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Sind die Kampfszenen am Römerturm nachgestellt ?

Die Theorie

Der Journalist Hermann Rheindorf behauptet auf seiner 2008 veröffentlichten DVD "Köln 1945 Nahaufnahmen", daß verschiedene Filmszenen, die kämpfende amerikanische Einheiten in der Gegend rund um den Römerturm zeigen, nachgestellt seien.

Rheindorf beruft sich dabei auf zwei Beweise:

1.) Ein Soldat lacht während einer Filmeinstellung

Quelle: DVD "Köln 1945 Nahaufnahmen" von Hermann Rheindorf
... allerdings hätte die echte Kampfeinheit gemäß Rheindorf bei ihrem Vormarsch in Wirklichkeit nichts zu lachen gehabt ...

2.) In den Filmeinstellungen am Römerturm ist ein Panzer zu sehen, der laut Rheindorf aber gar nicht nicht zu der Einheit gehören soll, die dort eigentlich zu sehen sein müßte. Dort gekämpft haben soll nämlich die sogenannte F-Company, der Panzer soll aber der E-Company zugehörig sein, wie eine Markierung hinten am Panzer zeigen soll (Pfeil im folgenden Bild)

Rheindorfs Meinung ist daher, daß die Filmszenen nicht den originalen Kampfeinsatz der F-Company zeigen, sondern daß diese Szenen später unter Mithilfe eines Panzers der E-Company nachgedreht sein müssen.

Meine Meinung

Rheindorfs These ist natürlich im Zusammenhang mit der Grundaussage seiner DVD zu sehen. Dort will er ja beweisen, daß das berühmte Panzerduell am Dom ein Fake war und dieser Kampf nur nachgestellt worden ist.
Was ist da hilfreicher, als auch andere Szenen benennen zu können, die ebenfalls nachgestellt sein sollen. Je mehr Szenen nachgestellt worden sein sollen, umso realistischer ist es, daß auch das Panzerduell nachgestellt worden ist.

Sind diese Szenen tatsächlich nur nachgestellt ?

Schießt ein Panzer bei nur nachgestellten Szenen mitten in der Stadt wirklich auf die Häuser im Hintergrund ?

Die zwei im Film gezeigten Schüsse des Panzers an der Friesenstraße.

Video-Popup:
Einzelne Filmausschnitte der angeblich nachgestellten Kampfszenen im Loop

Nun, ich kann das Ergebnis meiner Recherche hier schon einmal vorweg nehmen. Bei Betrachtung aller der aus diesem Zeitfenster des Vormarsches stammenden Fotos und Filmbilder wird schnell klar: es handelt sich nicht um nachgestellte Kampfhandlungen, mit ziemlicher Sicherheit sieht man hier Original-Filmbilder des Vormarsches am 6. März 1945.

Der lachende Soldat
Warum ein kampferprobter und Gefechtssituationen seit Wochen, Monaten oder sogar Jahre gewohnter Soldat - aus welchem Grunde auch immer - im Rahmen einer mehrstündigen Kampfsituation nicht auch einmal lachen darf, vermag man schon nicht ganz nachzuvollziehen und bleibt wohl Rheindorfs Geheimnis.
Harte militärische Tage beim Vormarsch von der Rur an den Rhein waren zu diesem Zeitpunkt überstanden, das Etappenziel Köln erreicht. Der Großteil des Stadtgebietes auf dieser Rheinseite war bereits durchquert und der Widerstand auf deutscher Seite war bis zu diesem Zeitpunkt auch nicht so groß wie erwartet, amerikanische Opfer gab es nur wenige und die Truppen kamen gut voran. Im Angesicht des nun schon recht nahen Doms bestand vermutlich bei vielen Soldaten das Gefühl, daß das Schlimmste in Köln bald vorbei sein könnte. Um den verbleibenden Stress weiter abzubauen, machte der eine oder andere Soldat vielleicht einen auflockernden Scherz.
Hier scheint es konkret so zu sein, daß ein vor den Soldaten quer über die Straße laufender und mit seinem Maschinengewehr schießender einzelner GI in krummer Körperhaltung einen etwas eigenwilligen Laufstil an den Tag legte. Möglicherweise sagte der lachende Soldat also so etwas wie "he runs like an old lady" oder so etwas ähnliches.

Hier die kurze Zeit, wo der betreffende Soldat etwas lacht. Er dreht sich herum, lacht kurz und wenn die Sequenz zu Ende ist, hat er mit dem Lachen auch schon wieder aufgehört

Der eigenartige Laufstil des Soldaten, der ihn
wohl zum Lachen brachte ...

Deutlich wird: es handelt sich nur um einen relativ kurzen und nicht sehr intensiven Lacher, der Soldat wird schon nach etwa 1 Sekunde wieder ernst. Auf der DVD zeigt Rheindorf den Lacher in extremer Zeitlupe, damit er überhaupt wahrgenommen werden kann. Von einem größeren Heiterkeitsausbruch kann nicht die Rede sein.

Jedenfalls scheint die Heranziehung dieser kurzen Heiterkeit des GIs als Nachweis einer nicht realen Kampfhandlung doch schon ein wenig zu weit hergeholt.

Zudem fällt im Film (und hier im unteren Flash-Video auch deutlich zu sehen) noch auf, daß Soldaten von links in das Bild hinein gehen, sozusagen dem Kameramann direkt vor die Linse laufen. Auch dies wäre wohl bei einer gestellten Szene eher nicht der Fall und spricht für eine authentische Szene im Rahmen von echten Kampfhandlungen.


Sollte hier tatsächlich diese Szene nachgedreht sein, würden die Soldaten sich sicherlich nicht zwischen Kameramann und zu filmendes Ziel stellen und dem Kameramann somit die Aufnahme kaputt machen. Es sieht eher so aus, als ob die Soldaten ernsthaft daran interessiert sind, ob der Soldat es rüber auf die andere Strassenseite schafft und ob sich auf der Feindesseite eine Reaktion zeigt. Daran haben sie ein Interesse, denn dieser Weg steht ja auch noch vor. Die Kamera scheint ihnen in dieser Situation egal zu sein. Spricht also für eine reale Kriegsszene und nicht eine Nachstellung.

Und schließlich gibt es in den damaligen Filmszenen von Garrell noch eine weitere Szene, die am Friesenplatz gedreht worden ist. Hier filmt Garrell im Rahmen des Vormarsches, wie ein US-Soldat aus einem Haus kommt, welches er offensichtlich durchkämmt hat. Ein weiterer Soldat steht davor. Es ist diese Szene:

Der aus dem Haus kommende Soldat lacht tatsächlich ! Dem anderen Soldat ist jedoch eher weniger zum Lachen

Der lachende Soldat geht dann nach rechts aus dem Bild und läuft in der anschließenden Filmszene über die Ringstraße Richtung Friesenstraße. Weitere Panzer sind dort bereits angekommen.

Auch hier wird jedenfalls deutlich. Warum sollten Soldaten nicht auch einmal lachen. Auch wenn jederzeit bei einer Häuserdurchsuchung bzw. beim Vormarsch eine gefährliche Situation warten konnte, war dies doch eine Routine, die sich in Monaten der Kriegsmaschinerie perfektioniert hatte und und auch Momenten zum Lachen genügend Raum ließ. Vielleicht war der Soldat nur froh, daß in diesem Haus nichts passiert war oder er hatte dort etwas gesehen, was ihn amüsiert hatte. Bei aller Liebe kann man sicher nicht aus der Tatsache des Lachens eines Soldatens folgern, daß dies im Krieg nicht sein dürfe, daß ein Soldat lacht und daß eine Filmszene, die dies zeigt, zwangsläufig gefälscht sein müße.

Das Company-Kennzeichen

Betreffend die Company-Kennzeichnung am Heck des Panzers fällt es zunächst schon etwas schwer, den entsprechenden Buchstaben der Company überhaupt zu erkennen. In seiner Dokumentation muß sich Rheindorf auch erst einer kräftigen Bildbearbeitung des Filmmaterials bedienen, um den Buchstaben auch nur halbwegs sichtbar zu machen und Rheindorfs Aussage, daß dieses "E" im Film klar erkennbar sei, ist schon sehr gewagt. Man kann das "E" nämlich nur gerade so noch erahnen. Im Gegensatz zu den ansonsten gut sichtbaren weiteren Markierungen links davon.
Noch einmal das Bild von oben, ohne eine Bildbearbeitung aus dem Originalfilm entnommen

Die Buchstaben rechts sind kaum erkennbar und nur zu erahnen.

Von einem amerikanischen Militär-Experten erhalte ich dazu passend einen interessanten Hinweis.
Laut seiner Aussage war es seinerzeit nicht unüblich, daß Militärfahrzeuge - insbesondere nach Wartungen bzw. Reparaturen - auch schon mal in andere Truppen-Einheiten wechselten. Etwa weil eine entstandene Fahrzeug-Lücke gefüllt werden sollte oder weil die eigentliche Einheit sich in der Zwischenzeit weiter entfernt hatte und eine andere näher lag.
Bei dem hier in Rede stehenden Sherman mit dem E-Company-Zeichen handelt es sich um einen Sherman vom Typ M4A3E2, wegen seiner stolzen 42 Tonnen Gewicht auch "Jumbo" genannt. Auf dieses hohe Gewicht kam der M4A3E2 wegen seiner besonders dicken Panzerung. Aufgabe dieses Typs Sherman war es nämlich, feindliche Linien auch bei starker Gegenwehr noch durchbrechen zu können. So konnte er aufgrund der guten Panzerung auch Treffer überstehen, die einen normalen Sherman zerstört hätten. Dies ist auch der Grund, warum der M4A3E2 ebenfalls gerne dazu genutzt wurde, militärische Kolonnen anzuführen - er überstand überraschenden Beschuß und konnte mit seiner 75 mm Kanone (im Gegensatz zur 76 mm Kanone anderer Sherman Modelle) auch Sprengmunition verschießen - das war bei der Eroberung von Städten natürlich sehr wichtig. Sehr viele Sherman vom Typ M4A3E2 gab es jedoch nicht. Insgesamt wurden im 2. Weltkrieg nur 254 davon hergestellt.
Möglicherweise verfügte die F-Company beim Einmarsch in Köln nicht über einen eigenen M4A3E2 und erhielt diesen daher von der E-Company zur Verfügung gestellt. Die E-Company verfügte ja bereits über einen damals ultramodernen Panzer vom Typ Pershing (mit dem Tank Commander Robert Early, der Pershing vom Panzerduell am Dom), den sie als Führungspanzer einsetzte und konnte daher auf einen eigenen M4A3E2 gut verzichten.

Es ist nach dieser Information also gar nicht so unwahrscheinlich, daß die über die Venloer Straße und Friesenstraße am Römerturm vorbei Richtung Komödienstraße vorrückende F-Company auch über ein Fahrzeug verfügte, welches originär aus einer anderen Company, hier der E-Company, stammte und welches dann natürlich auch im Film bei originalen Szenen des Vormarsches der F-Company erscheint.

Ein Wechsel eines Militärfahrzeuges von der E- zur F-Company wäre abgesehen davon auch kein großer Aufwand gewesen. Beide Company-Einheiten gehörten dem 2nd Bn, 32nd Armd Regt an, welches wiederum der dem Combat Command A von Brig. Gen. Hickey zugeordneten sog. Task Force "X" oder auch Task Force Doan (benannt nach ihrem Commander Colonel Leander L. Doan) zugehörig war. Diese Einheiten bewegten sich von Westen her auf Köln zu und insbesondere die beiden Company-Einheiten E und F sind ganz offensichtlich auch zunächst gemeinsam von Köln-Bocklemünd über die Venloer Straße nach Köln-Bickendorf gekommen. Der E-Company- Pershing von Tank Commander Robert Early ist z.B. auf den Fotos einer Eisenbahnunterführung auf der Venloer Straße im Bereich Bickendorf zu sehen. Erst danach splitteten sich die Einheiten auf, in Bickendorf beginnt parallel zur Venloer Straße die Subbelrather Straße, über die dann die E-Company in die Innenstadt vordrang, die F-Company gelang schließlich über die Venloer Straße in die Innenstadt. Subbelrather Straße und Venloer Straße verlaufen zudem die ganze Zeit parallel nebeneinander in Richtung Innenstadt und liegen dabei nie mehr als 500 m auseinander. Also viele Gelegenheiten, problemlos einen Panzer zwischen den Company-Einheiten auszutauschen.

Rheindorfs Schlußfolgerung zum Kampf am Römerturm sind also schon an dieser Stelle bei weitem nicht so zwingend, wie er vorgibt, die angebliche Nachstellung mit den genannten "zwei Beweisen" keineswegs nachgewiesen.

Und es gibt noch weitere Kontrapunkte zu seiner These.

In dem englischen Magazin "After the battle" gibt es zwei Fotos vom amerikanischen Vormarsch in Köln, die eine Nachstellung noch definitiver ausschließen.

Ein Foto zeigt den Vormarsch der F-Company auf der Venloer Straße, zu diesem Zeitpunkt noch mehr als einen halben Kilometer Wegstrecke vom Römerturm entfernt. Die Passage des Friesenplatzes und der Friesenstraße stand noch an.

Quelle: Magazin "After the battle" #104
Man sieht dort - neben einer Vielzahl von amerikanischen Soldaten - einen Panzer fahren. Eine Vergrößerung dieses Panzers und der Vergleich mit dem Panzer am Römerturm zeigt

es ist der gleiche Panzer ! Der Panzer, der am Römerturm das Zeichen der E-Company trägt. Die am Heck befestigte Ladung (bei jedem Panzer unterschiedlich sortiert und daher - wie Fingerabdrücke - klar unterscheidbar) und die Aufbauten oben am Turm sind übereinstimmend !

Und noch ein weiteres Standbild aus dem existierenden Filmmaterial mit diesem M4A3E2

Es entstand an der Kreuzung Venloer Straße / Spichernstraße, der betreffende Jumbo-Sherman vorne rechts in der Spichernstraße stehend, im Hintergrund zwei weitere amerikanische Panzer.

Daß dieser Sherman der E-Company beim gezeigten Vormarsch der F-Company schon hier im Filmmaterial erscheint, also weit vor der Friesenstraße, wird von Rheindorf auf seiner DVD verschwiegen.

Ebenso werden an örtlich noch davor liegenden Stellen der Friesenstraße gemachte Aufnahmen mit diesem M4A3E2 nicht weiter kommentiert oder entsprechendes Filmmaterial gar nicht gezeigt. Denn auch dort, örtlich also noch vor Erreichen des Gebietes am Römerturm, ist der Sherman der E-Company noch zu sehen. Dieser Ort liegt etwa einen halben Kilometer hinter der Kreuzung Venloer Straße / Spichernstraße und noch ca. 300 Meter vor dem Römerturm

Die erste Szene aus der Friesenstraße. Kölner Bürger stehen mit einer weißen Flagge am Straßenrand und erwarten die Amerikaner. Im Hintergrund kommt ein Panzer, dahinter weitere Panzer, amerikanische Soldaten sind zu sehen. Es ist ein Jumbo-Sherman, der die Kolonne anführt.

Der Kameramann wechselt auf die andere Seite des führenden Panzers, es ist, wie die Aufbauten / die Ladung am Heck noch einmal eindeutig zeigen, der betreffende Jumbo der E-Company.

Diese letzte Filmszene, in der der E-Company Panzer ganz eindeutig erkennbar ist, wird auf der hier behandelten Rheindorf DVD übrigens gar nicht gezeigt. Daß Rheindorf sie kennen muß, ergibt sich daraus, daß sie in einer älteren Film-Dokumentation von Rheindorf, welche wenige Jahre vor der Nahaufnahme DVD erschienen ist, verwendet worden ist. Und die Szene mit den Einwohnern und der weißen Flagge, wird in der aktuellen DVD mit der Fake-Thematik auch nur in einem kurzen Moment schlecht erkennbar im Hintergrund gezeigt, in dem eine Texteinblendung erfolgt.

Man hat fast das Gefühl, Rheindorf wolle das Auftauchen des Jumbo in anderen Filmszenen ausser denen am Römerturm, die ja laut seiner Aussage ein Fake sein sollen, verschweigen. Warum, wird schnell klar. Eine einzelne kurze Szene örtlich begrenzt nachzustellen, ist noch vergleichsweise einfach und ein Fake-Vorwurf ist dann schnell erhoben und schlecht widerlegbar. Sollten aber wirklich Szenen mit dem E-Company Panzer nachgestellt worden sein, hätte man hier mit großem Personal- und Materialaufwand einen kompletten Militäraufmarsch durch die City nachstellen müssen, an so vielen verschiedenen Stellen taucht der E-Company Panzer auf dem Vormarschweg der F-Company auf ...
Angesichts der Tatsache, daß die Amerikaner dafür in den Tagen nach dem 6. März überhaupt keine Zeit gehabt haben dürften und auch die Zivilbevölkerung schon wieder in den Straßen unterwegs war, ist das kaum vorstellbar. Ein Fake-Vorwurf bei Kenntnis dieser Tatsachen wäre viel schwerer zu erheben und kaum glaubhaft zu machen ...

Das zweite Foto aus dem Magazin zeigt eine Situation nunmehr etwa 200 Meter weiter hinter dem Römerturm und damit ca. 1 km hinter dem ersten Foto mit dem M4A3E2 auf der Venloer Straße

Quelle: Magazin "After the battle" #104
Man sieht links einen Panzer stehen, der aber nicht der o.g. Panzer der angeblichen E-Company ist. Der Panzer ist dem Betrachter aber trotzdem - wenn auch vielleicht nur unbewußt - bekannt. Er ist einer der drei Panzer, der zuvor im Film auf der Kreuzung Venloer Straße / Spichernstraße gestanden hatte

Links an der Venloer Straße / Spichernstraße, rechts an dieser Stelle hinter dem Römerturm. Unzweifelhaft der gleiche Panzer.

Auf dem Foto sieht man zudem weitere kämpfende Einheiten, Qualm. Man sieht zudem einen stämmigen Herrn in einem Trenchcoat, der nach dem Bildkommentar im Magazin offensichtlich ein Pressefotograf ist. Aber ist das wirklich richtig ?

Bei einer genauen Betrachtung der angeblich nachgestellten Filmaufnahmen fällt mir etwas auf. Häuser, Soldaten und die Qualmwolke aus den Filmszenen finde ich auf dem Foto wieder ! Foto und Film müssen am gleichem Ort zur gleichen Zeit entstanden sein. Hier zunächst der wichtige Ausschnitt aus dem Foto

Rechts der Mann im Trenchcoat. Die beiden Soldaten links von diesem Mann im Trenchcoat sind entscheidend. Sie sind in den Filmausschnitten auch zu sehen

Standbild aus dem Film: die beiden Soldaten sind hier genau zu sehen, Nr. 2 näher zum Kameramann, Soldat Nr. 1 dahinter etwas weiter entfernt.


Sekundenbruchteile später. Nr 2 geht weiter vor. Nr. 1 ist gerade verdeckt durch Nr. 2.


Und dies hier ist nun exakt der Augenblick, in dem auch das Foto entstanden ist. Die beiden Soldaten Nr.1 und Nr. 2 haben genau die gleiche Körperhaltung wie auf dem Foto. Der Ausschnitt aus dem Foto hier noch einmal zum Vergleich

Quelle: Magazin "After the battle" #104

Hier hat also ein Fotograf eine Kampfszene festgehalten, die zeitgleich von dem Mann im Trenchcoat gefilmt worden ist.

Bei dem Mann im Trenchcoat handelt es sich um den US-Kameramann Clarence Voight Garrell und bei dem Fotografen entsprechend dem Bildkommentar des Magazins um Fred Ramage.
Jenem Garrell, der die Aufnahmen zuvor am Römerturm gedreht hatte und der auch noch den Abschuß des Sherman am Dom durch den deutschen Panther filmen wird und jener Ramage, der zeitgleich mit den Filmaufnahmen von Garrell das berühmte Foto des abgeschossenen Sherman am Dom fotografieren wird. Beide zusammen in Begleitung der vorrückenden Einheiten.

Und welcher (im Foto oben aber noch nicht zu sehende) Panzer fährt in diesen Filmaufnahmen an dieser Stelle noch durch das Bild ?

Korrekt, der Jumbo-Sherman aus der E-Company, den man schon an der Kreuzung Venloer Straße / Spichernstraße, in der Friesenstraße und am Römerturm gesehen hatte.

Video-Popup:
Die von Filmkameramann Garrell an dieser Stelle aufgenommene Filmszene im Loop.


Auch in diesem Strassenabschnitt schießt ein Panzer der vorrückenden US-Truppen wieder in die davor liegenden Strassenbereiche Richtung Innenstadt. Oben sieht man noch vom Römerturm aus weit hinten ein Fahrzeug stehen (Pfeil). Auf den unteren beiden Bildern ist dieses Fahrzeug nun größer zu sehen, der Kameramann steht jetzt näher und links neben ihm steht ein Panzer, der während der Aufnahmen zweimal schießt. Ein Haus, welches am Anfang der dort folgenden Komödienstrasse steht, wird sichtbar getroffen (rechts, Pfeil). Scharfe Schüsse eines Panzers nun also an mehreren Stellen des gezeigten Vormarschs.

Im Rahmen des Vormarsches, der von Garrell gefilmt wird, entstehen weitere Filmszenen, die zeigen, daß hier nicht die Regie und die Anweisungen des Kameramannes bei einer angeblichen Nachstellung zählen sondern, daß dieser hier alleine ein dokumentierender Kameramann unterwegs ist, der nur das filmt, was sich gerade real im Rahmen des Vormarsches in Köln vor seinen Augen abspielt.

In einer Szene wird eine ältere Dame vor ihrem Haus stehend gefilmt, ihr Haus wird gerade von US-Soldaten durchsucht. Der Kameramann filmt sie gerade, als es im Hintergrund plötzlich zu Schüssen oder Explosionen kommt. Die ältere Dame erschrickt ...

... und läuft anschließend in Todesangst zurück in ihr Haus, um Deckung zu finden. Hier lief also im Hintergrund offensichtlich "echter Krieg" weiter, während der Kameramann gerade Randnotizen des Vormarsches filmte. Hier wurde ganz offensichtlich nicht nach Anweisung des Kameramannes Kriegsgeschehen (Schüsse / Explosionen) nur nachgestellt, denn die Kamera war auf dieses Kriegsgeschehen im Hintergrund in diesem Moment ja gar nicht ausgerichtet.

In einer weiteren Szene filmt der Kameramann, wie ein US-Soldat eine Leiche durchsucht. Plötzlich kommt es wiederum hinter dem Rücken des Kameramannes zu einer Explosion

Links oben kurz vor der Explosion, rechts oben der Explosionsblitz erhellt das Bild. Unten die Ursache zu sehen in der nächsten Filmszene: ein Maschinengewehr der Deutschen wurde von US-Soldaten zerstört, als der Kameramann gerade den Soldaten an der Leiche filmte. Auch diese Szene zeigt, daß hier nicht nach Anweisungen des Kameramannes Szenen nachgespielt worden sind. Auch hier lief im Hintergrund "normales Kriegsgeschehen", während der Kameramann gerade Randnotizen filmte.

In einer weiteren Szene betreten Soldaten für eine Durchsuchung ein Haus. Zwei der Soldaten schauen vor dem Eintritt in das Haus in Richtung Kameramann

Auch das spricht wieder gegen eine nachgestellte Szene. Professionelle Kameraleute wie Garrell hätten "Schauspieler" für eine gestellte Szenen instruiert, gerade nicht in die Kamera zu schauen. Hier hat der Kameramann eine reale Kriegsszene - Hausdurchsuchung - gefilmt und die Soldaten schauen eben auch mal neugierig auf den begleitenden Kameramann, was dieser jetzt wohl filmt. Das ist sicher nicht gestellt.

Wir haben also zusammen fassend mit den Aufnahmen am Römerturm keine isoliert hergestellte Filmdarstellung auf einem noch verhältnismäßig übersehbaren und absperrbaren Straßenbereich. Der Panzer und die Soldaten sind im Film auf einem langen Marsch durch die Stadt zu sehen. Zu sehen ist eine Dokumentation dieses Marsches über eine Strecke von 1 km quer durch die Stadt und über wichtige Straßen und mit mehreren Schüssen eines Panzers in die Umgebung. Die einzelnen Szenen erscheinen realistisch und damit authentisch.
Schon dies macht deutlich, daß eine Nachstellung solcher Kriegsszenen und dazu in diesem großem Umfang kaum vorstellbar ist.

Update 2014

Hermann Rheindorf legt nach. Im November 2014 erscheint ein Buch zu den Ereignissen am 6 März 1945 und eine neue DVD, die sogenannte "Köln 1945 Nahaufnahmen - Edition 2015", also eine Neuauflage der alten DVD von 2008 sowie eine weitere Doku mit dem Namen "Die tatsächlichen Bilder des Panzerduells am Dom". In beiden Dokus führt Rheindorf neue Informationen und Aussagen ein und läßt auch alte Informationen und Aussagen, die nicht haltbar waren, entfallen. Vielfach bringt er auch weitere Argumente ein, die schon bestehende Sichtweisen weiter untermauern sollen.
Die Ereignisse am Römerturm sind auch weiterhin Bestandteil der DVD, Rheindorf fühlte sich aber bemüßigt, seine Meinung zur Nachstellung oder Nichtnachstellung der Szenen am Römerturm noch einmal durch weitere Argumente zu untermauern. Möglicherweise, weil sie auf dieser Webseite hier so in Frage gestellt worden sind ?

Welche Ergänzungen führt Rheindorf ein ?

1.) Zum einen geht er vertieft auf den lachenden Soldaten ein.

So versucht er sich darin, das Verhalten des lachenden Soldaten auszulegen, indem er eine kleine Geschichte dazu erfindet, was hier genau passiert ist.
Er weist kommentierend darauf hin, daß das Lachen des Soldaten dem die Szene filmenden Kameramann Garrell, der schließlich Kriegsereignisse dokumentieren wolle, nicht gefallen haben dürfte, weil dieses Lachen ein "Ausdruck fehlender Ernsthaftigkeit" gewesen sei. Rheindorf führt dann weiter aus, daß man dies dem GI wahrscheinlich auch sofort zu verstehen gegeben habe, denn sein Lächeln würde nun direkt wieder einfrieren. Und dann führt er aus, es sehe so aus, als ob er den Soldaten, der eben an ihm vorbei gelaufen sei nun noch zurück winken wolle.

Es ist schon spannend, was in so kurzer Zeit alles passieren soll.
Zunächst einmal sieht man gar nicht, ob und wer dem lachenden Soldaten nun etwas zu verstehen gegeben haben soll. Bei den im Bild sichtbaren weiteren Soldaten sieht man jedenfalls keine sichtbaren Reaktion auf das Lachen, ein Kopfverdrehen, Kopfschütteln oder ähnliches. Auch die filmende Kamera wackelt nicht, was sicher der Fall wäre, wenn der Kameramann, die Kamera vor dem Kopf befindlich, etwas rufen würde.
Immerhin dauert das sichtbare Lächeln bis zum "Einfrieren" auf normale Film-Geschwindigkeit gebracht (also nicht in der extremen Zeitlupe, die Rheindorf verwendet) gerade mal 1 Sekunde (!) und der Soldat schaut dabei auch nicht in eine bestimmte Richtung sondern sein Blick schweift. Er schaut also nicht etwa jemanden bewußt an, der ihm gerade eine Anweisung erteilen würde.
Nicht verwunderlich, da müßte ihm ja auch jemand binnen 1 Sekunde inkl. Reaktionszeit des Anweisenden auf das Lachen und Reaktionszeit des lachenden Soldaten auf die Anweisung angewiesen haben. Alles in 1 Sekunde !?!
Es ruft auch nicht der dokumentierende und nun vielleicht erboste Kameramann, denn der Soldat schaut gar nicht in seine Richtung.

Das angebliche gestartete Zurückwinken, also das Bewegen des Arms des Soldaten ist gerade einmal 5 Filmbilder sichtbar. Das entspricht einer Zeit von 0,2 Sekunden. Und direkt nach dem letzten Bild ist die Filmsequenz auch schon zu Ende. Man sieht auch nur eine Bewegung vom Körper weg.

5 Filmbilder, 0,2 Sekunden Dauer. Wirklich ein angesetztes Zurückwinken ?

Die ganze Bewegung des Soldaten, umdrehen und angesetzte
Armbewegung in Zeitlupe ...

Schon spannend, daß man da ein nun folgendes Zurückwinken erkennen soll.
Und spannend, daß hier angeblich dieser einfache Soldat jetzt die Regiearbeit übernehmen kann und Direktionen an andere Soldaten erteilt und nicht der eben angeblich noch Anweisende oder der Kameramann. Nein, der einfache Soldat soll jetzt den anderen Soldaten zurück rufen für eine Neuaufnahme der Szene (die es dann ja auch gar nicht mehr gibt). Garrell beläßt es ja bei dieser Sequenz und dreht sie nicht erneut, was bei angeblich nachgestellten Aufnahmen ja kein Problem gewesen wäre.

Und vor allem. Der eben vorbei laufende schießende Soldat, in dessen Richtung der "ex-lachende" Soldat im letzten Bild schaut, ist in diesem Moment schon gut und gerne 30 Meter in den Hintergrund davon gelaufen (Pfeil im Bild oben). Der würde ein Winken gar nicht mehr sehen, geschweige denn bei dem Geballer etwas hören. Ein Zurückwinken wäre also ohnehin vergebliche Liebesmühe.

Und noch etwas. Man muß sich doch ernsthaft die Frage stellen, wenn das Lachen nun wirklich so schlimm ist für Garrell, der ernste Kriegsereignisse filmen will. Warum beläßt Garrell denn diese "Lachbilder" auch noch im fertigen Film ? Und erst recht, wenn die Aufnahmen tatsächlich gestellt sein sollten, wo man als Regisseur dann noch etwas genauer nach Haaren in der Suppe suchen würde, nach Bildern, die eine Nachstellung verraten würden.
Knapp 1 1/2 Sekunden nach dem ersten Filmbild mit sichtbarem Lachen ist die Filmszene ohnehin zu Ende, alles Wichtige war vor dem Lachen schon im Kasten (das Laufen und Schießen des Soldaten). Warum schneidet Garrell eine ach so grauenhafte und störende Lachszene von 1 1/2 Sekunden Länge nicht einfach raus ???

Eher wahrscheinlich erscheint mir hier auch, daß das Heben des Arms weniger der Ansatz zu einem Zurückwinken gewesen ist, als eher ein von einer Geste des Handerhebens begleitete nachgeschobene Kommentierung des Laufstils des Soldaten. Eher ein Abwinken, eine sein Lachen ergänzende Reaktion nach dem Motto "der läuft aber auch daher...". Dazu würde eine wischende Bewegung des Unterarms und der Hand vom Körper weg durchaus passen.

Zur Tatsache, daß ein Lachen von Soldaten als solches in Kriegswirren sicher nichts absolut ungewöhnliches war, hatte ich ja schon weiter oben in meiner Kommentierung zur ersten DVD-Version geschrieben.
So hat es offensichtlich auch Garrell gesehen und ist die Deutung Rheindorfs wohl eher einem Wunschdenken geschuldet, daß sich hieraus eine Nachstellung von Kriegsereignissen deuten ließe.

2.) Kommen wir zum zweiten Neuansatz Rheindorfs. Er betrachtet dazu verschiedene Szenen, die Garrell am Römerturm gedreht hat.

Dies macht er anhand der folgenden groben Szenenfolge in seiner Doku, wo folgendes zu sehen ist:


Der Sherman fährt an die Straßenecke  

Der Sherman schießt Richtung Innenstadt

Soldaten sind in Kampfbereitsschaft hinter dem Sherman zu sehen, scheinen im Gefecht zu sein

Der Sherman fährt am Römerturm vorbei. Dort stehen drei Personen am Römerturm, ein Soldat läuft neben dem Sherman. Weitere Soldaten stehen etwa 50 Meter weiter Richtung Dom

Ein Soldat läuft schießend über die Straße Richtung Römerturm. Der "lachende Soldat" ist zu sehen

Soldaten laufen nach links "mitten über die Straße"

Aufgrund dieser Szenenreihenfolge wirft Rheindorf also die Frage auf, warum schon weiter im Hintergrund Soldaten zu sehen seien, als der Sherman am Römerturm vorbei fährt, nachdem doch gerade in der Szene davor die Soldaten hinter dem Sherman in der Friesenstrasse noch in Gefechtsstellung gewesen seien. Zudem stünden drei GIs am Römerturm, wirkten unbeteiligt und plauderten munter miteinander. Und dann würde in der nächsten Szene der wild schießende Soldat über die Straße laufen.
Rheindorf leitet diese Szene mit folgendem Satz ein:

"Der Panzer ist nach vorne weg gefahren "

Den Lauf des dann durchs Bild laufenden und gleichzeitig schießenden Soldaten kommentiert Rheindorf anschließend mit dem Satz:

"Warum er schießt, ist nicht klar"

Diese Situation kann seiner Ansicht nach also nur bedeuten, daß die ganze Situation keine echte Kriegsszenerie zeigt und nachgestellt ist.

Nun, abgesehen davon, daß beim Vorrücken von Soldaten in Kriegsgebieten diese durchaus schon einmal zu schießen pflegen, feindliche Soldaten sind eher weniger durch gepflegte Kommunikation zu beeindrucken, bleibt es natürlich auch in fast jeder gefilmten Kampfhandlung manchmal unklar, warum und auf wen jemand sichtbares schießt. In den gesamten Filmberichten aus Köln sieht man z.B. eher selten mal konkret ein Ziel, auf das geschossen wird, also z.B. einen Scharfschützen in einem Wohnhaus oder sonst ein Ziel, auf das Panzer oder Granatwerfer zielen. Und der Kameramann stellt sich bestimmt nicht vor das Haus oder in ein direktes Sichtfeld, um den darin stehenden Scharfschützen zu filmen, damit man als Betrachter auch sehen kann, worauf konkret die US Soldaten so schießen.

Dazu kommt noch, daß man prinzipiell schon fragen könnte, ob eine angeblich so merkwürdige oder irreale Situation dann nicht schon vom Kameramann Garrell vermieden worden wäre. Beim Thema lachender Soldat oben ist Garrell laut Rheindorf noch der angeblich kalkulierende Dokumentarfilmer, der ein Kriegsereignis filmen will und dem der lachende Soldat nicht passen soll.
Würde es ihm denn dann tatsächlich passen, wenn drei Soldaten wie verloren da rum stehen und dies im Sinne der Darstellung eines Kriegsereignisses Zweifel an der Echtheit der Filmszene hinterlassen könnte ???
Mit anderen Worten, hätte ein Kriegsgeschehen im Rahmen eines Nachdrehs dokumentierender Garrell die drei Personen am Römerturm oder die anderen im Hintergrund sichtbaren Soldaten da tatsächlich stehen lassen, wenn in einer nun zu drehenden nachgestellten Filmszene der Sherman dort vorbei fahren sollte und dies dann nicht in das Konzept einer nachgestellten Kriegsszene gepaßt hätte ????

Schauen wir uns die drei Personen einmal genauer an:


Links oben, die drei Personen bevor der Sherman durchfährt, dann kommt der Sherman, oben rechts, Soldat läuft daneben, läuft nach hinten weg, Panzer fährt weg, die drei Personen stehen weiterhin dort, unten rechts.

Die Originalfilmszenen sind sehr duster, ich mußte mein Bildbearbeitungsprogramm schon ziemlich kitzeln, um die drei Personen halbwegs sicht- und deutbar zu machen.
Rheindorf will folgendes in diesen Bildern sehen:

"Als der Panzer am Römerturm vorbei fährt, sieht man, daß andere GIs schon da sind und zu dritt locker redend und unbeteiligt am Straßenrand stehen."

... und weiter...

"Es sieht so aus, als ob sie sich sehr wundern, warum ein GI so schnellen Schrittes an ihnen vorbei läuft"

Damit will er natürlich wieder auf seine These anspielen, daß vermutlich alles gestellt sei, eigentlich also gar nichts gefährliches stattfinden könne. Warum rennt der Soldat also ?

Hier ein bearbeiteter Bildausschnitt der drei Personen, die Szene ist um die die Soldaten abdeckende Durchfahrt des Sherman gekürzt ...

Video popup:
Diese Szene in noch größerer Auflösung

Also ich persönlich kann diesem Filmstück in schlechter Bildqualität und drei schlecht sichtbaren Personen in so weiter Entfernung ein "Wundern" nicht entnehmen, auch das "lockere Reden" ist wohl eher wild hereininterpretiert als Realität. Die rechte der drei Personen ist mit etwas anderem beschäftigt und schaut offensichtlich auf etwas, was an ihrem Körper oder in der Hand ist. Diese Person "locker-redet" oder "wundert" sich also schon mal überhaupt gar nicht.
"Unbeteiligt" erscheinen die Personen schon, aber es ist schon kurios, wie Rheindorf hier dieses "Wundern" und "lockere Reden" erkennen will.
Die drei Personen stehen da und wirken unbeeindruckt durch das Vorbeifahren des Panzers und des Soldaten, ja. Aber was sollen sie aufgrund des Vorbeifahrens des Panzers oder des Laufens auch tun, zusammen ducken, auf den Boden werfen, applaudieren ? Es sieht für mich eher so aus, als ob sie an dieser Stelle bestimmte militärische Aktionen abwarten würden, die sich weiter vorne abspielen. Möglicherweise sind die US Soldaten weiter vorne noch damit beschäftigt, Scharfschützen auszuschalten.

Möglicherweise handelt es sich bei den Personen auch gar nicht um kämpfende Truppe sondern um Journalisten. Am 6. März 1945 wurden die Soldaten in Köln von Heerscharen von Journalisten bzw. Reportern begleitet, die für militärische oder zivile Nachrichtenorgane vom Vormarsch berichtet haben. Möglicherweise hat man diese Personen auch schon zuvor in einer Szene gesehen

Die mit Pfeilen markierten Personen sehen den drei Personen am Römerturm doch sehr ähnlich. Sie unterscheiden sich von den Soldaten im Hintergrund und könnten sehr gut begleitende Journalisten bzw. Reporter sein. Das würde auch erklären, warum sie am Römerturm vergleichsweise weit hinten stehen, nicht kämpfen und relativ entspannt wirken.

Und, wenn dort laut Rheindorfs Theorie angeblich Kampfszenen gezielt und extra nachgestellt werden, warum sollten sie sich auch überhaupt wundern ? Denn dann war das doch eine geplante nachgespielte Aktion, eine genau geplante Actionszene, in der der Panzer vorbei fahren und der Soldat vorbei laufen sollte. Warum sollten sie sich als eingebundene "Schauspieler" oder Journalisten dann also tatsächlich "wundern", wie Rheindorf behauptet ? Damit die Szene stimmig wäre, hätte Kameramann Garrell nach der Positionierung dort die beteiligten Personen doch bestimmt aufgeklärt, was in der nächsten gestellten Szene passieren sollte (Panzer, laufender Soldat ...).

Also, ich kann mir nicht helfen, Rheindorf kann hier schon selber ganz eindeutig keinen roten Faden in seiner eigenen Argumentationskette entwickeln.

Ich persönlich kann jedenfalls in dieser Szene isoliert betrachtet nichts merkwürdiges feststellen.

Die drei Personen stehen in Deckung durch den Römerturm (gestrichelte Linie). US-Soldaten stehen bereits weiter vorgerückt Richtung Dom (Pfeile), dort besteht also schon ein gewisse Absicherung. Weiter Soldaten und der Panzer rücken vor. Warum sollte der eine Soldat nicht laufen, zumal in der Deckung durch den Panzer. Vielleicht wurde er gerade in eine bestimmte Position beordert, vielleicht hatte er es zuvor versäumt, mit vorzurücken und mußte nun schnell aufrücken, um vorne im Angriff mit zu helfen ...
Der Kameramann steht auch noch etwas in Deckung, was an den links ins Bild ragenden Teilen des Eckhauses, wo der Sherman einmal stand, zu sehen ist (Markierungen links). Die drei Personen und der Kameramann stehen also schon in etwas gesicherter Position.

Wo man nun Rheindorf aber doch einmal recht geben muß ist, daß - jedenfalls bei der von ihm zugrunde gelegten Szenenreihenfolge - das Schießmanöver des über die Straße laufenden Soldaten zumindest dann doch etwas kurios ist, wenn der Panzer tatsächlich schon vorbei gefahren sein sollte und eigentlich schon weiter nach vorne Richtung Dom gefahren sein sollte und dort somit Häuser abdecken würde, in denen möglicherweise Scharfschützen lauern könnten. Warum hätte der Soldat dann noch so wild schiessen müssen ?

Aber leider hat Herr Rheindorf, der ja sonst immer gerne auf kleine Details wie herum stehende Personen oder lächelnde oder sich wundernde Personen achtet, bei der Szenenreihenfolge ein kleines Detail übersehen.
Die Reihenfolge der von ihm verwendeten Filmszenen scheint nämlich so nicht korrekt zu sein. Offensichtlich sind die einzelnen Filmszenen in der seinerzeitigen Nachbearbeitung des Films zeitlich falsch zusammen geschnitten worden. Die richtige Reihenfolge ist nämlich so, daß der Sherman als letztes am Römerturm vorbei gerollt ist, nachdem die anderen Soldaten (u.a. auch die in den speziellen Filmszenen sichtbaren) diesen bereits passiert haben.

Der Sherman ist nämlich ganz offensichtlich nicht weiter um die Ecke gefahren, nachdem er an der Ecke stehend zunächst Richtung Innenstadt / Dom geschossen hat. Dieses Schießen sollte offensichtlich eine erste Bereinigung der näheren Umgebung vom Feind bewirken, der sich dadurch zurück ziehen sollte. Danach ist der Sherman aber offensichtlich wieder ein Stück zurück in die Friesenstrasse gerollt und stand somit wieder ein wenig von der Strassenecke entfernt. Warum er das tat, ist nicht ganz klar. Möglicherweise, weil vielleicht plötzlich von hinten noch einmal Beschuss kam, aus eigentlich schon durchquertem Gebiet. Oder er sollte die Soldaten nicht behindern, die an der Ecke zum Lauf über die Strasse starten wollten.

Zeitlich korrekt ist aber in jedem Fall eine andere Reihenfolge als die von Rheindorf voraus gesetzte !

Nach den Szenen, in denen der Panzer an der Ecke schießt, setzt dieser erst einmal wieder zurück. Nach welcher Zwischenzeit auch immer stürmen dann die US-Soldaten nach vorne. Diejenigen, die nach rechts in den Hintergrund laufen, am Römerturm vorbei und diejenigen, die sich mehr nach links orientieren. Der nach rechts laufende Soldat schießt in Richtung des Feindes, also die Straße runter Richtung Innenstadt / Zeughaus. Und erst nachdem die Soldaten auch auf der linken Seite das vordere Areal erreicht haben, fährt dann der Sherman vorbei. Dies erklärt auch die von Rheindorf beanstandete merkwürdige Situation, daß beim Vorbeifahren des Sherman am Römerturm dort und weiter vorne Richtung Innenstadt plötzlich schon US-Soldaten bzw. andere Personen stehen.

Woraus ergibt sich aber nun, daß die Filmszene mit dem Panzer nicht in der richtigen zeitlichen Reihenfolge gezeigt wird ?

Ganz einfach eigentlich. Schaut man sich die Szene an, in der der Sherman vorfährt, fällt doch eines auf:

Die Ketten des Sherman hinterlassen auf der Strasse deutlich sichtbare Spuren !

Diese Spuren müßten also auch auf den Bilder zu sehen sein, auf denen die Soldaten Richtung Dom laufen (was ja in Rheindorfs Reihenfolge später als das Passieren des Römerturms durch den Sherman geschehen sein soll).


Die Szene, in der der Soldat schießend über die Straße Richtung Römertum läuft (schießender Soldat bereits im Hintergrund)

Keine Panzerspuren auf der Straße zu sehen !


Die Szene, in der weitere Soldaten sich mehr nach Links orientieren, um vorzurücken

Keine Panzerspuren auf der Straße zu sehen !

Übrigens ist hier ja auch nirgendwo ein Sherman zusehen, der ja eigentlich nach Rheindorfs bisheriger Szenenreihenfolge dort schon irgendwo stehen müßte und somit sichtbar sein müßte. Ist er aber nicht (und offensichtlich ist das Herrn Rheindorf auch nicht aufgefallen ?).


Die Szene mit dem Panzer noch an der Ecke Friesenstrasse stehend. Hier sieht man ebenfalls gut, daß der Panzer Fahrspuren hinterläßt, wo er vorher hergefahren ist.


Und wenn man sich die Szene mit dem über die Straße laufenden und schießenden Soldaten genau anschaut, fällt auch auf, daß man im Vordergrund noch die Spuren der Ketten des Sherman Panzers sehen kann (Pfeile). Sie zeigen, er ist bis zur Ecke vorgefahren, von dort aber ganz offensichtlich auch wieder zurück gefahren, denn sie enden an dieser Stelle und gehen nicht weiter nach vorne weg und der Panzer steht dort auch nicht mehr. Er konnte also nur von dort wieder zurück gesetzt sein.


Und in der Szene mit dem schießenden Soldaten ist der Panzer auch wieder zu sehen, jedenfalls eine kleine Ecke von ihm links im Vordergrund des Bildes (Pfeil). Er ist also nur ganz wenige Meter zurück gesetzt.


Ist das auch "unser" Sherman ? Vergleich der vorderen Kanten des Sherman.
Links die Aufnahme am Römerturm.
Rechts, der Sherman vom Römerturm fährt in anderer Szene am Kameramann vorbei, das Einzelbild ist vom Beginn der Vorbeifahrt dort.
Die in beiden Aufnahmen sichtbaren identisch befestigten Schnüre zeigen, es ist der gleiche bekannte Sherman, der am Römerturm noch vor der Ecke steht, als der schießende Soldat über die Strasse läuft.

Die Szene mit dem am Römertum vorbei fahrenden Sherman muß also nach alledem zwangsläufig gedreht worden sein, als die Soldaten schon weiter Richtung Dom vorgerückt waren.


Und ob die Aufnahmen mit den Soldaten in Kampfbereitschaft gemacht wurden, als der Sherman gerade direkt an der Hausecke stand, ist auch eher fraglich. Wie der Bildvergleich zeigt, stand der Panzer bei diesen Aufnahmen wohl eher nicht genau an der Ecke. An der Ecke stand er - wie die Filmbilder zeigen - ziemlich schräg und leicht gedreht. Bei den Aufnahmen mit den Soldaten in Kampfbereitschaft steht er gerade und geradeaus in der Friesenstrasse und damit offensichtlich nicht an der Hausecke.

Die richtige zeitliche Reihenfolge der Filmszenen betreffend die (laufenden) Soldaten wäre also danach wie folgt:


Soldaten sind in Kampfbereitsschaft hinter dem Sherman zu sehen  

Der Sherman ist vorgefahren, steht an der Straßenecke

Der Sherman schießt von dort Richtung Innenstadt

Soldat läuft, nachdem der Sherman offensichtlich wieder zurückgesetzt hat, schießend über die Straße Richtung Römerturm. Im Hintergrund rechts stehen bereits weitere Soldaten. Der "lachende Soldat" ist am Ende der Szene zu sehen

Soldaten laufen nach links und dann weiter vor. Im Hintergrund rechts stehen bereits weitere Soldaten

Der Sherman fährt am Römerturm vorbei. Dort stehen drei Personen am Römerturm, ein Soldat läuft neben dem Sherman. Weitere Soldaten stehen weiter im Hintergrund rechts

Damit ist die Szene mit dem vorbei fahrenden Sherman am Römerturm nicht mehr im geringsten kurios, wenn man weiss, daß die US Soldaten tatsächlich schon weiter vorgerückt waren.
Warum der eine Soldat beim Laufen geschossen hat ? Offensichtlich wollte er sich möglicherweise weiter vorne noch in den Gebäuden aufhaltende Scharfschützen in Schach halten, als er so frei quer über die Strasse gelaufen ist, ohne den Schutz einer Hauswand. Die Soldaten im Hintergrund rechts (Richtung Dom) standen ja schon in der Deckung des Kiosks bzw. der dortigen Gebäude. Diese mußte er erst noch erreichen.

Nach der Sicherung des Areals rückten dann schließlich auch die nachfolgenden Truppenteile bzw. der Panzer nach.


Auf diesem Bild ist zu erkennen, welches Areal von den Soldaten in diesem Moment als praktisch gesichert betrachtet werden konnte (innerhalb der gestrichelten Linie, also quasi das Areal zwischen Kiosk in der Bildmitte und Römerturm) und welches Areal in jedem Fall als noch nicht gesichert betrachtet werden mußte. Das war das Areal hinter dem Kiosk und dem dortigen Schuttberg (gelb eingefärbt). In Richtung dieses gelb markierten Areal hat der Soldat auch tatsächlich geschossen, als er die Strasse ohne Deckung überquerte

Das erkennt man sehr gut an der Richtung der Tracer-Linien in der Filmszene.

Ein paar Worte zu den Soldaten, die in den Aufnahmen am Römerturm im Hintergrund rechts zu sehen sind. Bei einer reinen Nachstellung von Kriegsszenen - also z.B. schießender Soldat, vorbeifahrender Panzer - hätte man sicherlich auf die Positionierung von Soldaten weit im Hintergrund, wo sie auf den Filmbildern nur ganz klein und kaum zu sehen sind, verzichten können.
Schaut man sie sich aber in einer Vergößerung auch einmal genauer an, fällt auf, daß sie nicht nur dort gelangweilt herum stehen sondern schon einer einer echten Kriegssituation angemessenen Weise aktiv sind. Sie stehen dort in Deckung, schauen vorsichtig um die Ecke in Richtung Feind bzw. klettern einen Schutthaufen hinauf, um eine gute Übersicht zu haben und ggf. auf den Feind schießen zu können.

Dies ist das normale Filmbild, die Soldaten auf dem Schuttberg sind hier gar nicht zu sehen, so klein im Hintergrund erscheinen sie.

Daß sie hier einen Schutthaufen hinaufklettern, ist selbst im obigen vergößerten Ausschnitt des Filmbildes nur zu erahnen. Aber sie tun es und ein solches Bild, sich auf einem Schuttberg einen Überblick zu verschaffen, sehen wir auch in anderen Filmbildern dieses Tages in Köln. In so einer weiten Entfernung von einer Kamera hätten sie das bestimmt nicht getan, wenn es nicht in der Situation aus anderen Gründen notwendig gewesen wäre, sprich eine echte Kriegssituation gewesen wäre. Die Kamera war ihnen sozusagen auch egal, weil es keine geplanten Actionszenen waren (auf denen sie auch so gut wie gar nicht zu sehen gewesen wären).

Hier ein bearbeiteter und stark vergrößerter Filmausschnitt der Szenen, wo Soldaten am Römerturm im Bildvordergrund nach links weg in den Hintergrund laufen

Deutlich zu sehen, wie die Soldaten rechts neben dem Kiosk in der Bildmitte den Schuttberg (durch den sie zeitgleich in Deckung vor dem Feind stehen) hochklettern, um einen Überblick über die Situation in Hintergrund zu bekommen. Das sieht nicht so aus, als ob sie hier während eines reinen Nachdrehs von Kriegsszenen weit entfernt von der Kamera nur "Sandkasten" spielen wollen.


Hier ein Standbild aus einer anderen Filmszenen im Bereich Gladbacher Strasse. Soldaten gewinnen auf einem Schutthaufen einen Überblick und schießen von dort auch auf den Feind. Also auch woanders eine nicht unübliche Vorgehensweise in einer Gefechtssituation.

Video popup:
Ergänzende Studie: drei Szenen vom Römerturm in starker Vergrößerung zeigen die US-Soldaten im Hintergrund und ihre Kriegshandlungs-normalen Aktivitäten


Weiterer Gedanke. Würde man in einer nur für die Kamera nachgestellten Szene das Risiko eingehen, daß ein im Laufen schießender Soldat in eine Richtung schießt, in der sich schon andere US-Soldaten befinden, nämlich die im Hintergrund rechts gehenden Soldaten (oberer Pfeil), die schon zuvor dorthin gelaufen waren ? Deutlich ist der Tracerstrahl (unterer Pfeil) eines Schusses des Soldaten zu sehen, der zumindest ganz grob in diese Richtung geht. Man konnte sicherlich nicht ganz ausschließen, daß bei einer ungeschickten Bewegung während des Laufens auch Schüssen in Richtung der anderen Soldaten gehen könnten und diese möglicherweise sogar treffen könnten. Eine Gefahr, die man in einer echten Kampfsituation sicher eher in Kauf genommen hätte als bei einer nachgestellten Szene. Auch das spricht für eine echte Kampfszene.

Rheindorf geht übrigens im Rahmen der Gesamtbezweifelung dieser Szenen am Römerturm u.a. auch auf die beiden im Hintergrund befindlichen US-Soldaten ein, welche man sehen kann, als der eine Soldat schießend über die Straße rennt. Er zeigt sich sehr verwundert, dass diese offensichtlich keine Deckung suchen, weder vor den Kugeln der eigenen Leute noch vor den deutschen Kugeln.
Aber haben sie denn eine Deckung überhaupt nötig ?

Nun, wenn alle amerikanischen Soldaten immer in Deckung gegangen wären, nur weil eigene Soldatenkollegen geschossen haben, dann wären die Vormärsche wohl erheblich langsamer abgelaufen. Diese beiden Soldaten standen ortsfest und vor allem für die anderen US-Soldaten gut sichtbar dort und konnten daher wohl mit gutem Gefühl davon ausgegehen, dass sie nicht von ihren eigenen Kollegen absichtlich beschossen wurden.
Die deutschen Kugeln sind natürlich ein besseres Argument. Aber wenn man sich das Areal anschaut, in dem die US-Soldaten im Hintergrund zu diesem Zeitpunkt waren, wird deutlich, dass sie eigentlich garkeine Deckung suchen mußten, denn sie waren ja schon in guter Deckung ! Die damalige Bebauung dieses Areals war eine andere als heute. Dort, wo heute die Zeughausstraße zur Straße Auf dem Berlich hin eine weite geschwungene Kurve läuft, war damals noch eine Bebauung mit Häusern. Diese waren am 6. März 1945 zwar zerstört, aber die Wände und Trümmer der Häuser verschafften allen Soldaten in diesem Bereich eine sehr gute Deckung in Richtung der Deutschen

Ein Photo, welches zeitlich etwas später in der Nähe des Kiosks in diesem Bereich gemacht wurde. Gut sichtbar links vom Kiosk hohe Trümmer, Rechts vom Kiosk eine hohe Mauer und weitere Trümmer.

Der selbe Kiosk zeitlich wieder etwas früher aus Sicht des Bereichs am Römerturm. Gut erkennbar wieder die Trümmer und die dort befindliche hohe Mauer

Und an die Mauer schlossen rechts auch noch weitere Häuser an.

Zusammenfassend: eine bessere Deckung Richtung der deutschen Seite konnten die Soldaten, die sich im dortigen Bereich befanden, gar nicht haben. Diese mußten dort also keine spezielle weitere Deckung mehr aufsuchen.

Dass speziell diese beiden Soldaten im Hintergrund gar keine Reaktion auf die Schießerei des US-Soldaten gezeigt haben, kann im Übrigen so auch nicht aufrecht erhalten werden. Schaut man sich die Soldaten herangezoomt etwas genauer an, wird deutlich, dass sie schon eine Reaktion zeigen und sich schon etwas aus der Schussbahn des Kollegen in Richtung der rechts befindlichen Hauswand weg bewegen. Es macht sogar den Eindruck, als ob der eine Soldat den anderen Soldaten etwas in diese Richtung zieht

Die gezeigte Verwunderung Rheindorfs zu angeblich keinerlei Deckungssuche ist also auch hier nur eine den Betrachter verwirren sollende "Blendgranate", die jedoch wirkungslos verpufft ...

Ein Satz noch zu der Kommentierung Rheindorfs zu der Szene, als die Soldaten nach links vorne laufen.

Er sagt erläuternd dazu:

"Während sich der Panzer eben noch an die Hauswand gepresst hat, laufen die ungepanzerten Infanteristen aufrecht und mitten auf der Strasse".

Nun, ich weiß ja nicht, welche nichtaufrechte Position bei einem raumgreifenden Vorrücken von Soldaten sich Herr Rheindorf so vorstellt, wie sie hätten laufen sollen. Sie gehen in der Filmszene ja auch nicht gerade nur spazieren. Sie laufen und diese "aufrechte" Haltung ist natürlich auch die beste Haltung, um ggf. einmal schnell von der Waffe Gebrauch machen zu können, den Überblick zu behalten und vor allem schnell voran zu kommen.

Schaut man sich andere Filmbilder vom Einmarsch der US-Truppen in Köln an, laufen die Soldaten fast überall aufrecht über die Strassen, auch in Kampfszenen bzw. beim Häuserkampf. Warum sollten dies bei den Soldaten am Römerturm also unbedingt anders aussehen ?

Und der Kommentar "mitten auf der Strasse" ?:


"Mitten auf der Strasse" ist genau so weit hergeholt. Da läuft kein Soldat mitten auf der Strasse, wie man in den Filmbildern gut sehen kann, wenn man sie ganz nüchtern betrachtet. Der Soldat ist zwar auch mal mitten im Bild zu sehen aber das ist nicht die Mitte der Strasse. Der filmende Kameramann steht an der Strassenecke zur Zeughausstrasse, im Vordergrund sichtbar die Schuttberge, die um das Eckhaus herum liegen. Wenn ein Soldat am Kameramann vorbei nach links an den Häuserfronten vorbei laufen will (die dort hinter der Hausecke eine leichte Kurve zurück machen), muß er also zunächst um diese Schuttberge herum laufen und läuft dann dem Kameramann einmal von rechts nach links durchs Bild. Aber das ist dann nicht mitten auf der Strasse, die Soldaten laufen an diesen Schuttbergen entlang und damit am Strassenrand und so nahe wie möglich zur Hauswand hin.


Oder hier, die Soldaten (Pfeil) von oben sind ein Stück weiter voran gekommen. Aber "mitten auf der Strasse" ??? Näher zur Häuserfront geht ja gar nicht, da liegt der Schutt und über den wollten sie bestimmt nicht klettern ...

Aber hieran zeigt sich auch mal wieder deutlich die Methodik von Herrn Rheindorf, mit der er seine Meinung dem Betrachter aufdrängen möchte. Was man so sicher als Erzähler in einem Film behauptet bzw. kommentiert, bleibt erst einmal im Kopf des Betrachters hängen. "Mitten auf der Strasse und dazu auch noch aufrecht" hört der Betrachter des Films und wandelt dies direkt gedanklich in ein unbehagliches "Beim Angriff aufrecht und mitten auf der Strasse laufen, da stimmt doch wirklich was nicht" um.
Dass das Bild dazu den Augen eigentlich ganz was anderes zeigt, wird überdeckt. Aber ein Saatkorn des Mißtrauens ggü. dieser Filmszene ist gesetzt und die Meinung des Autors dem Betrachter so gut wie eingepflanzt .

Ist es ungewöhnlich, daß Soldaten vor den Panzern laufen bzw. nicht nur hinter ihnen her ?
Nein, wie man in den folgenden Bilder sehen kann, war das kein seltenes Bild. Die Soldaten tätigten den Häuserkampf und wurden dabei von den Panzern im Hintergrund unterstützt:

Soldaten ein Stück hinter dem Römerturm erneut vor dem Sherman.


Soldaten zuvor in der Friesenstrasse vor dem Sherman.

Und ein Bild von weiter oben noch einmal:

Quelle: Magazin "After the battle" #104
Der Panzer fährt mit, Soldaten laufen schon ein Stück vor.

Auf der neuen DVD von Rheindorf gibt es eine weitere Szene an dieser Straßenecke am Römerturm, wo Garrell Sodaten filmt, die um die Ecke Richtung Dom laufen. Ein amerikanischer Soldat, der an der Ecke steht und Richtung Römerturm schaut, dreht sich in diesem Moment um und schaut direkt in die Kamera, die in seine Richtung gerichtet ist. Auch merkwürdig, wenn das eine nachgestellte Szene sein sollte, in der die "Schauspieler" zuvor zwangsläufig eingewiesen worden sein müssen, etwas bestimmtes zu spielen. Es scheint in dieser Szene eher so, daß der Soldat gar nicht ahnte, daß gerade dort an dieser Stelle der begleitende Kameramann stand und Aufnahmen machte. Anweisungen, was er in einer angeblichen Nachstellung tun sollte, hat dieser Soldat ganz bestimmt nicht erhalten.
Die Szene ist in den gängigen Dokumentationen in TV und im Web auch nicht zu finden. Vermutlich hat Rheindorf sie im Nachlaß von Garrell gefunden und diese wurde seinerzeit in den gängigen Veröffentlichungen gar nicht verwendet. Vermutlich gerade weil der Soldat so in die Kamera geschaut hat - das war Garrell als Profi wohl tatsächlich nicht recht. Aber wenn dies eine aus Garrells Sicht so wichtige nachgestellte Szene gewesen sein sollte, warum hat Garrell sie damals nicht einfach noch einmal gedreht und sie dann in der Endfassung auch verwendet , anstatt sie nach einem Dreh hinterher offiziell nicht zu verwenden ?

Ein kleines Stück Weg weiter entstand dann eine weitere Szene, wo Garrell den Panzer am Zeughaus stehend filmte, neben dem Panzer steht ein Soldat. Auch diese Szene wurde seinerzeit wohl ersatzlos ausgemustert und von Rheindorf in Rohfassungen aus Garrells Nachlaß gefunden. Hinter einer links im Bild sichtbaren Stützmauer des Zeughauses stehen weitere US-Soldaten. Es wird nicht deutlich, was sie dort machen. Vielleicht urinieren sie dort oder rauchen eine Zigarette. Sie schauen in der Szene nacheinander neugierig um die Ecke zum Kameramann, während dieser die Szene mit Panzer und Soldat dreht. Auch das ist also bestimmt keine nachgestellte Szene. Der Kameramann hat den Soldaten bestimmt keine Weisung gegeben, nacheinander um die Mauer in die Kamera zu schauen und damit die Szene aus Sicht eines professionellen Kameramannes zu versauen. Und sie wurde ganz offensichtlich auch nicht erneut gedreht, ohne neugierige Soldaten. Diese Szene erscheint somit ebenfalls authentisch im Rahmen von Gefechtssituationen am 6. März 1945. Garrell hat einfach Situationen gefilmt, wie sie sich in diesen Momenten zufällig ergaben - dies beinhaltete halt auch das "Risiko", daß Soldaten auch schon mal neugierig in die Kamera schauten.

Rheindorf selber zieht zu Beginn seiner Doku "Die tatsächlichen Bilder des Panzerduells am Dom" Bilder aus den damals üblichen Propagandafilmen wie "Battle of the Peace" heran, in denen wirklich Szenen z.B. von Gerichtsverhandlungen in Studioumgebung nachgestellt worden sind. Das waren echte Spielszenen, gut ausgeleuchtet, Kamera auf Stativ gesetzt, denen man auch schon ansehen konnte, daß hier eindeutig Szenen gestellt oder zumindest dirigiert worden sind. Und zu einer dieser für Köln relevanten Filmeszenen (Einlieferung eines Nazis im Gefängnis) hat er in einem Archiv auch Outtakes gefunden hat, also Wiederholungen von Aufnahmen, die nicht verwendet worden sind.

Man muß sich also fragen, wo sind die Outtakes der laut Rheindorf vielen angeblich nachgestellten Szenen vom Kriegsgeschehen am 6. März 1945 in Köln ? Wenn alles mit großem Aufwand nachgestellt worden sein soll, warum gibt es keine Outtakes, obwohl ja laut Rheindorf ganz viele Szenen so auffällig sein sollen, daß dies auch seinerzeit einem professionellen Kameramann nicht gefallen haben dürfte und dieser lieber Szenen noch einmal wiederholt hätte, wenn man schon nachgestellt hätte ?

Nun, es scheint sie nicht zu geben... Vermutlich aus einfachem Grund. Es gab beim Vormarsch am 6. März 1945 in Köln eben keine Nachstellungen von Gefechtsszenen, die gezeigten Gefechtsszenen von Bates, Rosenmann und Garrell waren einfach nur authentisch...

Quintessenz

Mit Maschinengewehren schießende Soldaten, schießende Panzer, Mengen von amerikanischen Soldaten, eine dokumentierte Strecke von ca. 1 km quer durch die Stadt.
Nein, wir sehen hier nach meiner Überzeugung, basierend auf den oben vorgestellten Informationen, keine nachgestellten Szenen eines früher bereits abgeschlossenen Vormarsches. Wir sehen hier den originalen Vormarsch von original kämpfenden alliierten Truppen am 6. März 1945, die von Film- und Fotokameraleuten begleitet werden. Begleitet noch bis hin zum Dom, wo dann das berühmte Panzerduell mit mehreren Toten den traurigen Abschluß des Tages bilden wird, alles festgehalten von den begleitenden Kameraleuten Garrell und Ramage.

Die alten Argumente in der DVD von 2008 und auch die neuen Argumente von Herrn Rheindorf in der Edition 2015 überzeugen mich nicht.

Ein PS

Daß seinerzeit überhaupt keine Filmsequenzen von Kameraleuten beeinflußt worden waren, werde ich und auch sonst niemand ernsthaft in Abrede stellen. Das war seinerzeit und ist auch heute immer noch ein durchaus legitimes und häufiges Vorgehen der Kameraleute, um für die Zuschauer interessante und zusammenhängende Aufnahmen zu ermöglichen. Einen Soldaten kampfbereit zu positionieren zu lassen, einen Panzer auf Hinweis an der Kamera vorbei fahren lassen oder dessen Turm mit Kanone drehen zu lassen, erfolgreiche Soldaten in Kampfpose zeigen bzw. auf einen abgeschossenen Panzer stellen, das sind Dinge, die seinerzeit sicherlich sehr häufig gemacht worden sind.
Hier sind z.B. zwei seinerzeit ganz sicher gestellte Aufnahmen zu sehen

Vorrückende Soldaten neben deutschen Plakaten.

In prinzipiell noch kriegerischem Umfeld und auf der anderen Seite aber auch schon in einem Umfeld, wo die Einheimischen nach dem abgeschlossenen Einmarsch wieder auf die Strassen heraus kommen, komplette Einheiten Aufmarsch- und Kampfszenen in Stadtgebiet nachspielen zu lassen, dürfte jedoch mehr als unwahrscheinlich gewesen sein. Zudem kann man nach dem oben gesagten in allen Szenen keine Auffälligkeiten erkennen, die es in echten Kriegsgefechtssituationen so nicht gegeben hätte.

Mit den Kommentierungen zu Rheindorfs Argumenten möchte ich aber nicht eine Beweisführung antreten, daß es anders gewesen sein muß, als Rheindorf argumentiert und alles tatsächlich 100 % beweisbar echte Kriegshandlungen gewesen sind, die gefilmt wurden.

Mir ist es hier nur wichtig, den m.E. vielfach zu weit her geholten Argumentationsketten Rheindorfs etwas entgegen zu halten und die Diskussion somit zumindest offen zu halten.

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