panzerduell.de
 
 
 

Das Panzerduell Bild für Bild
 
Alle nachfolgenden Bilder aus dem Originalfilm von Bates und Rosenmann stammen im wesentlichen aus der Fassung des Originalfilms auf der DVD "1945 - Kriegsende in Köln" von Hermann Rheindorf.
 

 
 
  Einleitung

Die vollständig etwa 1 Minute langen Filmaufnahmen des Kameramannes Bates zeigen den Beschuß des Panther, flüchtende Besatzungsmitglieder und das Brennen des Panther. Insbesondere die Flucht der Besatzung erstreckt sich allerdings nur über einen relativ kurzen Zeitraum von 17 Sekunden. Und nicht zuletzt auch wegen der unruhigen Kameraführung fällt es sehr schwer, die genauen Abläufe in diesen wenigen Sekunden zu erkennen und zu begreifen. Je nachdem, aus welcher der vielen Quellen man sich die Filmsequenz des Panzerduells besorgt, kann es auch zu Irritationen kommen. Dort sind nämlich mitunter einzelne Szenen auch doppelt vorhanden.
Man kann sich den Filmstreifen also noch so häufig ansehen, aber es geht wirklich alles zu schnell, um Ordnung in das Chaos zu bringen. Erst eine Bild für Bild-Betrachtung jeden Bildes der Filmsequenz ermöglicht einen genaueren Einblick in die Abläufe. Denn inmitten der vielen verwackelten Bildsequenzen finden sich immer wieder einzelne Bilder, die deutlich genug sind, um den momentanen Stand des Geschehens festzustellen. Im folgenden habe ich alle relevanten Geschehnisse in insgesamt 37 entsprechenden Einzelbildern plus einigen Detailbildern dargestellt. Die Bilder sind überwiegend kleinere Ausschnitte aus den Original-Filmbildern, um Details besser sichtbar zu machen.

Video popup:
Youtube Video, die gesamte gut einminütige Panther-Filmsequenz im Original

Zudem habe ich 5 wesentliche Sequenzen des Films von Bates digital bearbeitet und zeige diese in Nahaufnahme und Zeitlupe ohne die z.T. enormen Verwacklungen des Originals. Die nur wenige Sekunden langen Flash-Videos in der Wiederholungsschleife sind an den entsprechenden Stellen auf dieser Seite aufrufbar. Zudem habe ich auf Youtube ein Video eingestellt, in dem die 5 bearbeiteten Szenen in den Originalfilm eingebaut sind, jeweils nach der entsprechenden Originalszene mit einem "R" gekennzeichnet. Dieses Video hier.


Bild zeigt einen vom Kameramann Rosenmann
gefilmten Abschuß des Pershing

Die Filmsequenz von Bates startet, nachdem der Panther ca. 1 bis 2 Sekunden zuvor vom Pershing mit einer ersten Granate beschossen worden ist. Der Panther wurde an der Seite getroffen. Das Ausbooten der Besatzung beginnt ...

Nachfolgend die Bilder jeweils zugeordnet der entsprechenden Sekunde der Filmsequenz.

 

Sekunde 1                                                             
 

 


Bild 1:
Die ersten Filmszenen zeigen Soldat 1, wie er aus der Turmluke herauskommt. Das Einschussloch der Granate ist links unterhalb des Turmes erkennbar)
   

Die Turmluke in der Kommandantenkuppel

Grafik aus zwei Skizzen von F. Gruber, aus "Panzer V Panther" von Spielberger/Doyle,
Stuttgart 2010, mit freundl. Genehmigung des Motorbuch Verlags


Quelle: Deutsches Bundesarchiv (German Federal Archive), Bild 101I-478-2166-27 via Wikimedia
Blick in die Turmluke in der Kommandantenkuppel

 


Detailbild:
Mit Hilfe der Zoomfunktion einer Videobearbeitungssoftware gelingt es mir, die Original-Pal-Bilder der Videosequenz rund um das obige Bild 1 (hier Bild rechts unten) zu vergrößern. Links oben, der im Turm erscheinende Soldat 1 schaut zunächst die Marzellenstraße hinunter zum Pershing, der seinen Panther getroffen hat. Rechts oben, er dreht er seinen Kopf Richtung Komödienstraße. Vor seinem Kopf erscheint ein länglicher Gegenstand. Dieser längliche Gegenstand erscheint in den unteren Bildern am Rand der Turmkuppel und ragt im Bild rechts unten schräg nach oben. Der Soldat hält den Kopf nun ganz Richtung Komödienstraße, man kann den Haaransatz und die Stirn besonders gut erkennen.
Es sieht alles so aus, als ob er beim Ausstieg einen Gegenstand in der Hand hält.

Die folgende Animation von 2 Filmeinzelbildern zeigt diesen Gegenstand deutlicher:

Animation:
Der Gegenstand am vorderen Rand der Kuppel.

Dieser Gegenstand könnte eine Waffe sein, also insbesondere ein Gewehr oder MG. Der Form nach scheint es aber auch nicht unwahrscheinlich, daß es sich bei diesem Gegenstand um einen Sehstab handeln könnte - also sozusagen ein Periskop für den Panzerkommandanten. Durch einen derartigen Sehstab kann der Kommandant die Umgebung sehr viel besser beobachten als durch die üblichen Winkelspiegel. Insbesondere kann er mehr Details erkennen. In der konkreten Situation des erwarteten Feindangriffs aus ggf. mehreren Richtungen wäre ein solcher Sehstab auf jeden Fall besser gewesen als die eingebaute Winkelspiegel-Optik.

 

Sekunde 3                                                             
 

 


Bild 2:
Soldat 1 müßte der Kommandant des Panther sein, da die anderen Soldaten nicht an ihm vorbei kommen, solange sein Platz im Turm von ihm besetzt wird.

 

 
Bild 3:
Der Kommandant scheint schon wieder etwas zurück in den Panther zu sacken.

Während er im Turm steht, sieht es so aus, als ob der Kommandant vor sich mit irgendwelchen Gegenständen hantiert. Möglicherweise sind dies Gegenstände, die er im Turm sitzend auf seinem Schoß liegen hatte und jetzt schnell nach aussen hin aus dem Weg räumen muß, also ohne sie einfach im Inneren des Turms auf die verbleibende Besatzung herunter fallen zu lassen. Man kann auch erahnen, daß er den weiter oben bereits erwähnten Gegenstand, also Waffe oder Periskop nach hinten vom Panzer weg schleudert. Linkes Bild, der Kommandant schaut zu Beginn zunächst aus dem Turm heraus, Stirn und Haaransatz sichtbar. Mittleres Bild, er hält Gegenstände vor sich, zunächst nur als dunkler unscharfer Fleck erkennbar. Rechtes Bild, auch noch ein dunkler Gegenstand vor ihm.

 

Video-Popup:
In Nahaufnahme und Zeitlupe diese Filmsequenz im Loop

 


Unruhige Kameraführung, kurze Unterbrechung des Sichtkontaktes.

 

Sekunde 4                                                             
 

 


Bild 4:
Auf insgesamt drei Einzelbildern ist ein fallendes Objekt zu sehen. Hierbei handelt es sich offensichtlich um den aus dem Turm gesprungenen Kommandanten. Hier eines der beiden unscharfen Film-Einzelbilder

 

 
Bild 5:
Hier das einzig schärfere Einzelbild, in dem der Kommandant bzw. seine Beine zu sehen sind. Er fällt also kopfüber herunter.

 

Bei genauer Betrachtung der Filmbilder in Sekunde 4 fiel mir anhand mehrerer Merkmale auf, daß es hier offensichtlich einen unsichtbaren Filmschnitt gibt und aus der Originalfilmsequenz an dieser Stelle vermutlich ca. 2 oder 3 Sekunden Geschehen herausgeschnitten sind. Die um diesen Schnitt herum liegenden Filmeinzelbilder lassen den Schluß zu, daß Bates sich an dieser Stelle positionstechnisch näher an das Fenster heran bewegt hat. Vermutlich waren die Aufnahmen dann so übermäßig verwackelt, daß er sie für den offiziellen Film entfernt hat. Auch denkbar ist, daß Bates das Filmen für diese kurze Zeit unterbrochen hat. Der Schnitt befindet sich genau zwischen dem letzten sichtbaren Bild des Kommandanten in der Kuppel (Bild 3 oben) und den Bildern des herunter stürzenden Kommandanten (Bilder 4 und 5).

Eine genauere Darstellung der Merkmale, an denen ich die Existenz eines Filmschnitts festmache, findet sich auf dieser Seite

Auch wenn hier also zwei oder drei Sekunden reellen Geschehens fehlen, benenne ich die jeweilige Sekunde in der Folge weiterhin nach der Laufzeit des vorhandenen Filmmaterials.

 

Video-Popup:
Die Sequenz mit dem unsichtbaren Schnitt im Loop. Schnitt befindet sich bei Bildern 13/14.

 

Sekunde 5                                                             
 

 


Bild 6:
Der Kommandant ist bei seinem Sturz aus der Turmluke herunter auf das Vordeck gefallen und richtet sich wieder auf.

 

 
Bild 7:
Der Kommandant richtet sich weiter auf.

 

Lange Zeit bin ich mir nicht sicher, ob der hier sichtbare Soldat der vom Turm gestürzte Kommandant ist oder ein weiterer aus dem Panther fliehende Soldat. Die Filmaufnahmen sind genau an dieser Stelle so unruhig und verwackelt, daß eine klare Aussage schwer fällt. Erst nach einigen umfangreichen Videoanalysen und dem Studium der Körper-Bewegungsabläufe bin ich mir nun recht sicher, daß es sich bei diesem Soldaten auf dem Vordeck um den Kommandanten handelt. Die analysierten Bewegungsabläufe dieser Person auf dem Vordeck entsprechen nämlich nicht einer Person, die aus einer Luke des Vordecks klettert sondern einer Person, deren Beine nach einem Sturz von oben bereits auf dem Vordeck liegen und die sich nun aufrichtet und sitzend zur Seite rutscht. Die Analyse:

Video-Popup:
In Nahaufnahme und Zeitlupe diese Fallsequenz im Loop

Weitere Hinweise: der Soldat trägt - wie die "Kopfgröße" zeigt - offensichtlich einen Helm, der Kommandant hatte sich im Turm einen Helm angezogen. Der Soldat trägt eine Jacke mit Kapuze (spätere Bilder von ihm aus Sekunde 6 zeigen dies), wie der Kommandant sie zuvor im Turm ebenfalls trug.
Und schließlich ...

... die Funker-Luke ist geschlossen, als der Kommandant zu Beginn der Filmszenen aus dem Turm schaut, Bild links oben, weißer Pfeil. Als der betreffende Soldat auf dem Vordeck liegt, geht die Funker-Luke gerade erst auf, Bild rechts oben, weißer Pfeil, er kann also jedenfalls nicht alternativ nur ein Soldat sein, der gerade durch diese Funker-Luke nach draußen klettert. In den beiden folgenden Bildern unten ist die Luke dann ganz geöffnet, im linken Bild hinten noch der Kommandant zu sehen, im rechten Bild hinten der zwischenzeitlich heraus gekletterte Funker, der vom Panther springt. Der gelbe Pfeil zeigt den Panzeraufbau des Winkelspiegels des Funkers, der gut als Orientierungspunkt für die fortschreitende Öffnung der Luke heran gezogen werden kann. Aus der Fahrer-Luke kann der Soldat andererseits auch nicht kommen, da dann die folgende sichtbare Bewegung des Rutschens des Soldaten auf dem Vordeck nach hinten so nicht mehr ausführbar wäre, wie sie tatsächlich sichtbar ist. Er muß sich vielmehr zunächst örtlich zwischen den beiden Luken befinden.

Der Kommandant ist also nach seinem Sprung aus dem Turm seitlich auf dem Vordeck gelandet, um von dort aus seine Flucht fortzusetzen. Die Version, nach der der Kommandant sich erst auf das Vordeck fallen läßt, erscheint auch realistisch, wenn man die Höhe des Panzers von gut 3 Metern berücksichtigt. Ein Sturz kopfüber vom Turm direkt auf den Erdboden wäre vermutlich nicht sehr glimpflich verlaufen, so daß der zwischenzeitliche Sturz auf das Vordeck auch im Angesicht des Feindes noch die bessere Alternative darstellte.

 


Detailbild 2:
In der Vergrößerung zu sehen Soldat 1,
der Kommandant, auf dem Vordeck.

 


Bild 8:
Der Kommandant rutscht dann etwas nach hinten und Richtung Turm, um sich etwas besser in Deckung zu bringen. Die Luke des Funkers ist nun geöffnet.

 

   
Video-Popup:
In Nahaufnahme und Zeitlupe diese Filmsequenz im Loop

 

Sekunde 6                                                             
 

 


Bild 9:
Der Kommandant scheint vom Deck des Panthers herunter zu springen. Rechts kommt der Mittelrahmen des Fensters ins Blickfeld, hinter dem Kameramann Bates im Haus der Deutschen Arbeitsfront steht und filmt ...

 

 
Bild 10:
... denn Bates wechselt offensichtlich seine Position am Fenster von links nach rechts, um mehr vom Panther sehen zu können. Der durchs Bild huschende Mittelrahmen des Fensters verdeckt kurz den Blick auf den Panther.
 


Unruhige Kameraführung, kurze Unterbrechung des Sichtkontaktes.

 

Sekunde 7                                                             
 

 


Bild 11:
Im Rahmen der unruhigen Kameraführung sieht man ein Geschoss mit Tracer durch das Bild fliegen ...

 

 
Bild 12:
... (ein Filmeinzelbild weiter) dieses Geschoss trifft jedoch den Panther nicht, fliegt über ihn hinweg.

 

Sekunde 8                                                             
 

 


Bild 13:
Im Rahmen der weiterhin unruhigen Kameraführung sieht man ein weiteres Geschoss mit Tracer ins Bild fliegen (unten am Bildrand) ...

 

 
Bild 14:
Ein Filmeinzelbild weiter noch einmal dieses Geschoss. Dieses Standbild ist wieder so deutlich, daß ein Soldat auf dem Deck des Panther zu sehen ist, der offensichtlich aus der dortigen Funkerluke geklettert ist und zur anderen Panzerseite herüber krabbelt. Es handelt sich bei diesem Soldat 2 vermutlich um den Funker des Panther.

Die Luke des Funkers

Grafik aus zwei Skizzen von F. Gruber, aus "Panzer V Panther" von Spielberger/Doyle,
Stuttgart 2010, mit freundl. Genehmigung des Motorbuch Verlags


Blick auf die Luke des Funkers


Bild 15:
Und noch ein Filmeinzelbild weiter hat das zweite Geschoss zwischenzeitlich den Panther am Turm getroffen und ist dort abgeprallt, fliegt nun in eine andere Richtung weiter. Ein paar Zentimeter weiter nach rechts hätte das Geschoss diesen Soldaten 2 vermutlich getroffen.

 

 
Bild 16:
Hinter dem Panther ist nun Soldat 1, der Kommandant, erkennbar, der während des Wechsels der Fensterseite von Bates und dem Beschuß mit den beiden Geschossen vom Panther gesprungen war und nun wieder auf die Füße kommt.

 

Sekunde 9                                                             
 

 


Bild 17:
Soldat 2 hat sich leicht aufgerichtet und scheint sich vom Panther stürzen zu wollen. Der Kommandant ist noch im Begriff, wieder auf die Beine zu kommen. Im Turm ist in Qualm eingehüllt nun ein weiterer Soldat erkennbar, Soldat 3.

 

 
Bild 18:
Soldat 2 fällt kopfüber vom Panther, man sieht die nach oben ragenden Beine. Der Kommandant steht fast wieder. Soldat 3 im Turm - vermutlich entweder Lade- oder Richtschütze - ist nun besser zu erkennen.
Die Turmluke in der Kommandantenkuppel, wo Soldat 3 nun erschienen ist

Grafik aus zwei Skizzen von F. Gruber, aus "Panzer V Panther" von Spielberger/Doyle,
Stuttgart 2010, mit freundl. Genehmigung des Motorbuch Verlags

 

Detailbild 3:
Der Kommandant hat offenbar etwas in der Hand. Bei genauer Betrachtung von zwei Einzelbildern erkennt man einen Gegenstand in der rechten Hand des Kommandanten, vielleicht sogar noch das Gewehr, welches er zuvor im Turm in der Hand hatte ?

 

Sekunde 10                                                             
 

 


Bild 19:
Der Soldat im Turm ist nun noch besser zu sehen, er steht nach vorne gebeugt, die Flammen scheinen seinen Oberkörper zu verbrennen. Soldat 2 liegt nicht sichtbar hinter dem Panther. Der Kommandant schlägt einen Fluchtkurs nach links weg ein. Auf dem Deck des Panther erscheint aus der Luke des Fahrers Soldat 4 (Pfeil) - somit vermutlich der Fahrer des Panther.
 
   
Die Luke des Fahres

Grafik aus zwei Skizzen von F. Gruber, aus "Panzer V Panther" von Spielberger/Doyle,
Stuttgart 2010, mit freundl. Genehmigung des Motorbuch Verlags


Blick auf die Luke des Fahres


Detailbild 4:
Soldat 3 im Turm - vier Einzelbilder aus einigen Sekunden Film

 

Video-Popup:
In Nahaufnahme und Zeitlupe Filmsequenz Soldat 3 im Turm im Loop

 


Ist Soldat 3 im Turm der Ladeschütze oder der Richtschütze ? Im obigen Bild mittels weißer Linie markiert die vermutliche Flugbahn der vom Pershing abgeschossenen 1. Granate.
Folgende Grafik zeigt die Flugbahn der Granate (blau gestrichelte Linie). Falls sie nach dem Eindringen in den Panther (Trefferloch Pfeil a) gerade weiter geflogen ist, wurde der Ladeschütze (Position 3) vermutlich nicht von ihr getroffen. Die panzerbrechende Granate ist an ihm vorbei geflogen

Grafik zusammen gesetzt aus zwei Skizzen von F. Gruber, aus dem Buch "Panzer V Panther" von Spielberger/Doyle mit freundlicher Genehmigung des Motorbuch Verlags, Stuttgart 2010

Es ist aber möglich, dass der Ladeschütze durch Splitter zumindest nicht unerheblich verletzt worden ist. Da Soldat 3 im Turm auch schwer verletzt erscheint, könnte es sein, daß Soldat 3 im Turm der Ladeschütze ist, der noch versucht, den Panzer zu verlassen.
Auf der anderen Seite war der Turm vom Platz des Ladeschützen aus aufgrund des engen verbauten Innenlebens des Panther nicht ganz so leicht zu erreichen

Blick durch die hintere Turm-Luke nach vorne auf den Platz des Ladeschützen. Der Platz ist sehr beengt. Links oben die obere Turmluke, links, sozusagen mitten im Turm, der sogenannte "Abweiser" an der Kanone, ein Rohrgestell, welches es ziemlich schwierig macht, über oder unter ihm kletternd die andere Seite im Turm zu erreichen (Ausgestellter Panther im Deutschen Panzermuseum Munster, Fotos veröffentlicht mit dortiger freundlicher Genehmigung).

Umrisse des Ladeschützen rot eingefärbt, um die Größenverhältnisse deutlicher zu machen. Unter dem Abweiser befindet sich üblicherweise auch noch ein - hier nicht vorhandener - Fangkorb für die Granatenhülsen, über dem Abweiser ist auch kaum Platz bis zur Turmdecke.

Bei einer vorhandenen schweren Verletzung wäre das Erreichen der Turmluke für einen Ladeschützen noch schwieriger. Leichter hat es da der Richtschütze (Position 2), dessen Platz sich unterhalb des Kommandanten (Position 1) befindet, somit direkt unterhalb der oberen Turmluke. Der Richtschütze muß somit nur aufstehen und nach oben klettern

Blick in den Turm nach unten. Am unteren Bildrand der Sitz des Kommandanten, darunter im Turm der Sitz des Richtschützen und rechts neben dem Abweiser die Position des Ladeschützen.
Berücksichtigt man dann noch, daß Soldat 3 sich den Filmbildern zufolge zunächst mühsam aus der oberen Turmluke herauswuchtet und dann dort offensichtlich schwer verletzt verharrt, ist es unter den oben genannten Prämissen ziemlich wahrscheinlich, daß es sich bei Soldat 3 um den Richtschützen des Panther handelt, der auf dem von seiner Position im Panzer aus einfachsten Weg versucht, aus dem Panther zu fliehen.

 

Sekunde 11                                                             
 

 


Bild 20:
Das Unheil nimmt seinen Lauf, am unteren Bildrand erscheint in diesem Moment die nächste Granate des Pershing (Nr. 2) und nimmt Kurs auf den Panther. Soldat 4 ist schon weiter aus der Luke heraus, Soldat 2 liegt noch nicht sichtbar hinter dem Panther und Soldat 1, der Kommandant, wird auf seinem Fluchtkurs nach links gerade von Soldat 4 verdeckt, der immer noch aus der Luke herausklettert. Kopf und linker Arm des Kommandanten sind hinter Soldat 4 gerade noch sichtbar. Diese konkrete Situation wird in vielen Filmbeschreibungen fälschlicherweise so gedeutet, als ob der eine Soldat zum anderen (zurück)läuft, um ihm zu helfen.

 

 
Bild 21:
Die Granate trifft auf den Panther, die ersten Funken und Metallteile fliegen aufgrund der enormen Einschlagwucht der Granate umher. Soldat 4 beim Aussteigen aus der Luke nach rechts gerichtet, man sieht, wie er seine Arme auf das Deck des Panther stützt. Der hinter dem Panther nach links fliehende Kommandant taucht jetzt links hinter Soldat 4 wieder weiter auf. Man sieht vom Kommandanten Kopf, Oberkörper und seinen linken Arm. Dieses Bild zeigt, daß der Kommandant nur weglaufen möchte und gar nicht plant, zu helfen. Er befindet sich bereits einige Meter hinter dem Panther auf dem Boden laufend (nur der hohe Blickwinkel des Kameramannes Bates läßt ihn auf gleicher Höhe wie der Soldat 4 erscheinen) und Soldat 4 steigt ja gerade erst aus der Luke auf dem Panther aus.

 


Bild 22:
Die Granate trifft den Panther unten am Turm im Bereich des Turmhalses / Drehkranzes. Der Soldat 3 im Turm ist gerade noch als Schatten erkennbar.

 

   

Detailbild 5:
In der Vergrößerung zu sehen der nach
links weglaufende Kommandant teilweise verdeckt
durch den sich auf dem Panther befindlichen
Soldaten 4. Die Granate erreicht gerade den
Panther.

 
Video-Popup:
In Nahaufnahme und Zeitlupe Sekunden 7 bis 11 im Loop

 


Unruhige Kameraführung, kurze Unterbrechung des Sichtkontaktes.

 

Sekunde 12                                                             
 

 


Bild 23:
Als die Kameraführung wieder ruhiger wird, sieht man Soldat 4 in Vorbereitung des Sprunges vom Panther. Der Kommandant ist nicht mehr zu sehen.

 

 
Bild 24:
Soldat 4 kurz vor dem Absprung. Von Soldat 2 ist noch nichts zu sehen. Der Soldat 3, der vor dem Treffer von Pershing Granate Nr. 2 noch im Turm stehend zu sehen war, ist nicht mehr zu sehen. Vermutlich wurden ihm bei dem Treffer die Beine zerfetzt und er fiel in den Panther zurück und verbrannte unter dem Sitz des Kommandanten. Das könnte auch erklären, warum Kameramann Bates später von dem getöteten Kommandanten spricht, dem die Beine abgerissen worden seien und der im Panther verbrannt sei.

 


Grafik aus zwei Skizzen von F. Gruber, "Panzer V Panther" von Spielberger/Doyle, Stuttgart 2010,
mit freundlicher Genehmigung des Motorbuch Verlags

Hier kann man sehr gut sehen, dass die Person im Turm genau in der Fluglinie der Granate stand. Durch das Trefferloch am unteren Turmrand sieht man auf dem Foto Feuer im Inneren brennen. Rot gepunktete Linie bzw. weißer Pfeil zeigt die ungefähre Flugbahn der Granate.

 

Sekunde 13                                                             
 

 


Bild 25:
Soldat 4 springt mit den Beinen voran vom Panther.

 

 
Bild 26:
Während des Sprunges taucht rechts von ihm ein weiterer Soldat hinter dem Panther auf, es handelt sich vermutlich um den davor kopfüber vom Panther gesprungenen Soldaten 2 (rechts), der sich nun wieder aufrichtet.

 


Bild 27:
Hier Soldat 4 (links) und Soldat 2 (rechts) fast auf gleicher Höhe.

 

 
Bild 28:
Soldat 4 befindet sich nun nicht sichtbar unmittelbar hinter dem Panther. Soldat 2 richtet sich weiter auf.

 

Sekunde 14                                                             
 

 


Bild 29:
Soldat 2 rennt nach hinten rechts weg. Soldat 4 hat sich auch wieder aufgerichtet und ist knapp über dem Panther zu sehen. Er scheint hinter Soldat 2 herlaufen zu wollen.

 

 
Video-Popup:
In Nahaufnahme und Zeitlupe Sekunden 12 bis 14 im Loop

 


Unruhige Kameraführung, kurze Unterbrechung des Sichtkontaktes.

 

Sekunde 16                                                             
 

 


Bild 30:
Die wenigen Schlußbilder der Nahaufnahmen sind nur noch verwackelt. Dennoch erkennt man auf zwei Einzelbildern noch Soldat 4, wie er nach hinten rechts flüchtet. Soldat 2 ist zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr sichtbar.

 

 
Bild 31:
Allerdings kann man Soldat 4 in den verwackelten Bildern nur noch als sich örtlich verändernder Schatten erahnen.

 

Sekunde 17                                                             
 

 


Bild 32:
In der Folge ist im Rahmen einer unruhigen Kameraführung noch ein weiterer Soldat zu erkennen, der nach hinten weg flüchtet. Da zwei Soldaten zuvor nach rechts hinten weggelaufen sind, der Kommandant nach links weggelaufen ist und Soldat 3 im Turm nicht mehr in der Lage gewesen sein dürfte, in dieser Form zu flüchten, handelt sich hier ganz offensichtlich um Soldat 5, Richt- oder Ladeschütze. Und wenn Soldat 3 - wie weiter oben vermutet - der Richtschütze war, wäre Soldat 5 somit der Ladeschütze, der zuvor vermutlich durch die Ladeluke hinten im Turm herausgeklettert ist.
 
Die Ladeluke hinten am Turm

Grafik aus zwei Skizzen von F. Gruber, aus "Panzer V Panther" von Spielberger/Doyle,
Stuttgart 2010, mit freundl. Genehmigung des Motorbuch Verlags


Blick auf die Ladeluke / hintere Turmluke

Sekunde 25                                                             
 

 


Bild 33:
Die dritte vom Pershing abgeschoßene Granate fliegt auf den Panther zu.

 

 
Bild 34:
Ein Treffer im Bereich der Panzerkette. Das Einschußloch ist als kleiner heller Punkt erkennbar.

 


Bild 35:
Kurz nach dem Einschlag der dritten Granate.

 

 
Bild 36:
Der Panther brennt nun sehr viel kräftiger als zuvor. Die Flammen schlagen aus dem Turm und rechts daneben aus der Luke.
 
Popup Fenster:
Abschuß der 3. Granate durch den Pershing und Treffer des Panther als Video
 


Bild 37:
Der brennende Panther mit seinen Treffern. Rechts von der Kanone im Turm allerdings nur die Optik (Zielfernrohr), durch die das Feuer im Inneren durchscheint. Der zweite Granatentreffer unterhalb des Turms wird fast vollständig von der Kanone verdeckt.

Es folgen knappe 30 Sekunden Aufnahmen des brennenden Panther, jedoch nicht an einem Stück sondern zusammengesetzt aus verschiedenen Szenen.
 

Das ominöse Fahrrad
Die Position eines im Hintergrund erkennbaren am Boden liegenden Fahrrades ist in diesen 30 Sekunden Aufnahmen des brennenden Panthers plötzlich eine andere als zuvor. Die Hintergründe auf dieser Seite

 

 
 
  Fazit

In der relativ kurzen Filmsequenz von 16 Sekunden können 4 Soldaten - der Kommandant sowie relativ sicher Fahrer und Funker sowie vermutlich der Ladeschütze - beim gelungenen Ausbooten beobachtet werden.
Bei dem Soldat im Turm inmitten der Flammen handelte es sich vermutlich um den Richtschützen, der das Duell nicht überlebte.

Drei Panther-Besatzungsmitglieder wurden später im nahen Lazarett des Dombunkers aufgefunden.

 

Zusammenfassung Fluchtwege
Eine Zusammenfassung der Fluchtwege der einzelnen Crewmitglieder des Panther gibt es auf dieser Seite
 
Im Panzer
Einige Bilder aus dem Inneren eines Panther V zeigen, wie eng es in dem Panzer war.
 
Übersichtsbild
Für alle Besucher dieser Seite, die mangels eigener Videosoftware nicht in der Lage sind, sich die ganzen Einzelbilder der Filmsequenz in aller Ruhe anzuschauen, gibt es hier das große Übersichtsbild. Alle 384 Einzelbilder der ersten 16 Sekunden der Filmsequenz von Bates (die Ausstiegsszenen der deutschen Crew) in einer großen Übersicht. Eine Reihe mit 24 Einzelbildern entspricht 1 Sekunde reellen Geschehens. 4,5 MB, 6480x3265 Pixel
 
Das Bild kann hier auch im ZIP-Archiv downgeloadet werden - 3,7 MB.
 

Kleine Vorschau des Bildes
 
Die ersten 16 Sekunden hier auch als zoombares Bild, (popup, flash, 16,5 MB)
 
 
Panzerduell Wallpaper
Alle 384 Bilder der ersten 16 Sekunden mit der Flucht der deutschen Soldaten als Wallpaper für den Computerdesktop

JPG Upload 07.07.09
1280x10241.230 KB downloads

 
Videos
Hier noch einmal die 5 oben bereits vorgestellten Videos in der Übersicht:
Sequenz 1
Nach dem ersten Treffer erscheint der Kommandant im Turm
Sequenz 2
Der Kommandant auf dem Vordeck
Sequenz 3
In der Kuppel steht der vermutlich schwer verletzte Soldat 3
Sequenz 4
Soldat 2 steigt aus einer Luke aus, stürzt vom Panzer. Kommandant läuft davon. Soldat 4 erscheint in der Luke, Treffer Granate 2
Sequenz 5
Soldat 4 springt vom Panther, Soldat 2 läuft davon, Soldat 4 startet ebenfalls.
  Youtube Video, die obigen 5 Szenen eingebunden in die Original-Sequenz der flüchtenden deutschen Crew. Nach der entsprechenden Originalszene jeweils in Nahaufnahme und Zeitlupe (mit einem "R" gekennzeichnet). Dauer etwa 1 Minute.
Video Battle for Cologne - tank duel
  Youtube Video, eine von mir erstellte etwa 10-minütige Video-Darstellung und -Analyse des Panzerduells. Sowohl des Gefechts Panther - Sherman als auch des Gefechts Pershing - Sherman. Ein Abschnitt ist eine stabilisierte Videofassung der Original-Filmszenen, kleinere Bild-Verwacklungen wurden eliminiert. Das Video enthält auch noch einmal die obigen 5 Szenen. Kommentierungen sind in englischer Sprache.

Die beteiligten Panzer
Panzerkampfwagen V "Panther"M26 Pershing

Alles nur eine Fälschung ?
Im Frühjahr 2008 veröffentlicht der Kölner Journalist Hermann Rheindorf eine Dokumentation mit Namen "Köln 1945 Nahaufnahmen" über die letzten Kriegstage in Köln. In der Dokumentation stellt er u.a. auch die Behauptung auf, das Panzerduell habe nie so stattgefunden, wie es in den Filmaufnahmen der amerikanischen Kameraleute Bates und Rosenberg gezeigt werde. Er nennt es "die bittere Wahrheit" über das Panzerduell. Er führt mehrere Indizien bzw. Beweise auf, die das untermauern sollen. Diese Behauptungen pushen die Dokumentation in den Fokus der regionalen Presse.

Kölner Stadt-Anzeiger Online
Sind diese Behauptungen nun nur ein Marketing-Gag oder tatsächlich die Wahrheit ? Ich habe mich intensiv mit der Dokumentation von Rheindorf beschäftigt und seine Argumente genauer betrachtet.
Meine Meinung: Rheindorf hat nachweisen wollen, daß das Panzerduell nicht so stattgefunden hat und hat sich die vorhandenen Zeitdokumente so zurecht gedeutet und ausgelegt, daß sie seine Thesen stützen.

Die vorgestellten "Beweise" von Rheindorf auf der DVD erweisen sich aber bei genauerer Betrachtung als falsch oder nicht stichhaltig, Beweismittel werden zudem von ihm unrichtig wiedergegeben. Die angebliche "bittere Wahrheit" ist letztendlich nur Rheindorfs von ihm kommerziell besser ausschlachtbare eigene Wahrheit aber nicht die objektive Wahrheit.

Auf den hier folgenden Seiten stelle ich das ausführlich dar.

Köln im Krieg - Gesamtübersicht aller Seiten
Hauptseiten Panzerduell
Startseite
Das Panzerduell am Dom
Detailseite
Das Ende des Panther
Örtlichkeiten
Übersicht des Kampfortes
Stadtrundgang
Rundgang am Ort des Geschehens
Nebenseiten Panzerduell
Bilder
Ansichten eines Panther Panzers
Bates-Film
Der unsichtbare Schnitt
Bates-Film
Das ominöse Fahrrad
Panther am Dom
Die Fluchtwege der Besatzung
Spezialseiten zu Rheindorf-Theorien
Hauptseite
Panzerduell ein Fake ?
   
Kabel-Theorie
Die Straßenbahn-Oberleitungen
Kabel-Theorie
Kurzfassung
Trojanischer Panzer
Panther am Dom getäuscht ?
Entspannter Soldat
Pershing-Schuß nachgestellt ?
Sherman Treffer
Berühmtes Foto ein Fake ?
Bates-Film
Pershing-Schuß nicht sichtbar
Garrell-Film
Kämpfe am Römerturm nachgestellt ?
2. März 45
Wollten die Alliierten Dom zerstören ?
Katharina Esser
Ihre Leichenteile auf der Straße ?
Nach Panzerduell
Weitere Gefechte am Dom ?
Sonstige Seiten
Special
Webseite zu John J Gialluca,
Corporal Gunner im Sherman
Special
Webseite zu Paul B. Davis,
Crewmitglied B-24 "Wazzel Dazzel"
Hauptseiten Köln
Köln im Krieg
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