by at least two other photographers, Frenchman Eric Schwab of Agence France Press (who formed a team with Mike Levin) and Allan Jackson of International News Service...."
Zitat aus dem Magazin After the Battle, Ausgabe 104, Seite 21
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Übersetzung:
"Der Luftdruck der Granate schleuderte ein Mitglied der Crew, Assistant Driver Oliver Griffin, aus seiner Luke, unverletzt. Ein anderer Mann, der Schütze, schaffte es mit einem unterhalb des Knies verlorenem linken Bein aus dem Turm zu kriechen und auf das Deck des Panzers zu kommen. ... Von einem Sanitäter, Ralph Arcelay, unterstützt, zog Griffin seinen Crewkameraden weg vom Sherman in einen Bombenkrater, wo seine Wunde versorgt wurde. Kriegskorrespondent Mike Levin, ein Reporter des Overseas News Service, schrieb Griffins erste Reaktion auf: "Ich weiß nicht, wie ich es heraus geschafft habe ... Ich weiß nicht wie er es heraus geschafft hat. Hurensöhne". Die anderen drei Crewmitglieder kamen im Panzer um. Der Vorfall wurde von mindestens zwei weiteren Fotografen gesehen, dem Franzosen Eric Schwab von AFP (der ein Team mit Mike Levin bildete) und Allan Jackson vom International News Service...."
Die Enkelin von Oliver Griffin, Alicia, bestätigt in zwei mir vorliegenden Emails ebenfalls, daß ihr Großvater in dem Panzer gewesen sei, sein Panzerkommandant getötet worden sei und daß ihr Großvater bei dem Vorfall auch verletzt worden war, Splitter trafen ihn am Arm.
In den amerikanischen Sherman-Panzern saßen üblicherweise 5 Soldaten, nach den englischen Bezeichnungen tank commander, gunner, loader, driver und assistant driver (bow machine gunner). Gialluca war bereits vor der Rheindorf DVD als Mitglied der Besatzung bekannt, Rheindorf fand noch drei weitere Namen und schloß mit diesen insgesamt vier Namen seine Crew-Liste ab:
- Tank commander: Kellner
- Gunner: Gialluca
- Loader: Speer
- Driver: Patrick
- Assistant driver (bow machine gunner): ?????
Der assistant driver des Sherman wird von Rheindorf in seiner Doku außen vor gelassen, nicht erwähnt. Was schreibt denn die Enkelin in ihrer Email dazu, auf welcher Position ihr Großvater saß ? Zitat aus einer ihrer Emails:
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" .... My grandfather was Oliver Griffin, the assistant driver. ..."
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Übersetzung:
"... Mein Großvater war Oliver Griffin, der assistant driver. ..."
Nach den Äußerungen der Enkelin ist Oliver Griffin also auch eindeutig Crewmitglied des abgeschossenen Sherman gewesen.
Im gleichen Artikel der After the Battle wird auch der Fotograf Fred Ramage zitiert, der die aktuelle Situation zum Zeitpunkt des Treffers und das Foto beschreibt:
"An American was blown into the air. You can see him falling back onto the tank. One man from the other American tank ran to help; another to get an ambulance."
Zitat aus dem Magazin After the Battle, Ausgabe 104, Seite 21
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Übersetzung:
"Ein Amerikaner wurde in die Luft geschleudert. Sie können ihn auf den Panzer fallen sehen. Ein Mann aus dem anderen amerikanischen Panzer läuft um zu helfen; ein anderer um eine Ambulanz zu holen."
Rheindorf verwendet die Textpassage über die Reaktion Griffins aus dem Bericht von Mike Levin in seiner Doku übrigens nicht. Er ist zwar zu sehen, aber phonetisch gibt er isoliert nur den Teil des Berichts wieder, in dem Levin davon spricht, Griffin hätte dem verletzten Kommandanten geholfen. Im Hintergrund werden dann die beiden laufenden Soldaten gezeigt. Damit wird geschickt suggeriert, einer der beiden laufenden Soldaten auf dem Bild müßte Griffin sein. Und da zuvor Rheindorf auch schon einmal betont hatte, John Gialluca sei der einzige Überlebende des getroffenen Sherman gewesen, muß der nicht sensibilisierte Betrachter der Filmdokumentation zusammen mit der angeblichen Schilderung der Tochter Griffins einfach zu dem Ergebnis kommen, das Foto sei ein Fake - was aber ja - wie wir nun wissen - nicht stimmen kann.
Oliver Griffin lag zum Zeitpunkt der Aufnahme des Fotos herausgeschleudert aus dem Sherman auf der für den Betrachter nicht sichtbaren Seite zur Hauswand hin, dorthin wo auch John Gialluca sich vom Panzer fallen ließ, den man ja auch nicht dort liegen sehen kann.
Mit Gialluca und Griffin gab es also zwei Überlebende der Sherman-Besatzung, drei weitere Crewmitglieder fanden den Tod.
Rheindorf setzt dann beschwingt durch seinen vermeintlichen ersten Rechercheerfolg noch einen drauf. Er schreibt die CIA an, um nun endlich höchstpersönlich die Vorgänge auf der Komödienstraße zu klären. Leider läßt die CIA laut Rheindorf die Fragen im Kern unbeantwortet (wobei das wieder einmal nicht näher erläutert wird und man einfach dran glauben muß, daß dran vorbei geredet worden ist - möglicherweise hat die CIA die Gedankengänge von Rheindorf ja einfach nur nicht nachvollziehen können). Und weil die CIA hier einfach nicht mit der Wahrheit rausrücken will, muß Rheindorf jetzt seinen Recherchestrang in der Doku doch tatsächlich auch noch einstellen. Das klingt für den Film alles schön mysteriös und wo jetzt sogar die CIA eingeschaltet (hereingezogen worden) ist, würde dies Rheindorfs Verschwörungstheorien auch weiterhin genügend Raum lassen - wenn schon die CIA nicht mit der Wahrheit rausrückt, muß das alles ja eine Verschwörung sein !
Jedenfalls klärt Rheindorf den Betrachter über die tatsächlichen Vorgänge in der Komödienstraße abschließend noch einmal auf. Zitat Rheindorf auf der DVD bei Laufzeit 01:51:35:
"Einen Abschuß hat es an dieser Stelle gegeben, aber war es wirklich genau hier ?"
Ein wunderschön sinnloser Satz. Wem sich der Sinn dieser Behauptung erschließen soll, bleibt fraglich. Ich sehe ihn jedenfalls nicht. Soll der Sherman woanders abgeschossen worden sein, es müßte aber schon zumindest diese Stelle gewesen sein ? Dann wurde er genau hier hin geschleppt, damit der Dom schön zu sehen ist und schließlich hat man den Kommandanten Keller mit seinem abgeschossenen Bein noch einmal auf dem Sherman drapiert (er lag ja eigentlich schon zu Behandlungszwecken im Bombenkrater) ...

Bildquelle: The U.S. Army 3rd Armored Division History Website ... und abgesehen von dem Foto, auf das sich Rheindorf hier ja so isoliert stürzt, wurden denn dann die bekannten Filmaufnahmen der Beschußszene (mit dem Ausstieg Kellners) an exakt der gleichen örtlichen Position wie auf dem Foto auch nachgedreht ? Hat man da etwa einem beinamputierten Schauspieler eine Rauchbombe ins Hosenbein gesteckt und ihn dann aus dem Panzer kriechen lassen ? Sorry, ich glaube hier geht doch die Phantasie mehr als erträglich mit dem Dokumentarfilmer durch ...
Meine Quintessenz:
Rheindorfs These ist sang und klanglos den Rhein hinunter weggeschwommen, vorbei an Oberkassel ins Meer der nicht bewiesenen Theorien. Die Umstände, Tatsachen und vernünftige Überlegungen sprechen wieder einmal gegen eine seiner Thesen. In diesem Fall die These, daß das Foto in der Komödienstrasse eine Fälschung ist.
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Fazit
Hermann Rheindorf ist mit seiner Dokumentation mit dem Anspruch angetreten, die "bittere Wahrheit" über das Panzerduell zu verkünden. Meine Nachforschungen und Gedanken zu seinen Thesen haben aber ergeben, daß es eher Rheindorfs persönliche Wahrheit ist, jedoch nicht eine objektiv nachweisbare Wahrheit.
Das Rezept zur Erzielung dieser persönlichen Wahrheit:
Man nehme eine handvoll Experten. Einer davon versagt zwar - wie wir jetzt wissen - schon bei der Kabeltheorie, die anderen bestätigen aber immerhin, daß gewisse Abläufe durchaus denkbar wären aber nicht, daß sie tatsächlich so waren. Beim Experten des Imperial War Museums hat man die ganze Doku lang das Gefühl, daß ihn die Thesen Rheindorfs eher amüsieren als daß er diese richtig ernst nimmt.
Dazu nehme man weiterhin eine handvoll Zeitzeugen. Leider leben ja die meisten nicht mehr, aber bei den Zeitzeugen für Rheindorfs Theorien dürfen dann immerhin Familienmitglieder oder Freunde ran und müssen für die Überlieferung der Erzählungen sorgen. Ein überlebender Zeitzeuge lügt leider, wie Rheindorf aber immerhin selber herausfindet und sicher hofft, daß dies seine anderen Feststellungen dann umso glaubhafter macht.
Weiterhin läßt man verschiedene Zeitzeugen vor laufender Kamera Lob über den Dokumentarfilmer ausschütten, daß ohne diese Recherche ja nie soviel über damalige Vorgänge oder das Schicksal einer Einheit oder naher Familienangehöriger herausgefunden worden wäre.
Dann werfe man noch diverse bedeutungsschwangere Anspielungen oder nicht belegte Feststellungen in den Raum, stelle einzelne Sätze aus Beweisdokumenten so zusammen, daß sie die Theorie stützen (Millers Brief), und erzähle dies mit einer an den entscheidenden Stellen depressiv düsteren Kommentarstimme, die einen ohne Probleme sogar von einem unmittelbar bevorstehenden Ende der Welt überzeugen könnte. Schließlich werte man das Ganze noch durch die Einbindung einer weltbekannten Institution auf, in diesem Fall die CIA, daß dies am Ende natürlich ergebnislos verläuft, ist ja unerheblich.
Nein, solange Rheindorf nicht echte Beweismittel vorlegen kann - was nach meinen Darstellungen auf den vergangenen 8 Seiten sicher nicht zu erwarten ist -, wird man seine Theorie mit der gleichen Bedeutung in die selbe Schublade legen können, wie die Theorie der gefaketen ersten Mondlandung und die angebliche Landung von Außerirdischen im amerikanischen Rosswell im Juli 1947.
Ich werde auch weiterhin nach Bildern oder anderen Hinweisen suchen und diese Seiten bei neuen Beweisen entsprechend aktualisieren bzw. erweitern.
Ein PS
Von Dan Fong, einem Experten in Sachen Panzer, erhalte ich noch einen kleinen Hinweis auf einige Filmszenen in der Dokumentation Rheindorfs.

Quelle: DVD "Köln 1945 Nahaufnahmen" von Hermann Rheindorf
Entsprechend der Filmkommentierung zeigen mehrere im Rahmen einer chronologischen Darstellung des 5. und 6. März 1945 gezeigte Filmszenen (auch Bildausschnitt oben) die 104. Infantry Division, auch
"Timberwolves oder Timberwolf Division" genannt, am Stadtrand von Köln kurz vor dem Abmarsch Richtung Kölner Stadtgebiete rund um Vogelsanger Straße / Dürener Straße.
Dan Fong schreibt mir dazu:
"This tanks are Cromwell tanks. They would be no where near Cologne.
The Cromwell tank was never used by any American unit and with the 9th US Army between the 1st US Army and the British 21st Army Group, there is no chance of a British unit being any where near Cologne.
The unit using those Cromwell tanks are Czechoslovakian. The 1st Czechoslovakian Armored Brigade was part of the British 21st Army Group and was used to lay siege to Dunkirk, France. They did that from1944 to the end of the war. The czechoslovakian infantrymen are dressed in British uniforms and the small arms are all British. So those tanks in the documentary are no where near Cologne."
Übersetzung:
"Diese Panzer sind Cromwell Panzer. Diese wären niemals in der Nähe von Köln gewesen. Der Cromwell Panzer wurde nie von amerikanischen Einheiten verwendet und mit der 9th US Army zwischen der 1st US Army und der britischen 21st Army Group ist es ausgeschlossen, daß eine britische Einheit irgendwo in der Nähe von Köln war.
Die Einheit, die diese Panzer nutzten sind Tschechen. Die 1st Czechoslovakian Armored Brigade war Teil der British 21st Army Group und belagerte Dünkirchen in Frankreich. Sie waren Bestandteil von 1944 bis zum Ende des Krieges. Die tschechischen Infanteriesoldaten tragen britische Uniformen und die zu sehenen kleineren Waffen sind auch britisch. Somit waren diese in der Dokumentation gezeigten Panzer niemals in der Nähe von Köln.
Die von Rheindorf verwendeten angeblichen Kölner Filmaufnahmen können danach also gar nicht in Köln erstellt worden sein.
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