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Special 2 - Gab es das Panzerduell gar nicht ? (1)

Alle nachfolgenden Originalbilder - soweit nicht ausdrücklich anders dargestellt - stammen als Public Domain aus dem Archiv NARA, BPR (Air Forces Group) und wurden über diverse Quellen im Internet bezogen, Standbilder aus dem Originalfilm von Bates und Rosenmann stammen auch aus der Fassung des Originalfilms auf der DVD "1945 - Kriegsende in Köln" von Hermann Rheindorf.
 
Internet Quellen des Originalfilms von Bates und Rosenmann
youtube Video 1Bates interview mit Filmsequenzen
  Smoyer interview, History channel
youtube Video 2LiveLeak Video
Hintergrundinfo
Übersicht Kampfstätte Weiteres Übersichtsfoto der Kampfstätte (1 Dom, 2 Panther, 3 Pershing, 4 Sherman außerhalb Bild, 5 Kirche St. Andreas, 6 Strasse "An den Dominikanern".
3ad.com-Seite
Die am Panzergefecht beteiligten Panzer
Panzerkampfwagen V "Panther"M26 Pershing M4 Sherman
 

Ein Inhaltsverzeichnis gibt es hier

I. Prolog

Panzerduell am Dom, 6. März 1945. In der auf DVD erhältlichen
Dokumentation "Köln 1945 Nahaufnahmen" stellt der Kölner Journalist und Politikwissenschaftler Hermann Rheindorf die Theorie auf, daß große Teile der Filmaufnahmen, die das berühmte Panzerduell am Dom zeigen, erst wesentlich später nach der eigentlichen Kampfhandlung mit "Schauspielern" nachgestellt worden sind bzw. das Panzergefecht in dieser Form gar nicht stattgefunden hat. Er nennt das die "bittere Wahrheit" über das Panzerduell. In der lokalen Presse wird daraufhin groß von gefälschten Bildern berichtet. Rheindorf führt in seiner Dokumentation mehrere angebliche Beweise für seine Theorie auf.

Als ein Hauptbeweis vergleicht Rheindorf verschiedene Szenen der Filmaufnahmen der Kameraleute James - auch Jim genannt - Bates und Leon Rosenmann über das Panzerduell miteinander und läßt in seinem Film Standfotos von einem ehemaligen Leiter einer kriminalpolizeilichen Bildstelle begutachten - er nennt das in seiner Filmkommentierung eine "eingehende Film- und Fotoanalyse".

Quelle: DVD "Köln 1945 Nahaufnahmen" von Hermann Rheindorf
Der Experte bei der Arbeit. Von Rheindorf ausgedruckte Standbilder aus den Filmen werden betrachtet, dann festgestellt, daß auf einem Bild aus dem Zwischengeschoss des Hauses (Kameramann Rosenmann) Oberleitungen zu sehen sind und auf dem anderen aus der zweiten Etage (Kameramann Bates) nicht, wo nach seiner Ansicht eigentlich welche zu sehen sein müßten ...

Die bewerteten Bilder:

Bilder aus dem Originalfilm von Bates
Einmal die Nahaufnahmen des Panther, dann die etwas weitere Aufnahme der Beginn des Abschlußschwenks zum Dom. Es sind keine Oberleitungen zu sehen.

Bild aus dem Originalfilm von Kameramann Rosenmann
Auf den Aufnahmen von Rosenmann sind Oberleitungen der durch die Straße führenden Straßenbahnlinie zu sehen.

Filmbilder mit sichtbaren Oberleitungen stammen allesamt von Rosenmann, die Nahaufnahmen vom Panther mit der fliehenden Besatzung und eine Abschlußszene, in der ein Schwenk vom Panther hoch zum Dom gezeigt wird, stammen von Bates.


In diesem Haus, in dem sich heute das Kölner Sozialgericht befindet, standen seinerzeit die Kameraleute und filmten und fotografierten das Geschehen. Direkt vor ihnen auf der Kreuzung stand der Pershing und feuerte auf den Panther.

Rheindorf behauptet unter Verweis auf die Bilder mit den Oberleitungen ausdrücklich, die "gesamte Straße" sei mit diesen Oberleitungen überspannt. Die Oberleitungen sind nach seiner Theorie an den sichtbaren Häuserfassaden auf der linken und rechten Seite dieses Straßenbereichs befestigt. Er folgert daraus, daß Bates Szenen vom Beschuß des deutschen Panzers (ohne sichtbare Oberleitungen) wesentlich später aufgenommen worden sein müssen, denn die in den Aufnahmen von Kameramann Rosenmann noch sichtbaren Oberleitungen mußten ja erst noch zeitaufwendig abgehängt werden. Amerikanische Soldaten haben nach seiner Auffassung dann bei den späteren Filmaufnahmen als Schauspieler fungiert und den Abschuß des deutschen Panzers nachgespielt.

Nun bin ich von Hause aus immer skeptisch, wenn jemand mit großem Rummel eine Sensation verkündet und die eigene Meinung als die Wahrheit verkündet. Vor allem, wenn das betreffende Ereignis schon 63 Jahre in der Vergangenheit liegt und somit wichtige Augenzeugen entweder gar nicht mehr leben oder - falls doch - sich an Ereignisse erinnern sollen, die so lange zurückliegen oder gar nur Freunde bzw. Familie der verstorbenen Zeitzeugen befragt werden. Meine Erfahrungen als Jurist zeigen eher, daß Zeugen schon nach kurzer Zeit Schwierigkeiten mit der korrekten Wiedergabe von Geschehensabläufen haben oder diese von Anfang an anders erleben. Zudem stelle ich mir die Frage, warum eine vermeintlich so große Sensation ganze 63 lange Jahre zuvor nicht aufgedeckt worden ist.

 

II. Steine im Weg

Daraufhin hatte ich mich also kurz nach Veröffentlichung der DVD mit den dort aufgestellten Thesen inhaltlich auseinandergesetzt und zu der - ich nenne sie nachfolgend immer "Kabel-Theorie", weil in den allgemeinen Diskussionen zu den Thesen Rheindorfs statt von Oberleitungen immer auch gerne von "Kabeln" gesprochen wird - eine erste Webseite mit Bildanalysen der vorhandenen Original-Filmaufnahmen der Amerikaner erstellt.

Rheindorf hat für seine neue DVD-Dokumentation (zwei Jahre zuvor hatte er das Panzerduell in einer ersten Film-Dokumentation über das Kriegsende in Köln noch als so geschehen vermarktet) die Filme der Kameramänner Bates und Rosenmann digital aufbereiten lassen und diese entsprechenden Passagen zeigen nun die Szenerie des Kampfgeschehens in sehr guter Qualität. Rheindorf bezieht sich hinsichtlich seiner Kabel-Theorie insbesondere auf diese digital bearbeiteten Szenen. Die über der Straße hängenden Oberleitungen sind in der Doku daher in zwei verschiedenen Einstellungen viel besser zu sehen als in den gleichen Szenen bei anderen Quellen. Aus diesem Grunde hatte ich für meine Bildanalyse auch drei Standbilder der digital aufbereiteten Szenen aus der DVD übernommen, um diese als Basis einer wissenschaftlichen Überprüfung der Kabel-Theorie auszuwerten. Anhand dieser Bilder kam ich auf meiner Webseite zu dem Ergebnis, daß die Kabel-Theorie von Rheindorf nicht zu halten war.
Leider wurde mir dann aber u.a. unter Verweis auf Grenzen des Zitierrechts von Herrn Rheindorf die Verwendung von Standfotos dieser digital bearbeiteten Szenen aus der Dokumentation im wesentlichen untersagt.
Ob die Übernahme von drei Bildern tatsächlich die Grenzen des Zitierrechts überschreitet, kann bezweifelt werden. Die wahren Gründe für die Untersagung liegen aber vermutlich auch woanders.

Die hier schon einmal vorweggenommene Quintessenz meiner Auswertung der Bilder lautet damals und heute nämlich:

Die in den Filmbildern von Rosenmann sichtbaren Oberleitungen hängen entgegen dem ersten Anschein überhaupt gar nicht über der ganzen Marzellenstraße sondern nur über einem recht begrenzten Teilstück im Kreuzungsbereich zur Straße An den Dominikanern, recht nahe zum Standort der Kameraleute Bates und Rosenmann. Nur durch die besondere Blick-Perspektive von Rosenmann knapp unter der Höhe der Oberleitungen scheint es auf den ersten Blick so, als ob die Oberleitungen über der gesamten Straße hängen. Bates, der sich - wie wir später noch genauer sehen werden - in einer mehrere Meter höher gelegenen Etage als Rosenmann befand, filmte über die nahe am Haus hängenden Oberleitungen einfach hinweg und diese sind daher in den Filmbildern von Bates nicht sichtbar.
Die Oberleitungen hingen also bei beiden Aufnahmen dort, waren nur wegen der verschiedenen Blickwinkel der Kameraleute in den einen Bildern sichtbar, in den anderen nicht.

Der ehemalige Kriminalpolizist liegt bei seiner Aussage eindeutig und nachweisbar falsch.

Schon mit den damaligen Ausführungen und Bildern konnte ich diese Umstände beweisen und ging Rheindorf der wichtigste angebliche Beweis für seine Fake-Behauptung verloren.

Nun durfte ich die ursprünglich geplante Seite mit den digitalen Standbildern nach dem Veto von Hermann Rheindorf also nicht veröffentlichen.
Glücklicherweise konnte ich aber im Internet noch weitere frei verfügbare Fotos finden, auf deren Veröffentlichung auf meiner Website Rheindorf keinen Einfluß hat und die von mindestens genau so guter Qualität sind wie die digital aufbereiteten Bilder aus der Rheindorf-Dokumentation. Schnell wird gleich noch einmal deutlich, warum Rheindorf die Verwendung seiner digital aufbereiteten guten Bilder und meine Webseite in dieser Form nicht erlauben wollte: sie lassen seine Kabel-Theorie in sich zusammenfallen.

Vier weitere angebliche Beweise von Rheindorf bespreche im Anschluß an die Kabel-Theorie. Es sind:
- Der Abschuß durch den Pershing
- Trojanischer Panther
- Der entspannte Soldat
- Sherman Komödienstraße

Neben der eigentlichen Beweiswürdigung ist es dabei vor allem interessant zu sehen, wie Rheindorf mit "Beweismitteln" umgegangen ist bzw. wie er suggestiv auf den Zuschauer seiner Dokumentation einwirkt, um seine Theorien glaubhafter zu machen. Dabei schreckt er in einem Fall sogar vor einer vorsätzlich falschen und sinnentstellenden Wiedergabe eines Briefes als vermeintliches Beweismittel nicht zurück, um seine Theorie zu untermauern - dazu mehr im Kapitel Trojanischer Panther.

 
Update 2014

Hermann Rheindorf legt nach. Im November 2014 erscheint ein Buch "1945 - Kriegsende in Köln", Regionalia Verlag GmbH, Rheinbach, zu den Ereignissen am 6 März 1945 und begleitend dazu eine neue DVD, die sogenannte "Köln 1945 Nahaufnahmen - Edition 2015", also eine Neuauflage der hier besprochenen alten DVD von 2008 sowie eine weitere Doku mit dem Namen "Die tatsächlichen Bilder des Panzerduells am Dom". In beiden Dokus führt Rheindorf neue Informationen und Aussagen ein und läßt auch alte Informationen und Aussagen, die nicht haltbar waren, entfallen. Vielfach bringt er auch weitere Argumente ein, die schon bestehende Sichtweisen weiter untermauern sollen.

Übersicht der von Rheindorf auf der neuen DVD zurückgenommenen, relativierten oder neu aufgestellten Theorien

Die DVD von 2008 ist im Handel noch erhältlich bzw. im Umlauf und die von mir zu den darin enthaltenen Theorien und Behauptungen Rheindorfs durchgeführten Recherchen und Ergebnisse können weiterhin nachfolgend betrachtet werden und wurden inhaltlich auch nicht auf die neue DVD-Fassung angepaßt. Auf der o.g. Webseite kann aber nachgeschaut werden, welche Theorien von Rheindorf angepaßt oder zurückgezogen worden sind.

 
über meine inhaltlich identische Seite panzerduell.de:
"Dank der detaillierten Nachforschungen von Dierk Lürbke steht, allen sonstigen Behauptungen zum Trotz, nun fest. Bei den oft in Dokumentationen und Büchern zu sehenden Aufnahmen handelt es sich nicht um irgendwelche nachgestellten Bilder. Sondern um die Wirklichkeit des 6. März 1945 in der Trümmerwüste, die Köln damals war."
DIE WELT, Online, 06.03.2015, Sven Felix Kellerhoff:
"Als sich am Kölner Dom zwei Panzer duellierten"
 

* Am Rande bemerkt *

Panther IV ;-)

Mit den Fake-Theorien ist Herr Rheindorf ja ohnehin schon sehr kreativ gewesen. In seinem Buch erfindet er jetzt sogar noch einen ganz neuen Panzer !
Den "Panther IV" !


Quelle: Hermann Rheindorf, 1945 - Kriegsende in Köln, Regionalia Verlag GmbH, Rheinbach 2014, Seite 199 unten

Die bittere Wahrheit ist:
Einen "Panther IV" gibt es überhaupt nicht und hat es auch nie gegeben.

Es gibt den Panzerkampfwagen (oder kurz: Panzer) IV:   also "Panzer IV"
und es gibt einen Panzerkampfwagen (oder kurz: Panzer) V:     also "Panzer V"

Der "Panzer V" wird auch als "Panther" bezeichnet, diese Bezeichnung wurde per Führerbefehl im Februar 1944 als Ersatz für die alte Bezeichnung "Panzerkampfwagen V" eingeführt.

* Am Rande bemerkt 2 *

Deriggi oder Davis, Davis oder Deriggi ?

So schön es auch ist, daß Rheindorf als unbestrittene Höhepunkte seiner langjährigen Recherchen auch die Namen von einigen Soldaten im Panther und im Sherman heraus gefunden hat, so traurig ist es auf der anderen Seite aber auch, daß er aber noch nicht einmal 2 Soldaten aus dem Pershing, deren Namen bereits seit jeher bekannt sind, richtig auseinander halten kann.
An zwei Stellen seines Buches zeigt er das bekannte Foto der Besatzung auf dem Pershing nach dem erfolgten Abschuß des Panther, welches ein Standbild aus dem Film von Kmeramann Rosenmann ist

Quelle: Hermann Rheindorf, 1945 - Kriegsende in Köln, Regionalia Verlag GmbH,
Rheinbach 2014, Seite 49 und 185

Und zweimal werden die amerikanischen Soldaten
wie folgt vorgestellt
Quelle: Hermann Rheindorf, 1945 - Kriegsende in Köln,
Regionalia Verlag GmbH, Rheinbach 2014, links Seite 49, rechts Seite 185
 
Die bittere Wahrheit ist:
Bei dem Soldaten rechts oben handelt es sich nicht um Homer Davis sondern um John Deriggi.
Entsprechend ist der Soldat links unten nicht John Deriggi sondern Homer Davis.

Schlunzig ist zudem der Umgang mit den weiteren Beschreibungen. Links gibt es den "Tank Commander" in englisch und andere Positionen (Schütze, Fahrer...) in Deutsch. Dann rechts heißt William McVey plötzlich W. M. McVey und sind plötzlich sowohl Homer Davis als auch William McVey, also beide: "Ass.Driver".

Nun aber zu den Theorien der DVD von 2008 ...

 

III. Die Theorien

A. Kabel-Theorie

Hinweis
Im Folgenden beweise ich nun sehr ausführlich, warum die Kabel-Theorie von Rheindorf falsch ist. Für den an den ganzen Details nicht so interessierten Leser habe ich eine Kurzfassung mit dem Ergebnis der Untersuchung erstellt.

 

1. Der Einstieg

Rheindorfs Theorie des nachgestellten Panzerduells wirft vor der ersten genaueren Bildanalyse zunächst schon alleine durch die Behauptung eines durchgeführten Nachdrehens Fragen auf. Stellen die Amerikaner wirklich unter großem Aufwand ein Panzerduell nach, es werden "Schauspieler" engagiert, die aus dem Panzer flüchten müssen, während dieser brennt und mit angeblich harmloser Munition wie Leuchtraketen o.ä. beschossen wird. Es wird also großes Hollywood-Kino gemacht mit sicher entsprechend großen Planungs- und Durchführungsaufwand und dann vergeigen die Amerikaner die Szene doch und verraten sich selbst dadurch, daß man mitten im Bild befindliche und deutlich sichtbare Oberleitungen entfernt und verschiedenen Aufnahmen mit gut sichtbaren Oberleitungen und nicht sichtbaren Oberleitungen tatsächlich auch noch zusammenschneidet und veröffentlicht ?
Wenn man schon später mit einem riesigen Aufwand nachdreht, warum sollte man durch sichtbare Oberleitungen verräterische Szenen von früheren Aufnahmen im finalen Film drin lassen und warum nutzte man nicht einfach Bilder des brennenden Panther ohne Oberleitungen ? Szenen eines ausbrennenden Panzers (nach Rheindorf mit den Kabeln im Bild ja angeblich die einzigen authentischen Szenen) hätte man doch leicht filmen können, wenn man den Panzer für den Nachdreh ohnehin in Brand stecken mußte. Wenn tatsächlich alles nur Fake gewesen sein soll, machen die Amerikaner dann tatsächlich so gravierende Fehler ?

Und noch etwas fällt auf. Die Aufnahmen von Bates ohne sichtbare Oberleitungen, die ja laut Rheindorf aus diesem Grunde viel später bzw. am Tag nach dem eigentlich Abschuß des Panthers gemacht worden sein sollen, zeigen deutlich zwei Granaten-Treffer des Panther:

Aus dem Bates-Film links der Treffer unterhalb der Kanone, rechts der Treffer im Bereich des Fahrwerks, die Stelle des Eindringens der Granate als heller Punkt erkennbar (Pfeil).


Und hier die Aufnahmen von Rosenmann mit sichtbaren Oberleitungen, die laut Rheindorf daher ja entsprechend von früher bzw. vom Vortag stammen sollen.
Sofort fällt auf, daß auf diesen Bildern bereits die Einschußlöcher der Pershing-Granaten sichtbar sind. Einschußlöcher, die laut Rheindorf ja eigentlich erst viel später entstanden sein dürften, insbesondere nach dem Abhängen der Oberleitungen ! Deutlich ist durch die Einschußlöcher durchschimmernd das Feuer im Inneren des Panther zu sehen ! Im linken Bild der Treffer unter der Kanone (Pfeil) und nur schwach erkennbar schräg rechts darunter der Treffer im Bereich des Laufwerks, im rechten Bild ist der Treffer im Bereich des Fahrwerks etwas besser zu sehen.
Wie aber soll das gehen, wenn laut Rheindorf die Treffer erst am nächsten Tag bei einem angeblichen Fake des Duells erfolgten, nachdem zuvor die Oberleitungen abgehängt worden waren ???

Die Stellen der im Bates-Film gezeigten beiden Treffer und der sichtbaren Treffer-Löcher sind exakt identisch. Und in den angeblich vom nächsten Tag stammenden Aufnahmen von Bates ist Feuer im Inneren des Panthers durch Einschußlöcher auch erst nach den dort gezeigten Treffern zu sehen. Sie können also vorher nicht da gewesen sein ! Eine Begründung, bei einem Fake-Dreh sei halt exakt auf die Trefferlöcher vom Vortag geschossen worden, kann daher definitiv ausgeschlossen werden.

Die Bilder von Bates ohne sichtbare Oberleitungen müssen also zwangsläufig vor den Aufnahmen von Rosenmann mit sichtbaren Oberleitungen gemacht worden sein.

Die Oberleitungen müssen damit also zwangsläufig auch bei Bates Filmaufnahmen gehangen haben. Nur waren sie aufgrund der Position der Oberleitungen und der Höhe, aus der die Filmaufnahmen gemacht worden sind - wie wir später noch sehen werden - im Filmbild nicht sichtbar.

Das ist also schon an dieser Stelle das schnelle und einfache Ende für die Kabel-Theorie von Rheindorf. Und so einfach feststellbar, daß man sich fragen muß, was einen professionellen Journalisten dazu treibt, derart simple Feststellungen vor der Veröffentlichung recht gewagter Thesen nicht bereits selber zu treffen.

Aber das Ende der Theorie von Rheindorf hat viele Varianten, sie läßt sich noch an vielen weiteren Punkten leicht widerlegen. Und da es dabei auch noch viele weitere interessante Informationen gibt, möchte ich dies dem geneigten Leser nicht vorenthalten und führe die Recherche nachfolgend erst einmal so weiter, als ob das frühe Ende der Theorie tatsächlich noch nicht eingetreten ist.

 

Betrachten wir uns nun einige Bilder. Zunächst einmal wird alleine durch einen simplen Vergleich der verschiedenen Szenen mit und ohne Oberleitungen deutlich, daß die Aufnahmen, die Rheindorf für die Untermauerung seiner These vergleicht, aus verschiedenen Perspektiven, nämlich aus verschiedenen Höhen aufgenommen sind.

Bilder aus dem Originalfilm von Bates und Rosenmann
Durch Einziehung von Fluchtlinien (blaue Linien) entlang der Gebäudestrukturen (durch deren Schnittpunkt wird dann die Höhe des Betrachters / Fotografen bestimmt - entspricht der Horizontlinie, der rot dargestellten Linie) wird schnell der Höhenunterschied der verschiedenen Szenen deutlich. Es handelt sich - wie der Vergleich der verschiedenen Horizontlinien zeigt - gut sichtbar um ca. zwei Altbau-Etagen Höhenunterschied - gemessen am Gebäude links.


Auch dieser Ausschnittvergleich macht deutlich, wie unterschiedlich hoch die Kamerastandorte waren. Im linken Bild (Aufnahme mit Oberleitungen) aus niedriger Aufnahmehöhe liegt die Spitze des Schuttberges (rote Linie) perspektivisch noch über dem Punkt, an dem die Panzerkette des Panther den Boden berührt (gelbe Linie). Im rechten Bild aus größerer Höhe (Aufnahme ohne Oberleitungen) ist bereits reichlich Straßenraum zwischen der Spitze des Schuttberges und dem Panther erkennbar. Wenn man berücksichtigt, daß der Panther ca. 120 Meter entfernt von den Kamerapositionen steht und der Schuttberg ca. 20 Meter vor dem Panther liegt, macht das deutlich, daß der Kameramann die Szene ohne Oberleitungen aus einer sehr viel höheren Position gemacht haben muß.

Bei Interesse: Weblink zur Seite werbedesign.at:
Thema Perspektive

 

2. Die genaue Höhe

Bei der höheren Perspektive handelt es sich um den Standort des Kameramannes Bates, der das Panzerduell filmte und des Fotografen John W. Himes, der nach Beendigung des Kampfes von dort ein Foto des brennenden Panther machte. Beide befanden sich in dem Gebäude der Deutschen Arbeitsfront an der Ecke Marzellenstraße / An den Dominikanern und beide machten ihre Aufnahmen aus diesem Gebäude heraus. Das Haus gibt es auch heute noch und beherbergt nun das Kölner Sozialgericht. Von dort ergab sich damals ein guter Blick auf die Marzellenstraße und den deutschen Panther vor dem Dom.

Foto entstammt dem Archiv NARA.
Dies ist das Foto von Himes, welches aus der höheren Perspektive aufgenommen worden ist. In einer Höhe, in der - wie man gleich sehen wird - auch die Filmaufnahmen von Bates entstanden sind. Oberleitungen über der Straße sind auf den ersten Blick keine zu erkennen.

Links ein Standbild der Bates-Filmszene, rechts entsprechender Ausschnitt aus dem Himes-Bild. Man sieht anhand der Perspektiven deutlich, daß hier zwar eine leichte seitliche Verschiebung des Standortes von Bates und Himes vorliegt, daß aber aus der gleichen Höhe und damit Etage heraus gefilmt bzw. fotografiert worden ist.
Das Originalfoto von Himes in großer Auflösung befindet sich hier (785 KB)

Die genaue Höhe des Standortes kann man mit Hilfe des Fotos von Himes und einem Vergleich mit der heutigen örtlichen Situation sehr gut herausfinden. Danach befand sich der Standort der beiden Kameraleute in ca. 11 Meter Höhe in dieser Etage des Hauses (gelb markiert)

Foto veröffentlicht auf der Webseite footnote.com, entstammt dem Archiv NARA.
Die richtige Bezeichnung der Etage fällt aufgrund der Baustruktur des Hauses - wie man an Türen und Fenstern sehen kann: tiefergelegte Etage auf Straßenniveau, darüber die Etage höher, dann wieder "normale" nicht so hohe Etagen - etwas schwer. Ich würde es als 3. Etage bezeichnen. Ansonsten wird in anderen Quellen auch schon einmal vom zweiten Geschoß gesprochen, wobei offen bleibt, ob diese von mir als 3. Etage bezeichnete Geschoß gemeint und nur die Gebäudestruktur zur unterschiedlichen Bezeichnung führt oder ob tatsächlich ein niedrigeres Stockwerk gemeint ist. Fakt ist aber, daß unter Vergleich mehrere Perspektiven auf Fotos und in der Realität es die oben gezeigte Etage sein muß, aus der Bates gefilmt und Himes fotografiert haben und zwar etwa 11 Meter über Straßenniveau. Das war auch eine nachvollziehbare Entscheidung von Bates und Himes, sich in diesem Gebäudegeschoss aufzuhalten, denn in einer niedrigeren Etage wäre die Gefahr viel zu hoch gewesen, durch einen eventuellen Gegenschuß des Panther getroffen zu werden. Bates sprach zwar in seinem Interview von 1992 davon, mit dem Pershing Kommandanten Early den Panther im Vorfeld aus einem "Zwischengeschoß" beobachtet zu haben, womit nach meiner obigen Auffassung der Stockwerksverteilung vermutlich die erste Etage gemeint war. Diese Aussage von Bates schloß aber auch eine anschließende Veränderung des Standortes nicht aus. Gute Kameraleute und Fotografen suchten sich damals wie auch heute noch immer einen guten bzw. "den besten" Standort für ihre Aufnahmen aus und sicher war Bates als erfahrenem Kriegsberichterstatter auch klar, daß ein Verbleiben im Zwischengeschoß zum einen zu gefährlich war und zum anderen der Pershing dort voraussichtlich die Sicht auf den Panther versperrt hätte.


Fotomontage von Bildern des Signal Corps und des NARA-Archivs.
Das Foto gibt es so nicht, der Pershing wurde in das Foto aus dem Zwischengeschoss hinein kopiert. Panther und Pershing stehen sich hier gegenüber, der Pershing ist gerade in die Kreuzung gefahren. Hier wird deutlich, warum man bei dem Duell lieber nicht in unteren Etagen des dahinter gelegenen Hauses gestanden hätte. Der Pershing hätte den Panther bei der Vorfahrt verdeckt und ...

... ein den Pershing knapp verfehlender Schuß des Panther wäre mit großer Wahrscheinlichkeit für den dort befindlichen Kameramann tödlich verlaufen. Fotomontage des Pershing vor dem "Zwischengeschoß" (Pfeil) aus Sicht der Position des Panthers. Basis Foto aus heutiger Zeit.

Wenn Rheindorf also in der DVD anhand der Zwischengeschoß-Aussage versucht, Bates wegen der erfolgten Aufnahmen aus tatsächlich höherer Perspektive als insgesamt nicht glaubwürdig darzustellen, schießt er meiner Meinung nach sehr über das Ziel hinaus.

Nachdem nun die Etage und damit die Höhe des Aufnahmestandortes festgestellt werden konnte, läßt sich durch einen weiteren Vergleich des Fotos von Himes und der Aufnahmen von Bates zudem sagen, aus welchen Fenstern der betreffenden Etage heraus gefilmt und fotografiert worden ist. Ein perspektivischer Vergleich der links befindlichen Häuserfassaden auf den alten Fotos mit den heute ja noch erreichbaren örtlichen Gegebenheiten läßt den Schluß zu, daß die Aufnahmen aus folgenden beiden Fenstern ( Pfeil 1) oder (Pfeil 2) gemacht worden sein müssen

Das Himes Foto wurde mit großer Wahrscheinlichkeit aus dem linken (Pfeil 1) der beiden heraus aufgenommen, Bates hat aus dem rechten Fenster (Pfeil 2) heraus gefilmt.

Stellvertretend für die vielen verschiedenen Perspektiven-Vergleiche, die ich für die Berechnung durchgeführt habe, eine verkleinerte Darstellung einer Untersuchung zur genauen Lokalisierung der Fenster in der dritten Etage, aus denen gefilmt oder fotografiert wurde. Dazu habe ich aus der Sicht aller nebeneinander liegenden Fenster Fotografien angefertigt und diese dann anhand von bestimmten Fassadenmerkmalen und dadurch vorgegebenen Maßstäben mit den Originalbildern aus dem März 1945 verglichen und dadurch das Fenster bestimmt.

Ein Besuch im Haus des heutigen Sozialgerichts bestätigt am Ende meine Berechnungen. Hier das Foto von Himes und ein Vergleich mit Foto aus dem Zimmer, welches ich für Himes berechnet habe. Himes fotografierte definitiv aus diesem Fenster

Hinsichtlich der tieferen Perspektive mit Blick auf die Oberleitungen gibt es im amerikanischen Originalfilm drei vertikal und horizontal leicht versetzte Kamerastandorte. Diese befinden sich in der Etage, die ich als erste Etage bezeichnen würde, andere aber auch als Zwischengeschoß. Diese Kamerastandorte mit den sichtbaren Oberleitungen befinden sich somit in einer Höhe von ca. 4 Metern über dem Straßenniveau

Auf dem Bild von eben ist dies die Fensterreihe (Pfeil 3). Zwischen den beiden Perspektiven, die Rheindorf vergleicht, liegen als mindestens ca. 7 Meter Höhenunterschied. 7 Meter sind eine großere Differenz, wenn man berücksichtigt, daß die Entfernung zwischen Panther und Haus mit den Kameramännern gemäß entsprechenden Entfernungs-Berechnungen nur ca. 120 Meter beträgt.


Schaut man aus dem Fenster, aus dem Bates heraus gefilmt hat, kann man die Höhe von 11 Metern auch "sehen" und erahnen, über was man alles im Vordergrund hinwegschauen kann (blau markiert Position des Panther am 6. März 1945).

 


3. Wo hängen die Oberleitungen ?

Nun folgt der Einstieg in die vertiefte Bildanalyse. Auch ohne das digital aufbereitete Bildmaterial von Rheindorf ergeben sich durch frei verfügbares Bildmaterial 8 gute bis eindeutige Bildbeweise gegen Rheindorfs Kabel-Theorie. Dabei werden zunächst im wesentlichen die tragenden Oberleitungen (Trägerseile) mit den Kabelaufhängern in den Mittelpunkt der Betrachtungen gestellt, da die Fahrdrähte ja zwischen diesen hängen müssen und sich somit deren Standortfrage automatisch ergibt.

Die Beweise und Fortsetzung auf der nächsten Seite

 

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