panzerduell.de

 
 

  <<   1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15   >>     Register

Special 2 - Gab es das Panzerduell gar nicht ? Update 2014 (4)

Alle nachfolgenden Originalbilder - soweit nicht ausdrücklich anders dargestellt - stammen als Public Domain aus dem Archiv NARA, BPR (Air Forces Group) und wurden über diverse Quellen im Internet bezogen, Standbilder aus dem Originalfilm von Bates und Rosenmann stammen auch aus der Fassung des Originalfilms auf der DVD "1945 - Kriegsende in Köln" von Hermann Rheindorf.

 

D) Mysteriöser Fototermin

Die Verwendung des Wortes "mysteriös" in Zusammenhang mit bestimmten Ereignissen ist natürlich immer ein willkommener Auslöser für Verschwörungstheorien. Wenn schon etwas "mysteriös" ist, kann schon was nicht stimmen bzw. mit rechten Dingen zugegangen sein.
Der bis dahin unbeteiligte Betrachter ist jedenfalls aufgeschreckt, wenn ein bestimmtes Geschehen "mysteriös" sein soll und wird dann eher dazu neigen, das Geschehene in Frage zu stellen.

Am Morgen des 7. März 1945 findet am ausgebrannten Panther vor dem Dom ein Foto- und Filmtermin statt. In einem von Rheindorf 2007 geführten Interview erzählt Clarence Smoyer auf der DVD, daß er sich gewundert habe, daß er von dem Termin nicht gewußt habe.
Rheindorf formuliert ergänzend in seinem Buch, Smoyer selbst finde es bis heute "mysteriös", warum er nicht zu dem Treffen gebeten wurde und schlösse nicht aus, bewuß ferngehalten worden zu sein. Smoyer war nach eigener Schilderung stattdessen ans Rheinufer gegangen, saß dort auf einer Bank und wurde dort von einem Soldaten gezeichnet, der angeblich dazu den Auftrag gehabt hatte.

Ob Smoyer dies genau so formuliert hat, also auch das englische Wort für "mysteriös" verwendet hat oder ggf. durch bei Journalisten beliebten geschickten Interview-Fragestellung ("Fanden Sie das nicht mysteriös ? Glauben Sie, daß man Sie vielleicht extra nicht eingeladen hat ?") zu einer Bestätigung geführt wurde oder ob Rheindorf das Wort einfach nur selber gewählt hat, bleibt offen.

Fakt ist, daß Rheindorf aus der Erzählung Smoyers den Schluß zieht, dieser betrachte das Geschehene als "mysteriös".

Fakt ist aber auch, daß Smoyer in anderen Interviews nichts geschildert hat, was man als "mysteriös" bezeichnen könnte und seine Abwesenheit am abgeschossenen Panther auch anders beurteilt hatte.

War Smoyer überhaupt daran interessiert, sich den Panther genauer anzuschauen ?

"I didn't go back and look in there afterward, because I knew some of them died in there and I spend a lot of time wondering if any of them survived"
Quelle: Interview youtube video Interview in der TV Show Suicide Missions im History Channel aus dem Jahr 2000

Übersetzung:
"Ich ging hinterher nicht zurück und schaute herein, weil ich wußte, daß einige von ihnen darin starben und ich verbrachte viel Zeit damit nachzudenken, ob einige von ihnen wohl überlebten."

Und in einem Interview aus den Jahren 2009/2010 berichtete Smoyer:

"Later that afternoon in Cologne, or the next morning, I did see the burned out Panther close up, as we stopped the M26 nearby. Some of the crew got out for a real close view, but I didn't."

The battle was over at least in the downtown area by the next day. We had stayed in that area overnight and slept in the tank. The next day Bates and the other still photographers had a photo shoot in front of the cathedral and used the burned-out Panther as a prop. But SSgt. Early and I weren't there. I'm not sure where were but we missed that photo shoot and so the assistant driver and assistant gunner (Davis and Deriggi) were the ones who were in those photographs."

Quelle: 3ad.com

Übersetzung:
"Später an diesem Nachmittag in Köln, oder am nächsten Morgen, sah ich den ausgebrannten Panther näher, als wir mit dem M26 in der Nähe hielten. Ein paar von der Crew gingen raus, um eine ganz nahen Blick zu erhalten, aber ich tat es nicht.

Die Kämpfe waren zumindest im Zentrum am nächsten Tag vorbei. Wir hatten die Nacht in dem Gebiet verbracht und im Panzer geschlafen. Am nächsten Tag hatten Bates und die anderen Fotografen einen Fototermin vor dem Dom and nutzten den ausgebrannten Panther als Requisite. Aber SSgt. Early und ich waren nicht dort. Ich bin nicht sicher wo wir waren aber wir verpaßten das Foto Shooting und so waren der Assistant Driver und der Assistant Gunner (Davis und Deriggi) diejenigen, die auf den Fotos waren. "

Beide Äußerungen Smoyers vermitteln nicht den Eindruck, als ob hier beim Thema seine Anwesenheit am Panther Merkwürdigkeiten eine Rolle gespielt hätten. Die erste Äußerung vermittelt sogar den Eindruck, als ob es ihm auch gar nicht wichtig gewesen sei, näher an den Panther heran zu kommen. Sollte Smoyer im zeitlich 2 bis 3 Jahre früheren Interview mit Rheindorf tatsächlich Merkwürdiges über seine Abwesenheit berichtet haben, so sind diese angeblichen Merkwürdigkeiten jedenfalls im entsprechend späteren Interview der 3AD-Webseite kein Thema mehr. Das hätte man aber erwarten können, wenn ihn das tatsächlich so beschäftigt hätte, wie Rheindorf es in seinem Buch formuliert.

Tatsächlich war der damals erst 19jährige Smoyer wohl sehr sensibel und wie auch viele andere Soldaten vom Krieg sehr betroffen. In Smoyers Interviews wir immer deutlich, wie sehr es ihn getroffen habe, wenn er auf Menschen geschossen hatte, mochten es auch seine Feinde sein. Immer wieder kommt zum Ausdruck, daß ihn die Geschehnisse vielfach sein ganzes Leben verfolgt haben, sei es der Abschuss von Gustav Schäfers Panzer IV in der Christophstraße, der Beschuss des Wagens von Katharina Esser oder der Beschuss des Panthers am Dom.

Und in dem Interview für den History Channel wird das auch noch nach über 50 Jahren seit den Geschehnissen ganz besonders deutlich. Hier sagt Smoyer sichtlich bewegt zu seinem Abschuss des Panthers:

"It still hurts, even though they were the enemy they are still humans"
Quelle: Interview youtube video Interview in der TV Show Suicide Missions im History Channel aus dem Jahr 2000

Übersetzung:
"Es tut immer noch weh, obwohl sie Feinde waren, sind sie doch auch Menschen"

Zudem waren es häufig gerade die Schützen in den Panzern, die das Ergebnis ihres Beschusses gar nicht sehen wollten, den es führte ihnen eindringlich vor Augen, wie es ihnen selber einmal ergehen könnte, sollten sie in das Visier eines gegnerischen Panzers geraten. Da war dies gerade für Smoyer vermutlich ein wichtige Hilfe, einen ausreichenden Abstand zu gewinnen, wenn er das Ergebnis seines Beschusses nicht aus der Nähe betrachten mußte.
Vielleicht wußten die für den Fototermin Verantwortlichen ja auch von dieser Sensibilität und verzichteten aus diesem Grunde darauf, den Schützen Smoyer zum Fototermin dazu zu holen. Vielleicht ahnte man auch, daß es Smoyer nicht gutheißen würde, wenn man aus "seinen" Treffern und dem dadurch verursachten Tod von Menschen nun noch eine Propaganda Geschichte machen würde, ihn dafür auch noch groß herausstellen würde.

Gibt es weitere Überlegungen zu den Hintergründen dieses Fototermins ?

Natürlich, der Kölner Dom und ein abgeschossener deutscher Panzer. Was gibt es tolleres als ein solches Filmfinale des amerikanischen Einmarsches in Köln ?

Halten wir auch fest. Eine Dokumentation der personellen Zusammensetzung der siegreichen Pershing Crew hat bereits zuvor stattgefunden. Es gibt eine Filmsequenz, die die Crew auf Ihrem Pershing zeigt. Entweder noch am Abend des 6. März oder auch am Morgen des 7. März aufgenommen. Davon gibt es auch ein Standfoto, hier unten versehen mit den Namen der Soldaten. Mit dieser Filmsequenz sind die Soldaten jedenfalls eindeutig identifiziert und der Öffentlichkeit vorgestellt

Das aus der Filmsequenz entnommene Standfoto der Pershing Crew. Alle 5 Crewmitglieder sind zu sehen.

Vielleicht hatte Smoyer ja auch schon bei diesen Aufnahmen dem Kameramann sein Unbehagen über die persönliche Herausstellung geäußert und damit signalisiert, nicht noch einmal an Fototerminen interessiert zu sein (weshalb er dann über den neuen Termin auch gar nicht erst informiert wurde).

Jedenfalls war ein solches Foto der ganzen Besatzung am Morgen des 7. März 1945 gar nicht mehr erforderlich.
Es ging daher bei dem neuen Termin vermutlich um etwas ganz anderes und dafür war die Anwesenheit der ganzen Crew des Pershing offensichtlich auch garnicht erforderlich.

Geplant war vermutlich von vornherein ein symbolisches Foto bzw. einer Filmsequenz aus Anlaß der erfolgten Vernichtung des Panther Panzers. Und das vor dem berühmten Kölner Dom. Und so wie sich Großwildjäger gerne mit ihrer Beute fotografieren lassen, wollte man für die Welt den erlegten Panther vor dem Dom mit seinen erfolgreichen Jägern ablichten lassen. Verbunden mit den Gratulationen eines Offiziers zum erfolgten Abschuss.

Und so eine Szene gibt es tatsächlich auch.

Sie ist in der Wochenschau "Allies drive across Rhine to Victory" enthalten ist. Schön sauber eingefügt nach den Filmszenen von Jim Bates vom Abschuss des Panthers am Vortag

Das ist mal eine echte gestellte Szene ! Zwei Soldaten schütteln sich auf dem Panther stehend die Hand und man kann auch schön sehen, wie sie damit noch warten, bis der Kameramann das Signal gibt. Da stehen oben ein Offizier und offensichtlich ein Mitglied der Besatzung des Pershing. Neben dem Panther stehen noch zwei Soldaten, die gebannt in die Kamera schauen.

Eine Szene, die es so im wahren Leben natürlich nie gegeben hätte - wer klettert zum Gratulieren schon auf einen Panzer. Aber doch ein sehr symbolstarkes Bild.

An diesem Morgen sind rund um den Panther noch weitere Fotos entstanden, die aber fast alle nur recht allgemeiner Art sind und eher situationsbedingte Schnappschüsse sind. Man sieht z.T. viele Soldaten um den Panther herum stehen, die sich unterhalten oder sonst den Panther betrachten, auch Homer Davis und John Deriggi stehen dabei. Es scheint mehr ein allgemeines Palaver zu sein, welches da stattfindet. Nur wenige Fotos findet man, die wie ein gestelltes Shooting aussehen, etwa die Aufnahme der beiden Pershing Besatzungsmitglieder:

Fotos: Jim Bates. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von photos.ppld.org, Special Collections, Pikes Peak Library District, 161-3311 und 161-3314.
Links: Asst. Driver Homer Davis und Asst. Gunner John Deriggi vor dem abgeschossenen Panther. Rechts: Davis und Deriggi mit einem weiteren Soldaten auf dem Panther.

Quintessenz:

Damit wird endgültig klar. Hier müssen keine Mysterien für diesen Fototermin am Morgen des 7. März und Smoyers Abwesenheit herangezogen werden.
Für den Termin reichte aus, daß jemand von der Besatzung des Pershing die Hand schütteln konnte (und niemandem würde es wohl auch auffallen, wenn andere Soldaten diese Aufgabe übernommen hätten). Das war die für den Abschluß der Filmsequenzen vom Abschuß des Panthers gewünschte abschließende Siegerposen-Finale.
Smoyers Anwesenheit war gar nicht unbedingt notwendig und so hat man vermutlich auch schon deswegen darauf verzichtet, ihn ausdrücklich zum Termin dazu zu holen.

Vielleicht wollte man auch nur seine sensible Natur respektieren. Möglicherweise war diese damals der Crew oder anderen Verantwortlichen bewußt und man wollte es ihm einfach ersparen, die Opfer des Panzerabschusses auf diese geplante Weise nach Art Großwildjäger mit Beute auch noch zu auf diese Weise indirekt zu erniedrigen.

Oder ganz simpel: Smoyer war einfach nur gerade nicht in der Nähe, als man den Fototermin organisierte. Er saß ja offensichtlich zu dieser Zeit am Rheinufer.

Und wer auch immer den Zeichner beauftragt hatte (wenn es überhaupt einen Auftrag gab). Vielleicht sollte es auch einfach nur ein Dankeschön für seinen Einsatz sein.

Eine Geschichte, die man tatsächlich als "mysteriös" bezeichnen könnte, sehe ich hier jedenfalls nicht.

 
E) Experten ?

Wenn man die DVDen und das Buch kennt, weiß man, daß Rheindorf für manche Themen gerne einen angeblichen Experten heranzieht, der etwas beurteilen soll und was dann von Rheindorf unkommentiert übernommen wird. Bei Fragen zur Echtheit von Foto- und Filmaufnahmen wird gerne Roger Smither, der Leiter der Filmabteilung des Imperial War Museum in London, herangezogen.

Dieser fand ja schon das berühmte Bild von Fred Ramage vom abgeschossenen Sherman auf der Komödienstraße als fast zu gut um echt zu sein. Daß an dem Bild nichts ist, was fototechnisch außergewöhnlich wäre, hatte ich ja in meinen Erläuterungen zur DVD von 2008 bereits dargelegt.

In Rheindorfs Buch, aao., wird nun eine Aussage von Smither betreffend die Panther-Aufnahmen von Bates und Rosenmann sowie das Foto von Himes aus dem Haus der ehemaligen Arbeitsfront An den Dominikanern zitiert. Rheindorf übersetzt eine seiner Aussagen auf Seite 317 wie folgt:

"Für mich bleibt es verdächtig, dass es so viele Fotografen und Kameramännern überhaupt gelingen konnte, dieselbe Szene abzubilden, wie hier sogar aus demselben Haus.
...
Ist es vielleicht ein wenig zu viel des Glücks, dass der dramatische Moment, in dem die deutsche Crew aus dem brennenden Panzer flüchtet, ausgerechnet mit dem Moment zusammenfällt, in dem der Kameramann auf Teleobjektiv umgeschaltet hatte ?"

Nun, man muß sich hier doch schon fragen, ob Smither überhaupt weiß, wovon er spricht. Hier habe ich ernsthafte Bedenken, daß er überhaupt als Experte bezeichnet werden kann.
Nochmal zum Umfeld der Panther Filmszenen:

Am Nachmittag des 6. März 1945 wird, wie wir wissen, in der Komödienstraße der Sherman vom Panther abgeschossen. Die Amerikaner wissen, daß am Dom ein Panther lauert. Die amerikanischen Truppen werden von diversen Korrespondenten, Fotografen und Filmkameraleuten begleitet. Es wird der Plan beschlossen, daß ein Pershing den Panther ausschalten soll. Pershing Kommandant Early geht mit Kameramann Bates in das Gebäude, von dem aus sie den Panther sehen können. Sie besprechen, daß Bates alles filmt und Early geht zum Pershing zurück und bereitet das Husarenstück vor. Dieses ganze "Vorspiel" dürfte sich über einen nicht unerheblichen Zeitraum hingezogen haben. Bates hatte somit reichlich Zeit, die Filmaufnahmen gedanklich und technisch vorzubereiten, als er im Gebäude verblieb und auf das Vorfahren und den Angriff des Pershing zu warten.

Und dann sagt der "Experte" Smither zweifelnd, es sei vielleicht ein wenig zu viel des Glücks, daß Bates nach dem Treffer des Panthers auf Teleobjektiv umgeschaltet hatte !?!?

Ich fürchte Herr Smither hat hier nicht genau nachgedacht oder kannte einfach die Umstände nicht (was bei einem Experten-Interview schon ziemlich peinlich ist).
Das war eben kein Zufall, daß Bates den abgeschossenen Panther filmte. Es war eine Filmszene, für die Bates reichlich Zeit hatte, sie vorzubereiten. Bates hatte sicherlich schon lange vor Filmbeginn sein Teleobjektiv vorgeschraubt.
Warum ?

Ganz einfach.
Der Panther hatte von seiner Position freie Sicht auf die Fassade und damit auch das Zimmerfenster, hinter dem Bates sich befand und darauf wartete, zu filmen. Bates stand also mit absoluter Sicherheit nicht direkt am Fenster, wo er vom Panther gesehen werden konnte sondern weiter hinten im Zimmer, wo er vom Panther nicht erkannt werden konnte. Aus dieser Position hinten im Zimmer hätte Bates mit einem montierten Normalobjektiv, 50mm, vermutlich etwa diese Ansicht auf den Panther gehabt

Viel Zimmer und Fensterrahmen. Nicht nur Bates damals im Zimmer sondern jedem Betrachter dieses Fotos wird schnell klar sein, daß dies keine reizvolle Aufnahme des folgenden Panzergefechts ergeben würde, wenn mehr vom Zimmer und Fenster zu sehen wäre als vom Panther - abgesehen davon, daß der Panther und fliehende Besatzung auch nur ganz klein weit im Hintergrund zu sehen gewesen wären. Und schließlich wäre auch die richtige Belichtung der Aufnahme ein Problem gewesen, da die Kontraste sehr stark waren (hell draussen im Freien, dunkler drinnen im Zimmer).

Es gab eine einfache Lösung. Ohne in dieser gefährlichen Situation näher nach vorne ans Fenster gehen zu müssen, konnte man mit einem einfachen Mittel mehr vom Panther und seiner Umgebung auf das Bild bekommen

Mit einem Teleobjektiv !
Und daher können wir die Szenen der flüchtenden Besatzung auch so sehen, wie wir sie kennen. Das Teleobjektiv kriecht sozusagen durch die Fensterrahmen hindurch. Bates mußte seine gesicherte Position im Zimmer nicht verlassen.
Und einem Experten in Sachen Film mußte damals klar sein, daß eine gute Filmaufnahme aus dem hinteren Teil eines Zimmers durch das Fenster hindurch in dieser Situation nur mit Hilfe eines Teleobjektives möglich war. Dies war die in dieser Situation einzig realistisch umsetzbare Lösung.

Und da Bates ein absoluter Experte war, hatte er das Teleobjektiv längst montiert, als das Gefecht dann tatsächlich begann.

Und da ist es schon kurios, daß ein angeblicher Filmexperte wie der Herr vom Imperial War Museum es tatsächlich merkwürdig findet, daß Bates damals für diese Aufnahme sein Teleobjektiv verwendet hat ...

Und natürlich ist es im Gegensatz zur Meinung von Herrn Smither auch keine Überraschung, daß bei so vielen Kameraleuten am Ort des Geschehens 3 Kameraleute im Haus sind. Bates schon beim Abschuß des Panthers, Rosenmanns Filmaufnahmen und Himes Foto entstehen später nach dem Abschuß des Panthers, als dieser vermutlich schon eine ganze Zeit gebrannt hatte. Diese beiden sind also wohl erst in das Gebäude gegangen, als die eigentliche Aktion schon vorbei war (Rosenmann hatte ja den in der Kreuzung schießenden Pershing aus dem hinteren Teil der Straße An den Dominikanern gefilmt und kann damit ganz sicher erst danach ins Haus gegangen sein.

Lieber Herr Smither, das war wohl nichts... Was für ein Experte, Herr Rheindorf !

 
F) Bildbeschreibung: mangelhaft

Eine kleine Pointe zum Schluß. Im Rahmen der Bemühungen Rheindorfs, möglichst viele Filmszenen als nachgedreht zu entlarven, fällt ihm auch eine Szene auf, in der ein Sherman Panzer mit einem Extraschlenker etwas umfährt und ein US-Soldat anschließend darüber seine Freude äußert (was natürlich an einem Kriegstag in Köln aus Sicht von Rheindorf wieder nur absolut seltsam sein kann). Folgende Szene ist gemeint:

Der Sherman nimmt Anlauf ...

Rheindorfs Filmkommentar dazu:

" ... Ein Sherman Panzer nimmt in einer Kurve eine Abkürzung, rammt eine Straßenlaterne und bleibt stehen."

Nun, auch wenn es letztlich nicht weltbewegend ist. Aber eine Straßenlaterne ist es nicht, die da umgefahren wird. Es ist ein Baum, den der Sherman umfährt...


... wie am Stamm (linkes Bild links unten) und den Ästen (rechtes Bild links unten) eigentlich gut zu erkennen ist ...

... und offensichtlich nicht der erste Baum:

Auf der Front des Shermans liegt fest geklemmt noch ein Ast von einem zuvor schon umgefahrenen Baum. Der Fahrer des Sherman wollte dem filmenden Kameramann offensichtlich imponieren und einen weiteren Soldaten gefiel das so gut, daß er darüber herzlich amüsiert war.
Eigentlich wieder etwas für die Kategorie "Soldaten sind eben nicht 24 Stunden am Tag ängstlich und lachen auch im Krieg schon mal ..."

Quintessenz

Die beiden Filmdokumentationen, einmal die upgedatete Köln 1945 Nahaufnahmen 2015-Version sowie die neu erstellte "Die tatsächlichen Bilder des Panzerduells am Dom"-Doku sowie die Inhalte des Buches enthalten keine sensationellen Neuigkeiten. Insbesondere die upgedatete DVD-Version der Nahaufnahmen erscheint mir lediglich als eine Reaktion auf die Kritiken und Beweiswiderlegungen zur Version von 2008, welche u.a. durch meine Webseite und das Forum der Webseite www.panzer-archiv.de geäußert bzw. dargelegt worden sind.
Insofern finde ich es erfreulich, daß hierdurch zumindest einige der alten Theorien aus der 2008er Version der DVD zu den Akten gelegt werden können.

Köln im Krieg
Fotoalbum

 
  © panzerduell.de 2017   -   optimiert für MSIE und 800x600px   -   zuletzt geändert: -