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Die zerfetzte Leiche der Katharina Esser

Die Vorgeschichte

Köln, 6. März 1945. Es ist gegen ungefähr 11.00 Uhr, als die vorrückenden amerikanischen Truppen sich von der Subbelrather Straße über die Gladbacher Straße kommend dem Kaiser-Wilhelm-Ring und damit dem inneren Stadtbereich nähern. Auf der Gladbacher Straße stehend können sie bereits über den Kaiser-Wilhelm-Ring zur Christophstraße (weißer Pfeil) und zur Kirche St. Gereon (schwarzer Pfeil) hinüber schauen

Im Bereich der Christophstraße steht zu diesem Zeitpunkt ein deutscher Panzer IV und schießt in Richtung der vorrückenden Amerikaner. Dieser deutsche Panzer sollte, nachdem er erst am Morgen von der anderen Rheinseite über die Hohenzollernbrücke gekommen war, eigentlich zum Güterbahnhof Gereon fahren. Jedoch steht er nun schon hier, kurz vor seinem eigentlichen Ziel, den einrückenden Amerikanern gegenüber.

Die Amerikaner schießen ebenfalls zur deutschen Seite und insbesondere dem deutschen Panzer hinüber.


Ein mit den Truppen vorrückende Panzer vom Typ Pershing. Als noch recht neues Panzermodell steht er im Mittelpunkt des Interesses der mit den Truppen vorrückenden Kameraleute. Im Fall der Einheiten auf der Gladbacher Straße sind das die Filmkameraleute Jim Bates und Leon Rosenmann. Sie werden im weiteren Verlauf des Tages noch die Filmaufnahmen des berühmten Panzerduells am Dom erstellen.

Einer der beiden benutzt das Teleobjektiv seiner Kamera und filmt die noch in deutscher Hand befindliche Seite in Nahaufnahme. Auf den in dieser Situation entstehenden Filmbildern sieht man an einem Auto, welches in der gegenüber liegenden Christophstraße, also auf - noch - deutscher Seite steht, eine Person. Diese befindet sich an der Seite, vermutlich an der leicht geöffneten Beifahrertür des Autos und schließt diese am Ende der kurzen Szene. Möglicherweise war dieser Wagen zuvor im Laufe der Gefechte beschossen und getroffen worden (was man im den Filmbildern jedoch nicht sieht) und will diese Person nun im Auto befindlichen Insassen helfen oder ist sogar selber Insasse gewesen und dann ausgestiegen - die Tür auf der anderen Seite - vermutlich die Fahrertür - steht weit auf. Nun schaut die Person also möglicherweise nach einem eventuell vorhandenen Insassen. Die Person schließt jedoch die Tür. Mit einer Videobearbeitungssoftware vergrößere und bearbeite ich einen Ausschnitt aus dem ursprünglichen Filmbild. Das erstellte kurze Video kann nachfolgend aufgerufen werden:

Video-Popup:
Bearbeiteter Filmausschnitt: der Mann am Auto - ursprünglicher Filmausschnitt entnommen aus der DVD "Köln 1945 Nahaufnahmen"

Eine später aufgenommene Nahaufnahme dieses Wagens, zeigt, warum der Mann wohl wieder die Türe schließt.

Bildquelle: John Florea - LIFE Photo Collection
Dem Fahrer des Wagens ist nicht mehr zu helfen, er liegt tot auf dem Fahrersitz.

Das Fahrzeug war offensichtlich, wie das auf einem anderen Bild erkennbare Kennzeichen verrät, aus dem Bereich Dresden gekommen :

Die ersten beiden Stellen "II" stehen für diese regionale Zuordnung. Es ist danach auch kein militärisches sondern ein privates Fahrzeug.

Im weiteren zeitlichen Verlauf (der o.g. Mann befand sich nun nicht mehr an dem Auto) gerät während einer Filmaufnahme plötzlich ein ziviles Auto aus Richtung Hansaring kommend und in die Christophstraße einfahrend zwischen die Fronten. Die Amerikaner halten es für ein Militärfahrzeug und beschießen es sofort. Das Auto wird getroffen und rollt an den Seitenrand der Christophstraße aus. Ein kurzes Video dieses Filmausschnittes kann nachfolgend aufgerufen werden:

Video-Popup:
Filmausschnitt: das auftauchende und beschossene zivile Fahrzeug im Loop

Der Fahrer dieses zivilen Fahrzeuges erleidet einen Kopfschuß und stirbt sofort. Er wird in dem Auto begleitet von einer jungen Frau. Diese wird im Rahmen des Beschusses ebenfalls so schwer verletzt, daß sie nicht vom Auto weg fliehen kann.

Die folgende 3er-Bildfolge zeigt einen Beschuß des Autos durch die Amerikaner. Das konkrete Geschoß ist anhand des Tracerstrahls in den beiden linken Bildern gut erkennbar (schwarze Pfeile). Im ganz rechten Bild zu sehen trifft es den Wagen im Heckbereich (weißer Pfeil), möglicherweise ist gerade dies der Treffer, der die auf dem Beifahrersitz befindliche junge Frau verletzt

Nicht ausgeschlossen werden kann zudem, daß der Wagen zeitgleich auch in das Schußfeld des deutschen Panzers IV gekommen war und von dort einen versehentlichen Treffer erhielt. Der auf der DVD befragte damalige MG-Schütze des Panzer IV, G. Schäfer, hält dies jedenfalls nicht für unmöglich, den Wagen ebenfalls getroffen zu haben.


Der MG Schütze des Panzer IV und der Schütze
des Pershing bei einem späteren Veteranentreffen.

Die Gefechte dauern jedenfalls auch nach dem Beschuß des Autos weiter an. Das Auto steht dabei die gesamte Zeit mitten zwischen den Fronten, mitten zwischen den umherfliegenden Geschossen.

Die Filmbilder zeigen, daß die Beifahrertüre geöffnet ist. Zu diesem Zeitpunkt sitzt die junge Frau offensichtlich noch im Auto, direkt neben dem toten Fahrer, denn der Körper liegt nicht - wie bei den späteren Aufnahmen noch zu sehen sein wird (Bild rechts) - unterhalb der geöffneten Tür. Das ist auf dem linken Bild gut zu erkennen.


Die Amerikaner lassen ihren Führungspanzer, den Pershing, auf die Häuserfronten der Christophstraße schießen, um den deutschen Panzer IV zu treffen oder zu verschütten. Der Wagen der jungen Frau steht während dieser Kampfhandlungen bzw. des Beschusses durch die Amerikaner immer noch an der rechten Straßenseite (weißer Pfeil). Der Turm des Panzer IV läßt sich durch die herunterfallenen Trümmer der beschossenen Häuser nicht mehr korrekt drehen. Der Kommandant beschließt, daß der Panzer sich zurückzieht. Dessen Funker G. Schäfer berichtet mir, daß der Panzer dafür nicht weit gefahren ist. Zusammen mit dem Kommandanten hat er den Panzer dann verlassen und versteckt sich in einem Keller. Er erinnert sich dabei, an einem Haus den Schriftzug "Hotel Gereon" gelesen zu haben. Aus diesen Schilderungen kann man die Schlußfolgerung ziehen, dass er den Panzer in der Probsteigasse verlassen hat (an dessen Ecke heute noch ein Hotel Gereon steht), etwa 100 bis 150 Meter hinter der letzten Schußposition. Die verbleibende Crew fährt aber offenbar mit dem Panzer noch weiter. Als Schäfer später auf die Straße kommt, ist der Panzer IV jedenfalls nicht mehr da.

Video-Popup:
Filmausschnitt: Einsturz der beschossenen Häuserfronten im Loop

In einer weiteren Nahaufnahme sieht man einen Passanten über die Von Werth Straße gehend die Christophstraße überqueren. Auch er wird direkt von den Amerikanern beschossen, kann aber die andere Straßenseite offensichtlich unverletzt erreichen. Dieser Filmausschnitt kann nachfolgend betrachtet werden.

Video-Popup:
Filmausschnitt: der über die Straße laufende Passant im Loop


Die Soldaten rücken langsam zum Kaiser-Wilhelm-Ring vor. Im Hintergrund in der Christophstraße stehend der Wagen der verletzten jungen Frau.


Am Brunnen überqueren die Soldaten schließlich den Kaiser-Wilhelm-Ring.

Erst ca. eine Stunde nach dem im Film gezeigten Beschuß des Autos sind die Amerikaner über den Kaiser-Wilhelm-Ring bis zur Christophstraße vorgerückt und erreichen schließlich das immer noch rechts am Straßenrand stehende Auto. Die Frau liegt neben dem Wagen und wird nun von einem amerikanischen Sanitäter untersucht

Die Frau, wie sie neben den Auto am Boden liegt.

Auf den Filmbildern sind im Heckbereich verschiedene Treffer des
Autos erkennbar

Mit Pfeilen markiert die Einschußlöcher.


Und hier mit Pfeil markiert das Einschußloch, welches durch den weiter oben gezeigten Treffer verursacht worden war.

Eine Fotoaufnahme der Fahrerseite des Wagens zeigt den toten Fahrer des Wagens

Bildquelle: John Florea - LIFE Photo Collection

Der Kölner Journalist Hermann Rheindorf hat nach einigen Recherchen und einem entsprechenden Hilfs-Aufruf in einer Kölner Tageszeitung herausgefunden, daß es sich bei dieser jungen Frau um die Kölnerin Katharina Esser handelt und stellt auf seiner DVD "Köln 1945 Nahaufnahmen" ein paar weitere Hintergrundinformationen zu ihr und ihrem Schicksal vor. Auf diese weiteren Hintergrundinfos soll hier aber nicht weiter eingegangen werden.

Auf der DVD wird im folgenden aber auch noch dargestellt, daß die junge Frau im weiteren Verlauf der Geschehnisse nach der scheinbaren Beruhigung der Situation im Rahmen einer plötzlichen doch noch wieder aufflammenden Kampfsituation (Beschuss der amerikanischen Truppen aus dem Fenster eines Hauses) versehentlich von einem amerikanischen Panzer überollt und getötet wurde. Insbesondere nachdem es hierzu eine seinerzeitige dies bestätigende schriftliche Zeugenaussage gibt, bestehen vermutlich keine Zweifel, dass Katharina Esser tatsächlich so grausam ums Leben gekommen ist.

Statt sich aber nun mit dieser schon für sich alleine gesehenen grausamen Erkenntnis zufrieden zu geben, geht Rheindorf in seiner Dokumentation noch ein Stück weiter. Auf der DVD wird dann nämlich ein Filmausschnitt gezeigt, der eine auf der Christophstraße liegende zerfetzte Leiche zeigt, hier ein Standbild dieser Szene

Die Frage

Fast anrührend wird es dann, als Rheindorf bei der Einblendung dieses Standbildes in die Runde wirft, ob die dort zu sehende verstümmelte Leiche wohl Katharina Esser sei, wobei er Katharina Esser dann gleich auch noch vertraulich "Kathi" Esser nennt:

"Der Gedanke, eine dieser Leichen könnte Kathi Esser sein, hinterläßt nicht nur bei mir ein mulmiges Gefühl"
Kommentar aus der "DVD Köln 1945 Nahaufnahmen"

Ist es wirklich notwendig, dass man in einer Filmdokumentation jetzt unbedingt auch noch zerfetzte Leichenteile einer bestimmten Person zuordnen muß ? Wem soll dies etwas bringen ? Sollen die Hinterbliebenden sich ein "allerletztes Foto" von der "Kathi" anschauen können ?

Sodann befragt er einen Fachmann, einen ehemaligen Leiter einer kriminalpolizeilichen Bildstelle (der bereits von Rheindorf bei der Kabel-Theorie befragt worden war - dort aber zu einem falschen Ergebnis gekommen war), ob es sich bei dieser Leiche denn wohl um die junge Frau handelt.

Angesichts der trotz Zerfetzung noch markanten Soldatenbekleidung der Leichenteile kommt der Fachmann jedoch schon nach kurzer Prüfung zu dem - auch meiner Meinung nach korrekten - Ergebnis, daß es nicht die junge Frau sein könne, deren Körper da zerfetzt auf der Straße liegend zu sehen ist.

Wenn man sich den betreffenden gesamten Abschnitt der DVD zum Thema Katharina Esser einmal ganz genau anschaut, drängt sich nämlich schon frühzeitig die Frage auf, ob denn diese konkrete Fragestellung Rheindorfs "Ist diese Leiche Katharina Esser ?" und die durchgeführte Analyse des ehemaligen Kriminalpolizisten auch nur im entferntesten überhaupt notwendig oder sinnig war.

Das Auto

Zunächst einmal handelt es sich auf dem gezeigten Standbild aus dem damals gedrehten Film bei dem Fahrzeug im Hintergrund gar nicht um das Auto, in dem Katharina Esser gesessen hat. Deren Wagen steht nämlich auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Christophstraße und ein kleines Stücke weiter zurück liegend in Richtung Kaiser-Wilhelm-Ring / Gladbacher Straße. Essers Auto ist - wie man auf den Filmbildern sehen kann - bis auf die kleineren Einschußtreffer unbeschädigt. Dieses Auto hier ist fast vollkommen zerstört.

In diesem betreffenden Straßenstück stehen zu diesem Zeitpunkt insgesamt 3 Autos bzw. Autowracks (weiße Pfeile)

Dieser Straßenbereich noch einmal aus Richtung Gladbacher Straße stadteinwärts gesehen, als die Amerikaner sich noch nicht bis dorthin vorgekämpft haben. Der ganz links stehende Wagen ist derjenige, vor dem auf dem Foto oben die Leichenteile liegen. Auch zu diesem Zeitpunkt schon mehr ein Wrack als ein Auto. Weiter dahinter zu sehen noch ein weiteres Fahrzeug, das ist jenes, an dem der daneben stehende Mann in der Filmaufnahme an der Beifahrertüre stand und der Fahrer tot auf dem Fahrersitz lag. Der Wagen der Katharina Esser steht bereits auf der rechten Seite der Straße. Hier zu sehen auch die weiter oben bereits beschriebene Person, die leichtsinnigerweise zu Fuß die Straße überquert und beschossen wird.

G. Schäfer, das Besatzungsmitglied des zu diesem Zeitpunkt dort befindlichen deutschen Panzer IV berichtet später, daß damals in diesem Bereich noch ständig Autos vorbei gefahren kamen als er dort stand.
Für diese drei nun dort stehenden Autos nahm ihre Fahrt kein gutes Ende.


Das Auto der Katharina Esser, sie liegt hier rechts neben dem Auto auf dem Boden. Der Kameramann hat den Kaiser-Wilhelm-Ring im Rücken und steht filmend in Richtung Innenstadt / Kirche St. Gereon. Ein kurzes Stück weiter stadteinwärts, hinter der kreuzenden Von Werth Straße steht ein weiterer Wagen, es ist der weiter oben beschriebene Wagen, neben dem im Filmausschnitt der Mann stand und in dem der tote Fahrer liegt. Wenn man die Nahaufnahme des Wagens oben gesehen hat, erkennt man hier auch die beiden Beine des Toten, die aus dem Wagen ragen

Die entsprechende Filmaufnahme erfolgte ungefähr von der Position aus, an das Auto der Katharina Esser stand. Sichtbar auch Schutt auf der Straße, der nach dem Beschuß der dortigen Häuserfronten durch den Pershing auf die Straße gefallen war.
Geht man ein kleines Stück weiter Richtung im Hintergrund bereits sichtbaren Dom und dreht man sich dann um, hat man folgenden Blick zurück Richtung Gladbacher Straße / Kaiser-Wilhelm-Ring

Bildquelle: John Florea - LIFE Photo Collection
Rechts sieht man im Vordergrund den Wagen aus dem vorigen Bild und dahinter den zerstörten Wagen mit den (hier allerdings kaum sichtbaren) Leichenteilen davor. Auf der linken Seite der Straße der Wagen der Katharina Esser (alle Autos mit Pfeilen markiert).

Näherer Blick von vorne auf den Wagen der Esser.
Hier auf diesem Bild steht der Pershing noch im Hintergrund - also eine zeitlich frühere Aufnahme.

Sehr schön zu sehen auf diesem Bild übrigens auch, dass es sich bei Essers Auto um ein ziviles Fahrzeug handelte. Das Kennzeichen ist kein militärisches sondern ein privates:

Die ersten beiden Stellen "1Z" stehen für "Rheinprovinz". Danach folgt ein roter Winkel, welcher besagte, dass der Wagen seinerzeit in Zeiten knappen Treibstoffs überhaupt fahren durfte.

Nachfolgend ein Luftbild dieses Areals, allerdings zu einem ganz anderen Zeitpunkt aufgenommen, es liegen keine Trümmer in den Straßen

Eingezeichnet die Positionen der drei Autos in der Christophstraße am 6. März 1945. Blauer Punkt - der Wagen von Katharina Esser, roter Punkt der zerstörte Wagen mit den Leichenteilen davor, schwarzer Punkt der dritte Wagen mit dem toten Fahrer, schon etwas weiter Richtung Gereonkirche positioniert.

Wieder zurück zu den Leichenteilen. Das bereits oben gezeigte Standbild aus dem Film, welches als Grundlage der Analyse heran gezogen wird, zeigt aber möglicherweise tatsächlich schon die richtige Zuordnung der Leichenteile zum richtigen Auto

Das Auto sieht wie durch eine Explosion zerstört aus und die Leichenteile könnten von einer Person stammen, die bei der Explosion durch die Tür aus dem Auto geschleudert und zerrissen worden ist.

Insgesamt zwei übel zerfetzte Körperteile sind auf den Fotos und Filmaufnahmen dieses Straßenbereichs zu sehen. Der Körper aus den Filmaufnahmen (Standbild oben), zudem sieht man ein weiteres Körperteil auf einem damals ebenfalls dort aufgenommenen Foto

Hier im Vordergrund links am Straßenrand liegt ein weiteres zerfetztes Körperteil. Es hat eine gewisse Ähnlichkeit mit dem auf dem anderen Bild zu sehenden Körperteil. Handelt es sich also um den gleichen Körperteil, der nur in der Zwischenzeit von der Straßenmitte weg zum Straßenrand gezogen worden ist ?

Im Hintergrund sieht man auf diesem Foto hinter dem direkt vorne auf der Straße gehenden Soldaten gerade noch etwas auf der Straße liegen. Dies könnte von der Lage auf der Straße und im Verhältnis zum Auto auf dem Standbild durchaus auch das andere Körperteil vom Standbild aus dem Film sein, hier insbesondere der Stiefel

Auch auf dem Standbild aus dem Film ist im Hintergrund etwas zu sehen, was durchaus das andere zerrissene Körperteil sein könnte (linker Pfeil)

Die Wahrscheinlichkeit ist also sehr hoch, daß es sich um zwei verschiedene Körperteile handelt. Möglicherweise gehören diese beiden Körperteile auch zur gleichen getöteten Person ? Allerdings ist auf den Filmbildern am Auto auch noch mindestens ein weiterer Stiefel auf der Straße liegend zu sehen ...

... (direkt rechts neben den Füßen des Rechten der drei zu sehenden Soldaten), so daß einiges dafür spricht, daß es sich eher um Überreste von mindestens zwei Personen handeln wird, die in dem explodierten Wagen gesessen haben.

Der Kameramann

Rheindorf höchstpersönlich gibt sodann im folgenden eine hervorragende Steilvorlage für den Nachweis der Absurdität seiner eigenen Fragestellung.

Die Bilder mit den zerfetzten Leichenteilen werden ganz offensichtlich von einem Filmkameramann (also Bates oder Rosenmann) am Ort des Geschehens gedreht, während Katharina Esser noch neben ihrem Wagen liegt und behandelt wird.

Nach der ausdrücklichen Darstellung auf der Rheindorf-DVD kommt es zu den plötzlich wieder aufflammenden Kämpfen, in deren Verlauf Katharina Esser überfahren und getötet wird, erst, als die Kameramänner schon längst von diesem Ort weg sind. Beim Zeigen der Filmbilder aus der Christophstraße kommentiert Rheindorf dies wie folgt:

"Was passierte ... nach diesen vermutlich letzten Aufnahmen ? Die Kameramänner rückten weiter vor in Richtung Dom, immer dicht an Clarence Smoyers Pershing Panzer"
Kommentar aus der "DVD Köln 1945 Nahaufnahmen"

Wenn aber die Kameramänner bereits weg zum Dom waren, als die Kämpfe wieder aufflammten, wie sollten diese Kameramänner dann überhaupt noch die Aufnahmen von einer bereits überfahrenen Katharina Esser gemacht haben können ???

Die Lage

Und unabhängig von der bereits zuvor beschriebenen Unmöglichkeit, daß es Katharina Essers Leichenteile waren. Katharina Esser lag - wie man im Film sehr gut sehen kann - auf der straßenabgewandten Seite ihres Autos, also quasi auf dem Bürgersteig. Wenn dort ein Panzer über sie hinweggerollt ist, wie sollte sie dann als überfahrene zerfetzte Leiche überhaupt auf die andere Straßenseite gekommen sein ?

Leichenteile schon viel früher da ?

Rheindorf beruft sich bei der Schilderung der plötzlich wieder aufkommenden Kampftätigkeit auch auf "Interne Aufzeichnungen eines wenig bekannten deutschen Militärgeschichtsforschers", nach denen eine deutsche Panzernahbekämpfungseinheit diese verursacht hatte und zeigt die zitierte Aufzeichnung auch kurz in der auf dieser DVD üblichen "schwer-lesbar-Technik" - also nur Teile des Dokuments, diese zudem seitlich versetzt und mit durchscheinendem Hintergrundbild. Auch hier enthält ein von Rheindorf verwendetes Dokument aber wieder einmal auch noch weitere für den Fall interessante Informationen, die Rheindorf jedoch nicht mehr phonetisch wieder gibt, weil sie eindeutig nicht zu seiner Theorie passen. Mit Hilfe der Pause-Taste des DVD-Players läßt sich aber auch diesmal diese nicht zitierte Textstelle noch entziffern.
Der folgende Text findet sich dort, bedingt durch die "schwer-lesbar-Technik" ist er ein wenig lückenhaft, jedoch immer noch ausreichend aussagekräftig:

deutscher PKW geriet ... der amerikanischen Artillerie, wobei der deutsche Soldat zu ... Explosion aus den Fahrzeug geschleudert, so gräßlich zerrissen ..."
Zitat aus dem auf der DVD "Köln 1945 Nahaufnahmen" gezeigten Dokument

Der Bericht schildert also, daß hier ein deutscher Soldat bei der aufgrund Artilleriebeschuß erfolgten Explosion seines Wagens herausgeschleudert und sein Körper dabei gräßlich zerrissen worden war. Dies muß dann aber bereits zu einem Zeitpunkt geschehen sein, als die Amerikaner noch in der Gladbacher Straße standen. Denn danach und insbesondere nach dem Auftauchen des Wagens von Katharina Esser fuhr ganz sicher kein weiterer Wagen mit einem deutschen Soldaten mehr durch die Christophstraße.
Klar wird, hätte Rheindorf auch diese Stelle des Berichts vorgelesen, hätte er seine Frage, ob die zerrissene Leiche auf der Straße Katharina Esser sein könnte, gar nicht erst mehr stellen müssen. Die Teile gehören nach diesem Bericht ganz offensichtlich zu einem deutschen Soldaten und daher nicht zu Katharina Esser.

Auf den Filmbildern, die noch mit Teleobjektiv aus der Gladbacher Straße gemacht worden waren, bevor die Amerikaner den Kaiser-Wilhelm-Ring überquerten und zur Christophstraße kamen, suche ich nach weiteren Hinweisen auf die in der Christophstraße gefilmten Leichenteile. Zwei Filmausschnitte fallen auf.


Hier auf diesem Standbild aus dem Film fährt gerade der Wagen von Katharina Esser in den Straßenbereich herein, wird beschossen. Auf der Straße rund um das zerstörte Auto auf der linken Straßenseite ist etwas zu sehen, was durchaus verletzte oder tote Personen oder Personenteile sein könnten, also angesichts der Lage auch diese im Film später zu sehenden Leichenteile sein könnten (Pfeile), das Objekt Pfeil rechts wirkt dabei aber hier noch recht groß.


Und hier noch ein Standbild der Aufnahmen, wo die Person über die Straße läuft (und auch von den Amerikanern beschossen wird).
Diese Filmszene entstand zeitlich nach derjenigen von oben. Der Wagen der Katharina Esser steht nun bereits am rechten Straßenrand. Wieder sind diese beiden Objekte zu sehen (Pfeile). Das rechte Objekt wirkt jedoch nicht mehr so groß, könnte von der Größe nunmehr genau das später genauer gefilmte Leichenteil vor dem Auto sein.

Die anscheinend reduzierte Größe des Objekt könnte daher stammen, daß es beim anhaltenden Beschuß dieser Straße durch die Amerikaner getroffen und dabei weiter zerfetzt / verkleinert worden ist. In den Nahaufnahme-Filmbildern sieht man einige Aufschläge von Munition auf der Straßenoberfläche.

Quintessenz

Man wird es nicht mehr hundertprozentig sagen können, aber die Wahrscheinlichkeit erscheint recht hoch, daß es sich bei diesen in den Teleobjektiv-Nahaufnahmen zu sehenden auf der Straße liegenden Objekten bereits um die Leichenteile eines oder mehrere Soldaten handelt, die - passend zu der Aufzeichnung des Militärgeschichtsforschers - bei der Explosion des links auf der Straße stehenden Autos herausgeschleudert und zerfetzt worden waren. Und das bereits zu einem Zeitpunkt, als der Wagen der Katharina Esser dort noch nicht eingetroffen war.

In diesem Fall konnten die gezeigten Leichenteile schon aus diesem Grunde nicht Katharina Esser sein.

Aber selbst wenn man die bei den noch aus der Gladbacher Straße heraus gemachten Filmbildern erkennbaren Objekte auf der Straße noch nicht sicher als Leichenteile identifizieren könnte, so waren diese Leichenteile schon dort, als die Filmkameraleute noch am Ort des Geschehens waren, diese filmten und zeitgleich Katharina Esser sichtbar noch lebte.
Denn da die Kameraleute nach Rheindorfs eigener Schilderung schon abgezogen waren, als die Kämpfe unerwartet wieder aufflammten, können die Filmbilder erst recht nicht eine zerfetzte Leiche der Katharina Esser zeigen.

Fragestellung und Analyse auf der DVD zum Thema, ob die Leichenteile von Katharina Esser stammten, waren also nach alledem wirklich vollkommen überflüssig.


Nachdem die Truppen die Christophstraße passiert haben, geht es weiter in Richtung Dom. Hier ein Blick über die der Christophstraße folgenden Gereonstraße.

Hier wird insbesondere der Pershing noch eine wichtige Rolle im berühmten Panzerduell am Dom spielen.

Update 2014

Hermann Rheindorf legt nach. Im November 2014 erscheint ein Buch zu den Ereignissen am 6 März 1945 und eine neue DVD, die sogenannte "Köln 1945 Nahaufnahmen - Edition 2015", also eine Neuauflage der alten DVD von 2008 sowie eine weitere Doku mit dem Namen "Die tatsächlichen Bilder des Panzerduells am Dom". In beiden Dokus führt Rheindorf neue Informationen und Aussagen ein und läßt auch alte Informationen und Aussagen, die nicht haltbar waren, entfallen. Vielfach bringt er auch weitere Argumente ein, die schon bestehende Sichtweisen weiter untermauern sollen.
Das Kapitel zu Katharina Esser ist in der Edition 2015 weiterhin enthalten, jedoch hat Rheindorf die oben von mir kritisierten Sequenzen mit der Fragestellung, ob die sichtbaren Leichenteile von Katharina Esser stammen könnten, entfernt.

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