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Das Panzerduell am Dom - Köln, 6. März 1945

Köln, 6. März 1945.

Die Panzer der 3rd Armored Division rücken in das Zentrum Kölns vor und nähern sich dem Dom. Es ist etwa 14 Uhr.

In den folgenden Minuten werden einige der dramatischten Bilder des 2. Weltkriegs entstehen.

Auf dieser Seite wird das berühmte Duell der Panzer am Kölner Dom nachgezeichnet.
 
über panzerduell.de:
"Rund ein Jahrzehnt lang recherchierte der Hobby-Historiker und veröffentlichte die Ergebnisse seiner peniblen Untersuchungen auf einer enorm detaillierten Website mit Dutzenden Unterseiten."
DIE WELT, Online, 06.03.2015, Sven Felix Kellerhoff:
"Als sich am Kölner Dom zwei Panzer duellierten"
 
Am 6. März 1945 rücken die amerikanischen Truppen in Köln ein. Die Verbände kämpfen sich langsam voran, unter anderem auch in Richtung Dom. Nachdem sie aus den westlich gelegenen Vororten über die Venloer Straße, den Friesenplatz, die Friesenstraße und die Zeughausstraße vorgerückt sind, nähert sich eine Gruppe von US-Panzern über die Komödienstraße dem zentralen Platz vor dem Dom. Die Hohenzollernbrücke ist zu diesem Zeitpunkt bereits von deutschen Einheiten in die Luft gesprengt worden, um das Vorrücken der Amerikaner über den Rhein zu verhindern. Etwa 120 m bevor die Komödienstraße in den Platz am Dom mündet und von links auch die Marzellenstraße auf die Komödienstraße stößt, versperren große Schuttberge auf der Straße den Panzern den Weg. Die Panzer sind zu einem unfreiwilligen Halt gezwungen und warten auf Räumgerät.


Bildmontage: Die sich dem Domplatz nähernden Panzer sind von deutscher Seite nicht zu übersehen. Auf der Komödienstraße liegt zwar hoher Trümmerschutt, aber die Kuppeln zweier Panzer ragen sichtbar über den Schutt hinaus.

 

1.) Gefecht Panther vs. Sherman


Im Bild zu sehen ein Sherman Panzer M4A1W76 rechts und ein Sherman Panzer M4A3W75 links am Straßenrand der Komödienstraße geparkt. Links die Hausecke der Straßeneinmündung Andreaskloster.
        
Plötzlich wird der eine Sherman-Panzer von einer Granate eines deutschen Panzers getroffen. Dann noch ein weiterer Treffer. Ein Mitglied der Besatzung, der Tank Commander namens Kellner, will aus dem Panzer flüchten
 

Die Treffer erfolgen an der Seite des Kanonenschildes und sprengen auch einen Teil des Schildes ab. Der markierte Bereich bei den linken beiden Bildern zeigt den Bereich des deformierten bzw. abgesprengten Teils des Kanonenschildes bzw. den Normalzustand eines solchen Sherman Schildes. Auf dem rechten Bild, welches einen Blick von schräg hinten auf das Schild gewährt, sieht man die Bruchkante im oberen Bereich und weiter unten den Bereich des nun fehlenden Teil des Schildes.
 
Der Beschuss erfolgte vermutlich aus der Unterführung Trankgasse bzw. aus dem Bereich davor. Im Hintergrund ist auf den Filmbildern knapp oberhalb der Trümmer der Straßentunnel der Trankgasse unter dem Hauptbahnhof zu erahnen. Rechts im Bild zu sehen noch ein Teil des Sherman.
 
 
Hier besser zu sehen die Unterführung. Vermutlich wurde der Sherman aus dieser ca. 340 m entfernten Position (weißer Pfeil) heraus von dem deutschen Panzer beschossen, vielleicht kam dieser für den Abschuß aber auch noch ein kleines Stück herausgefahren. Von dieser Position aus hatte man jedenfalls einen hervorragenden Blick auf alle von Westen kommenden Straßen (wo die Amerikaner herkommen mußten) und den Platz nördlich des Doms. Der rote Punkt stellt die Position des Sherman im Moment des Treffers dar.

Auf dieser Webseite habe ich noch einmal etwas genauer dargelegt, warum der deutsche Panzer vermutlich im oder in der Nähe des dortigen Tunnels stand, als er den Sherman abschoß.

Erst nach diesem Gefecht rollte er dann zu dieser Position an der Straßeneinmündung Marzellenstraße, ca. 120 m vom getroffenen Sherman entfernt, an der er dann auch später verblieb.

Bei dem deutschen Panzer, dem sog. Panzerkampfwagen V "Panther" in der Ausführung A handelte es sich nach verschiedenen Quellen um einen Panzer der Panzerbrigade 106 "Feldherrnhalle". Dieser war zusammen mit zwei weiteren deutschen Panzern am gleichen Tag von der rechten Rheinseite über die zu diesem Zeitpunkt noch nicht zerstörte Hohenzollernbrücke auf die linke, innerstädtische Rheinseite gefahren, um die Stadt zu verteidigen. Einer der drei Panzer, ein Panzer IV, fuhr weiter Richtung Güterbahnhof nahe der Gladbacher Straße und stellte sich den bereits vorrückenden Amerikanern in Höhe der Christophstraße entgegen. Aufgrund eines Schadens am Turm des Panzers zog sich dieser dann aber zurück, die Besatzung ergab sich kurze Zeit später den amerikanischen Truppen. Die beiden anderen Panzer verblieben im Bereich Dom / Hauptbahnhof und positionierten sich dann offensichtlich direkt in der erwähnten Unterführung. Einer davon hat nun wie oben geschildert auf die vorrückenden Sherman Panzer geschossen.
 
 
Aber nun wieder zurück zur Situation am Sherman Panzer unmittelbar nach dem Beschuß:
 

Der Panzer raucht aus dem Inneren. Kellner wurde bei dem Einschlag der Granaten ein Bein abgetrennt.
Video-Popup:
Kellners Verletzung
 
Hinter dem heraus kriechenden Kellner fällt ein zweiter Soldat vom Panzer herunter
 
Dieser zweite Soldat ist vermutlich der 19jährige Corporal 'Gunner' John J Gialluca von der 3rd Armored Division 'Spearhead'. Sein Sohn Doug fand meine Website im Web und hat mir die folgenden Zeilen geschickt, wo er die Geschehnisse aus der Sicht seines im Jahr 1998 verstorbenen Vaters erzählt:

The last tank battle in Cologne Germany on March 6 1945 happened as Corporal Gunner John J Gialluca approached the square of town between two buildings where suddenly by surprise a Panther Mark V hit there Sherman tank. John remembers the tank burning and they were trapped. The shrapnel went through his legs and he said he was pinned to his seat when a second blast under the turret forced him free from his position. There were no other survivors except Corporal John J Gialluca. There was another tank disabled next to his tank that tried to help the injured. They found John lying on the ground with his 45 caliber hand gun in his hand. Then John said as they were helping him he could hear the blast and gunfire from what is known now the battle of the last tank. The Sherman tank that Corporal John J Gialluca was in was facing the cannon of the 75 mm Panther Mark V. The 76 mm is questionable as for penetrating the heavy armored Panther head to head. This was Johns second tank hit in his journey from Normandy Beach and very fortunate to survive. Corporal Gunner John J Gialluca was sent to an England hospital where he had a lengthily recovery and was able to walk again. After a long fight with kidney cancer John went to be with the Lord on July 5th 1998.

Für eine Übersetzung den englischen Text mit dem Mauszeiger berühren (JS erforderlich)

Nach neueren Erkenntnissen überlebt aber entgegen der Erinnerung von John J Gialluca noch ein weiteres Besatzungsmitglied des Sherman, es ist Oliver Griffin, der Assistant Driver.

Die Sherman-Besatzung bestand somit aus folgenden Personen (Kellner, Speer und Patrick wurden vom Journalisten Rheindorf recherchiert):

Tank Commander Kellner
Gunner Gialluca
Asst. Gunner Speer
Driver Patrick
Asst. Driver Griffin

 

Im Detail noch einmal der Ausstieg von Gialluca:

Zu Beginn der Original-Filmszene befindet sich Gialluca schon oben auf dem Turm. Man sieht im Bild oben links angedeutet Oberkörper und Kopf. Dann bereitet Gialluca den Sturz vom Panzer vor, er beugt sich nach vorne, man sieht auf dem Bild oben mitte sein Hinterteil. Oben rechts stürtzt sich Gialluca mit dem Kopf voran herunter, man sieht oberhalb des Turms noch seine Füße. Auf den Bildern unten fällt Gialluca weiter herunter, Kopf voran, die Beine nach oben.

Video popup:
Giallucas Ausstieg


Noch ein weiteres Detail:

Kellner hat bei seinem Ausstieg aus dem Sherman ganz offensichtlich zunächst noch ein Gewehr in der Hand. Dieses fällt aber hinunter, während er aus der Kuppel steigt. Es landet auf der Straße direkt neben den Sherman.

Video popup:
Kellners Ausstieg

 


Bildquelle mit freundlicher Genehmigung: The U.S. Army 3rd Armored Division History Website. Foto von Fred Ramage/Getty Images
Die Besatzung eines anderen US-Panzers versucht den Soldaten des getroffenen Panzers zu helfen. Der Panzer steht vor dem Haus mit der Hausnummer 37, in dem vor dem Krieg eine Uhrenhandlung untergebracht war. Daher befindet sich an der Fassade über dem Panzer auch eine große Uhr.

 

Bild rechts: Kellner wird anschließend noch in einem Bombenkrater in der Nähe des Sherman ärztlich versorgt, überlebt jedoch die schweren Verletzungen nicht
Der Fahrer Patrick kommt wie Speer direkt beim Einschlag der Granaten ums Leben.
Auf der Webseite von Gettyimages ist ein Bild zu sehen, auf dem er mit schweren Kopfwunden tot aus der Fahrerluke heraus ragt (darüber die zwei Einschußlöcher) - nichts für empfindliche Personen !

Weblink zur Seite Gettyimages:
Foto des toten Soldaten Patrick

 


Bildquelle "After the Battle #104"
Der am 29.04.1921 in Magoffin County, KY, geborene PFC (Private First Class ) Julian H. Patrick ist der jüngste von vier Brüdern, die für ihr Land in den Krieg ziehen. Die drei anderen Brüder überleben den Krieg jedoch im Gegensatz zu Julian. Julian H. Patrick wird nach seinem Tod zunächst in Belgien beigesetzt, 1947 dann nach Amerika überführt und in Salyersville, KY beerdigt.
 


Bildquelle mit freundlicher Genehmigung: Australian War Memorial
Ein amerikanischer Soldat schaut aus sicherer Entfernung die Komödienstrasse hinunter, in der nun der getroffene und qualmende Sherman steht. Diese Stelle hier hatte der Sherman mit seiner Besatzung kurze Zeit zuvor noch in Richtung Dom passiert, ihr baldiges blutiges Ende nicht ahnend.

 

Die beiden Crewmitglieder Griffin und Gialluca überleben den Zwischenfall als Einzige, jedoch mit schweren Verletzungen.
 
2.) Gefecht Pershing vs. Panther

Einen Straßenzug weiter nördlich hören die dort vorrückenden US-Truppen der E Company, 32nd Armored Regiment, 3rd Armored Division vom Abschuss des Sherman in der Komödienstraße.


Sie stehen gerade auf der Gereonstraße, als im Rahmen des Beschusses der Sherman Panzer dichte Qualmwolken aus dem Bereich der Komödienstraße aufsteigen (Pfeil).

Video popup:
Die Qualmentwicklung in Nahaufnahme

Die E Company rückt weiter vor in die auf die Gereonstraße folgende Straße An den Dominikanern

Sie wollen einen Pershing Panzer vorschicken, um den Panther auszuschalten, der den Sherman abgeschossen hat. Dieser Panther ist in der Zwischenzeit auf eine Position an der Straßenecke Marzellenstraße / Komödienstraße vorgerückt und lauert dort den weiteren alliierten Einheiten auf.


Der lauernde Panther

Der Pershing vom Typ T26E3

 

Wie stellte sich die Situation kurz vor dem sich anbahnenden Gefecht dar ?

Die dort befindlichen amerikanischen Truppenteile der E-Company waren zuvor von Westen her u.a. über die Subbelrather Straße und Gladbacher Straße gekommen und hatten dann bereits ein Kampfgefecht an der Christophstraße.

Die sich nun in der Straße An den Dominikanern aufhaltenden Truppenteile befinden sich etwa 200 - 300 m von der Marzellenstraße entfernt, die auf den Domplatz zuführt und an deren Ende der deutsche Panzer sich nun platziert hat. Der Armee-Kameramann Jim Bates will das sich anbahnenden Panzergefecht filmisch dokumentieren.

Um sich einen Überblick über das Kampfterrain zu verschaffen, geht er mit dem Kommandanten des Pershing, Sgt. Robert Early, in das sich an der Straßenkreuzung Marzellenstraße / An den Dominikanern befindliche ehemalige Gebäude der Deutschen Arbeitsfront, von dem aus man einen guten Blick auf den deutschen Panzer hat.

Jim Bates erzählt später:


Courtesy: photos.ppld.org, Special Collections, Pikes Peak Library District, 161-3315.
Jim Bates 1972

 
A Tank Commander named Robert Early from E Company 32nd. Armored Regiment went on foot to investigate. I asked to go along and we went on the mezzanine of a building and saw the tank. He told me to stay there and he would come back in his tank and try to put the German tank out of commission and I could photograph it. He had one of the new M-26 Pershings with a ninety-mm gun. Sgt. Early said he would turn into the square under me, stop and fire at the German tank.
Quelle: Webseite von Charles R. Corbin Jr.

Für eine Übersetzung den englischen Text mit dem Mauszeiger berühren (JS erforderlich)

 
Das Gebäude der Deutschen Arbeitsfront, in welches Bates und Early gehen, um die örtlichen Gegebenheiten und den deutschen Panther zu inspizieren.
 

Die Besatzung des Panther wartet zu diesem Zeitpunkt - der mittlerweile schon einige Zeit nach dem Abschuß des Sherman liegt - die weitere Entwicklung des Geschehens ab und beobachtet die Umgebung auf Feindbewegungen.


Heutiger Blick vom Fenster, durch das Bates seinerzeit filmte. Blauer Punkt, dort lauerte der Panther. Roter Punkt war der Warteplatz der Amerikaner in der Straße An den Dominikanern.

Nachdem Early wieder zurück zu seinem Panzer gegangen ist und seine Crew informiert hat, startet der Pershing seine Mission und fährt zur Kreuzung An den Dominikanern / Marzellenstraße. Jim Bates:

 
When his tank came in the square under me the German tank began to traverse the gun.

Für eine Übersetzung den englischen Text mit dem Mauszeiger berühren (JS erforderlich)

Der Richtschütze des Pershing, Cpl. Clarence Smoyer, schildert diese Minuten so:

 
Smoyer "Gunner" Clarence Smoyer:
Shortly before our T26 "Pershing" tank destroyed the German Mark V Panther tank in the Cologne Cathedral square, the same German tank destroyed one of our Sherman tanks and killed three of its crew. When this happened, our crew was ordered to go down the adjacent street and destroy the Panther. We were told to just move into the intersection far enough to fire into the side of the enemy tank, which had its gun facing up the other street. However, as we entered the intersection, our driver had his periscope turned toward the Panther and saw their gun turning to meet us. When I turned our turret, I was looking into the Panther's gun tube; so instead of stopping to fire, our driver drove into the middle of the intersection so we wouldn't be a sitting target.
Quelle: 3rd Armored Division Website - www.3ad.com

Für eine Übersetzung den englischen Text mit dem Mauszeiger berühren (JS erforderlich)

Die deutsche Panzerbesatzung entdeckt den aus der Straße An den Dominikanern kommenden Panzer sofort, als er aus der Deckung des dortigen zerstörten Eckhaus hervorfährt. Hören kann sie ihn vor dem Sichtkontakt vermutlich nicht, denn um kampfbereit zu sein (die Kanone mit Motorkraft bewegen zu können), läuft zu dieser Zeit möglicherweise auch noch der Motor des Panther und übertönt für die Besatzung damit andere Geräusche.


Fotomontage aus Bildern des Signal Corps und Archiv NARA.
So mag es seinerzeit ausgesehen haben, als sich die beiden Panzer gegenüber standen. Der Panther steht lauernd im Hintergrund und der Pershing fährt im Vordergrund in die Straßenkreuzung ein.

Nun befinden sich beide Panzer in direktem Sichtkontakt. Der erste Schuß wird über das Schicksal des anderen Panzers entscheiden. Und über das Schicksal der 5 Soldaten und ihrer Familien.

Wie der Pershing-Schütze Smoyer schreibt, ist die Kanone des Panther bereits in Richtung des Pershings ausgerichtet, als er sie erstmalig sieht. Warum also schießt die Besatzung des Panther nicht sofort als der Pershing auftaucht ? Wollte der Panther abwarten, bis der noch fahrende Pershing zum Stehen kam ? Ging der Panther davon aus, der Pershing könne nicht im Fahren schiessen ? War der sich in kurzer Distanz bewegende Pershing noch nicht fokussiert ?

Panther-Kommandant Bartelborth ist bereits verstorben, so dass man ihn nicht befragen kann. Seine Tochter erzählt jedoch in der Filmdokumentation "Köln 1945 Nahaufnahmen" in einem Interview, ihr Vater habe der Familie zu Lebzeiten erzählt, der Panzer, der in dieser Situation an der Strassenecke aufgetaucht sei, wäre ein deutscher Panzer gewesen. Vermutlich erwartete er einen Sherman Panzer und dieser Panzer war kein Sherman.

Damit ist klar, dass Bartelborth in diesem Moment noch keinen Feuerbefehl erteilt hatte, weil er den Pershing nicht als solchen erkannt hatte und meinte, es sei kein feindlicher Panzer gewesen.

Warum erkannte Kommandant Bartelborth den Panzer vom Typ Pershing nicht ?
Der Pershing hatte seinen ersten Einsatz in Europa erst wenige Wochen zuvor gehabt und auch nur in geringen Stückzahlen. Viele Soldaten kannten ihn also einfach noch gar nicht. Die damaligen Informationsflüsse waren gerade zu Ende des Krieges nicht mit den Heutigen vergleichbar.
So berichtet Smoyer in seinen Erinnerungen von den Reaktionen auf das Auftauchen seines M26 Pershings auf der 3ad.com Webseite:

"U.S. troops and German civilians were in awe of seeing the M26. Some troops thought it was a captured German tank."
Quelle: 3ad.com

Übersetzung:
"US-Truppen und deutsche Zivilisten betrachteten den M26 ehrfürchtig. Einige Truppen dachten, es handele sich um einen gekaperten deutschen Panzer."

Selbst amerikanische Soldaten hielten den Pershing also zuweilen für einen deutschen Panzer ! Somit ist es gar nicht so fernliegend, dass auch Bartelborth sich hier schicksalhaft getäuscht hat ...

Jedenfalls führt dieser Moment der Überraschung bei dem Panther-Kommandant zu den entscheidenden verlorenen Sekundenbruchteilen, die den Pershing zum ersten Schuß kommen lassen.

 

 
Übersichtsbilder des Areals
 
 

In dieser Grafik rechts das Gebäude der Deutschen Arbeitsfront, aus dessen hier sichtbarem Fenster heraus Jim Bates seine berühmten Filmaufnahmen vom Beschuß des Panther (links als blaues Rechteck gezeigt) machte und aus dem die nachfolgenden Standbilder vom Panther stammen. Der Pershing befand sich bei dem Gefecht auf der Kreuzung vor dem Gebäude. In dem zugrundeliegenden Auszug aus einem Katasterplan sind auch noch die in diesen umgebenden Straßen vorhandenen Straßenbahnschienen eingezeichnet, die in vielen Fotos auch zu sehen sind.

Jim Bates:

 
Cpl. Clarence Smoyer the gunner, did not wait for his tank to stop but fired before the gun was aimed at him.

Für eine Übersetzung den englischen Text mit dem Mauszeiger berühren (JS erforderlich)

 

Der vorgeschickte US-Panzer vom Typ Pershing feuert an der Straßenecke An den Dominikanern / Marzellenstraße auf den deutschen Panzer vom Typ Panther. Die Entfernung zwischen beiden Panzern beträgt ca. 110 m.
Video popup:
Schuß und 3. Treffer

 
 
Ein Besatzungsmitglied flüchtet nach dem Treffer aus dem deutschen Panzer. Filmbilder des Kameramanns Jim Bates
 
Die erste Granate trifft den Panther im Aufbau auf der rechten Seite über den fünften Laufrollen des Fahrwerks. Sie schlägt etwa im Winkel von 30 Grad zur Lotrechten ein. Die Granate durchdringt den Motorraum und zerstört dabei auch die Kühlwasseranlage. Die Besatzung wird bei diesem Verlauf des Schusskanals nicht unmittelbar direkt getroffen. Ihr ist aber klar, daß das Fzg. mit diesem Treffer bereits verloren ist. Clarence Smoyer verwendet beim Beschuß des Panther panzerbrechende Munition, vermutlich vom Typ M77, die keinen Sprengstoff enthält sondern aus massivem Stahl besteht. Daher gibt es durch das Geschoß selbst keine Explosion im Inneren des Panther. Durch umherfliegende Splitter bzw. Flammen verursacht durch entzündete Öle, entzündetes Benzin oder das Nitro-Treibladungspulver der an Bord des Panther befindlichen Munition erleiden die Soldaten aber relativ sicher bereits erste Verletzungen.

Auf der folgenden Grafik sind die Positionen der Panther-Besatzung im Moment des Einschlags der ersten Granate zu sehen. Kanone und Turm mit den darin befindlichen Besatzungsmitgliedern ist in Richtung Pershing und der Straßenkreuzung An den Dominikanern / Marzellenstrasse ausgerichtet

Diese und folgende Grafik zusammen gesetzt aus zwei Skizzen von F. Gruber, aus dem Buch "Panzer V Panther" von Spielberger/Doyle mit freundlicher Genehmigung des Motorbuch Verlags, Stuttgart 2010

- Position 1 :Kommandant
- Position 2: Richtschütze
- Position 3: Ladeschütze
- Position 4: Funker
- Position 5: Fahrer

Die am nächsten gelegenen bzw. am schnellsten erreichbaren Fluchtausgänge der Besatzung sind auf der folgenden Grafik sichtbar

- Fahrer durch die Fahrer-Einstiegluke(rot)
- Funker durch die Funker-Einstiegluke(grün)
- Kommandant und Richtschütze durch die Luke der Kommandantenkuppel (blau)
- Ladeschütze durch die hintere Turmluke /Ladeluke (gelb)


Am unteren Bildrand erscheint die nächste Granate, die auf den Panzer abgefeuert wurde
 
 
Die Granate kurz vor dem Treffer
 

Die Granate ist eingeschlagen
 
 
Ein Besatzungsmitglied läuft davon
 

Und noch eine weitere Granate kommt angeflogen
 
 
Erneut ein Treffer.
Video popup:
2. und 3. Treffer

 

Der deutsche Panther steht in Flammen. Am nächsten Tag wurde nach verschiedenen Quellen ein toter Soldat im Panther gefunden.
 
 
Vier Besatzungsmitglieder konnten - im Film sichtbar - aus dem Panther entkommen.
 
 
Smoyer Der Schütze des Pershing, "Gunner" Clarence Smoyer hat seine Erlebnisse am Dom vielfach beschrieben. Seine folgende abschließende Schilderung geht aber noch von der zwischenzeitlich überholten Überlieferung des Kameramanns Bates aus, daß kein deutscher Soldat das Duell überlebt hat:

Our driver drove into the middle of the intersection so we wouldn't be a sitting target. As we were moving, I fired once. Then we stopped and I fired two more shells to make sure they wouldn't fire at our side. All three of our shells penetrated, one under the gun shield and two on the side. The two side hits went completely through and out the other side.
As for the German tank crew, I spent many years wondering if they survived. Only recently, did I find the answer. A documentary film about the life of Jim Bates, the Army photographer who took the famous Cologne footage, revealed that three of the crew died outside of the tank. A letter I received from another soldier who looked through one of the shell holes said he saw one burned to death inside the tank. Apparently none of them survived the ordeal. The T26 tank was the best tank we had during the war.

Quelle: 3rd Armored Division Website - www.3ad.com

Für eine Übersetzung den englischen Text mit dem Mauszeiger berühren (JS erforderlich)

 


Die drei durch den Pershing verursachten Treffer (1), (2) und (3). Bei (4) handelt es sich um die Optik des Panther, rechts oben im kleinen Bild bei einem anderen Panther gut zu sehen - roter Pfeil. Durch die Optik scheint der Brand im Inneren. Sieht also nur wie ein Treffer aus, ist aber keiner. Treffer (2) ist auf diesem Bild nicht so gut zu sehen, da das Kanonenrohr ihn fast vollständig verdeckt
 


Auf diesem Bild aus niedrigerer Position ist der oben (2) genannte Treffer unter der Kanone besser zu sehen.
 
Der brennende Panther. Der im Gefecht zuvor getroffene Sherman Panzer steht in der (vom Panther aus) nach rechts gehenden Straße außerhalb des Blickfeldes

 


Foto entstammt dem Archiv NARA.
Ein Foto des Signal Corps Fotografen John Himes aus dem Haus des heutigen Sozialgerichts mit dem brennenden Panther.


Der gleiche Blick fast 70 Jahre später, 2013.


Foto veröffentlicht auf der Webseite footnote.com, entstammt dem Archiv NARA.
Ein detailreiches Foto mit dem brennenden Panther aus niedrigerer Perspektive.

Nachdem der Panther an der Komödienstraße ausgeschaltet ist, dringen die US-Einheiten noch weiter Richtung Rheinufer vor. Hinter dem Dom gibt es noch verbliebene Einzelkämpfer, die auf die Amerikaner schießen. Kurz nach 17 Uhr ist aber auch dieser Bereich erobert. Damit ist das Tagesziel erreicht.  
 
Die obige Darstellung des Duells Pershing / Panther ist nur sehr vereinfacht. Eine noch sehr viel genauere Darstellung mit insgesamt 37 Einzelbildern und insbesondere einer exakteren Beschreibung des Ausbootens der Besatzung findet sich auf meiner Seite Panzerduell Bild für Bild. Außerdem dort zu finden auch 5 digital bearbeitete Sequenzen aus dem Film in Nahaufnahme und ohne Verwacklungen.
Video popup:
Youtube Video, die gesamt Panther-Filmszene

 
 

Soldaten inspizieren den zerstörten deutschen Panzer
 
 
Der deutsche Panzer vor dem Dom

Die Crew des US-Panzers, der auf den deutschen Panzer schoß - von links nach rechts:

Asst. Driver Homer Davis
Tank Commander Robert Early
Gunner Clarence Smoyer
Driver William McVey
Asst. Gunner John Deriggi


Foto: Jim Bates. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von photos.ppld.org, Special Collections, Pikes Peak Library District, 161-3307.
Noch einmal der Panther am Dom. Dieses und die nachfolgenden drei weiteren Bilder entstanden am 7. März 1945, als Jim Bates und einige weitere Reporter am Dom fotografierten. Ganz rechts am Bildrand ist ganz klein noch der abgeschossene Sherman auf der Komödienstraße zu sehen (roter Pfeil).


Ausschnitt vom Bild oben, der abgeschossene Sherman im Hintergrund.


Fotos: Jim Bates. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von photos.ppld.org, Special Collections, Pikes Peak Library District, 161-3311 und 161-3314.
Links: Asst. Driver Homer Davis und Asst. Gunner John Deriggi vor dem abgeschossenen Panther. Rechts: Davis und Deriggi mit einem weiteren Soldaten auf dem Panther.


Foto: Bryan Allen. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Dave Allen
Davis und Deriggi mit dem weiteren Soldaten auf dem Panther. Zu dem Termin waren offensichtlich einige Armeefotografen und Presseleute vor Ort, die aus verschiedenen Blickwinkeln fotografierten.


Fotoausschnitt: Bryan Allen. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Dave Allen
Auf der Komödienstraße rückt ein Bulldozer an, um den Trümmerschutt auf der Straße zur Seite zu räumen. Rechts auf dem Bild zu sehen der am Tag zuvor vom Panther abgeschossene Sherman. Der dabei getötete Fahrer des Sherman, Julian Patrick, befindet sich zu diesem Zeitpunkt immer noch auf dem Fahrersitz, wie der gerade noch erkennbare Helm im Bereich der Fahrerluke zeigt.

 

Hier noch einmal eine Übersicht, wie die beteiligten US-Einheiten in die Innenstadt vordrangen.

Gelbe Linie der Weg der Sherman Panzer der Company 'F' von der Friesenstraße über die Zeughausstraße bis zur Komödienstraße. Rote Linie der Weg des in der Company 'E' befindlichen Pershing über die Gereonstraße bis zur Straße An den Dominikanern. Als blauer Punkt der Standort des deutschen Panther an der Ecke Komödienstraße / Marzellenstraße. Dieses Bild auch hier in großer Auflösung - 535 KB.
 

 
Resumee

Der Panther Panzer war einer der letzten 3 deutschen Panzer, die sich zu diesem Zeitpunkt noch im linksrheinischen Innenstadtbereich Kölns befanden. Die anderen deutschen Einheiten hatten sich bereits auf die andere Rheinseite zurückgezogen. Bei dem sinnlosen Panzerduell sterben 3 Mitglieder der Besatzung des US-Panzers. Zunächst heißt es, 4 deutsche Crewmitglieder hätten den Tod gefunden. Nach neueren Erkenntnissen sind aber wohl 4 Personen aus dem Panzer entkommen, von denen 2 Soldaten mit Namen Bartelborth und König auf jeden Fall überlebt haben und ein weiterer im Lazarett verstorben sein soll. Die Namen der anderen deutschen Soldaten sind unbekannt. Somit die deutsche Panzerbesatzung:

Bartelborth - überlebt
König - überlebt
? stirbt im Lazarett
? tot im Panther
? ?

Clarence Smoyer ist das einzige heute noch lebende Besatzungsmitglied der verschiedenen am Dom beteiligten Panzer.

 
Im Jahre 2013 erhalte ich die Gelegenheit, Clarence Smoyer zwei Tage durch Köln zu begleiten. Natürlich ist auch die Kreuzung, wo er als Schütze des Pershing den Panther abgeschossen hatte, ein Besichtigungspunkt. Hier zeigt Clarence Smoyer auf den Bereich, wo der Pershing damals entlang fuhr.

 

Was geschah in den folgenden Tagen ?

Mit dem Vorrücken der US-Truppen an den Rhein im Bereich des Doms waren die Kämpfe für den 6. März im wesentlichen abgeschlossen. Am nächsten Tag, wurden sie am frühen Morgen wieder fortgesetzt und rückten die US-Truppen in allen westlichen Stadtteilen an die linksrheinische Rheinfront vor. Plünderungen beherrschen vorübergehend das Stadtbild - die US-Truppen sind noch zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt und greifen kaum ein. In der Zeitung "The Montreal Gazette" heißt es in einem Bericht vom 7. März unter der Überschrift: "Cologne Stores and Wine Shops Looted by Drunken Civilian Mob", in der zerbombten Altstadt würden weinseelige Einwohner umher torkeln. Da aber auch die Organisation der Militärpolizei noch nicht erfolgt ist, beteiligen sich auch viele amerikanische Soldaten an der Besorgung von Souvenirs und alkoholischen Getränken, die u.a. in den vielfach noch intakten Kellergewölben der zerstörten Hotels und anderer Häuser gefunden werden können. Ein Lt. Stevens aus Salt Lake City berichtet in der Zeitung, die Zustände würden ihn an Samstag Nachts in seiner Heimatstadt erinnern, wenn dort der Karneval los wäre. Er fährt fort:
"They are milling around so much in some places that you can't get a jeep through the streets. They are going crazy. They are carrying big boxes of cheeses, cases of liquor and all the clothes they can lug with them"

Am 8. März war das linksrheinische Köln dann vollständig unter amerikanischer Kontrolle und am 9. März nahm die militärische Stadtverwaltung unter dem Stadtkommandanten Lieutenant Colonel Patterson ihre Arbeit auf. Nun wurde auch die öffentliche Ordnung wieder hergestellt.
Das östlich des Rheins liegende, sog. rechtsrheinische Köln mit den Stadtteilen Mülheim, Kalk und Deutz blieb allerdings noch bis zum 13. April 1945 militärisch in deutscher Hand. Auf der linken Rheinseite waren bis zu diesem Zeitpunkt entlang des Rheinufers diverse US-Divisionen mit der Bewachung beauftragt. Der amerikanische Sektor reichte dabei von Worringen bis Wesseling. In Häusern entlang des Rheins wurden Posten eingerichtet. Größere Gefechte gab es aber, sicher auch aufgrund der großen Breite des Rheins, nicht, von Zeit zu Zeit erfolgte jedoch schon einmal Artillerie-Beschuß oder der Einsatz von Mörsern, vereinzelt setzten nachts auch schon mal kleine Patrouillen über den Rhein.
Am 13. April rückte dann von Süden her die 13th Armored Division unter Major General John B. Wogan in das rechtsrheinische Köln vor und übernahm dieses kampflos.
Nun konnte mit dem Aufbau der ersten neuen Brückenverbindung beider Rheinseiten durch eine hölzerne Brücke, die sog. General McNair Bridge begonnen werden und am 4. Mai 1945 wurde Konrad Adenauer von der amerikanischen Militärverwaltung offiziell zum ersten Kölner Bürgermeister nach dem Krieg ernannt.

In den Tagen und Wochen nach dem Duell ist der Panther, der zunächst am Abschussort verbleibt (wobei auch das Kanonenrohr verdreht wird) und später vor den Hauptbahnhof versetzt wird, ein beliebtes Fotoobjekt

Clarence Smoyer und die weitere Crew überquerten nach einer kurzen Erholungspause in Köln mit ihrem Pershing den Rhein südlich von Köln und rückten dann über Marburg und Paderborn in die Nähe von Dessau vor, wo für die Besatzung der Krieg dann beendet war.

 

 
FAQ - häufig gestellte Fragen

Q:  Wieso verließ der Panther den Schutz des Tunnels und fuhr
        an die Position vor, an der er dann abgeschossen wurde ?

A: Es kann nur spekuliert werden. Die Position, von der aus der Sherman abgeschossen worden war, ist den US-Truppen nun bekannt gewesen. Insofern wäre ein Stellungswechsel eine sich aufdrängende gute Entscheidung gewesen, um einem eventuellen Beschuß der alten Position zu entgehen. Rückzugsmöglichkeiten waren aber kaum gegeben, hinter dem Panther lag der Rhein, die Hohenzollernbrücke als letzte Rückzugsmöglichkeit über den Rhein war zerstört. Für eine kampfbereite Besatzung, die einen Stellungswechsel vornehmen mußte, war es somit eigentlich nur konsequent, etwas vorzurücken und im Schutz der Eckhäuser zu Beginn der Komödienstraße und damit halbwegs abgesichert in westliche Richtung zu verharren.
Zudem hatte der Panther bis dahin von seiner alten Position aus mehrere von Westen kommende Straßen beobachtet und konnte zunächst nicht wissen, durch welche Straße genau die Amerikaner nun kommen würden. Jetzt waren die Amerikaner aber über die Komödienstraße gekommen und der Panther hatte dort die ersten Kräfte attackiert und zerstört. Vermutlich war es für die Panther-Besatzung dann einfach nur folgerichtig, bei einem ohnehin notwendigen Stellungswechsel dieser konkreten Straße näher zu kommen, sich dem Feind zu stellen und ggf. dort auch weiteren Schaden anzurichten.

Darüber hinaus hatte der Panther von dieser Position einen direkten Blick in gleich drei nordwestlich liegende Straßen, Marzellenstraße, Komödienstraße und zudem auch in die zwischen den beiden liegenden Straße Andreaskloster.
Möglicherweise fühlte die Besatzung sich in südwestlicher Richtung hin auch ausreichend abgesichert. Südlich am Dom lag der Dombunker, in dem ursprünglich auch eine Befehlsstelle eingerichtet war und im Bereich des Hauptbahnhofs lauerten offensichtlich auch noch vereinzelte weitere deutsche Soldaten. Vielleicht befand sich dort irgendwo im südlichen Bereich auch noch der am Morgen mit über die Brücke gekommene 3. Panzer. Zudem waren die Straßen dort möglicherweise genau so voller Trümmer wie die Komödienstraße, so dass Panzer dort nicht so einfach durchkommen konnten. Somit ging die Panther-Besatzung vielleicht davon aus, dass dieser südwestliche Bereich überwacht bzw. sicher sei - im Gegensatz zu den nordwestlichen Straßen, die aus dem Hintergrund schwerer zu überblicken waren. Und die Straße An den Dominikanern war zudem passierbar.
Dies würde vielleicht auch erklären, warum zwei Besatzungsmitglieder des Panther nach ihrem Ausstieg ausgerechnet in südwestliche Richtung in die Straße Burgmauer geflüchtet waren.

Q:  Wieso zeigte der Panther dem Pershing seine Breitseite ?

A: Grundsätzlich kann auch hier nur spekuliert werden. Der Panther stand ausgerichtet in die Richtung, aus der die US-Truppen kamen. Nach Westen. Möglicherweise rechnete der Panther mit weiteren US-Panzern vorrangig auf der Komödienstraße (wo sie zuvor bereits her kamen). Er mußte theoretisch aber auch nördlich und ggf. südlich von ihm auf den Dom von Westen her zulaufende Straßen mit abdecken. Diese konnte er durch diese "Mittelstellung" am besten absichern, mit gleich schneller Drehung des Turms nach links oder rechts, Nord oder Süd.
Zudem blieb ihm so auch die Möglichkeit offen, bei Auftauchen von gegnerischen Kräften nördlich und südlich von ihm durch Rückwärtsfahrt seine Position schnell zu ändern. Hätte er sich quer postiert, hätte er erst noch drehen müssen oder alternativ nur in der Schußlinie fahren können und hätte dabei dann auch noch die von Westen kommenden Straßen Komödienstraße oder Burgmauer gekreuzt. Hätte der Panther beispielsweise von seinem Standort an der Ecke Komödienstraße nur 5 Meter zurück gesetzt, hätte der Pershing ihn von der Position Marzellenstraße / An den Dominikanern erst einmal nicht mehr sehen und damit treffen können.
Ein Luftbild der örtlichen Gegebenheiten:

Blaue Pfeile zeigen die möglichen Zugangswege ankommender US Truppen am Dom. Deren aus diesen Richtungen gegebenes mögliches Sichtfeld ist grün markiert. Die gelben Pfeile zeigen die Überwachungsmöglichkeiten der Zugangswege durch den Panther (roter Punkt) an der betreffenden Position. Dort hatte er alles im Blick. In der konreten Ausrichtung des Panthers (Frontseite Richtung Komödienstraße) hätte er sich durch bloßes Zurücksetzen um wenige Meter nach hinten (weißer Pfeil) aus dem direkten Sichtfeld anrückender US Truppen entziehen können.
Hätte er seine Breitseite Richtung Komödienstraße gestellt, wäre er bei bloßem Vor- oder Zurückfahren im Blickfeld evtl. von Nord (Marzellenstraße) oder Süd (aus Richtung Wallrafplatz) kommender US Truppen geblieben.

Vielleicht erwartete der Panther am Dom aus der Marzellenstraße / An den Dominikanern, wo der Pershing schließlich her kam, auch keine Panzer. Die Besatzungen der drei eingesetzten deutschen Panzer kannten sich in Köln vermutlich nicht gut aus. Der Panzer, der zum Güterbahnhof beordert wurde, war beispielsweise erst kurz zuvor in Köln eingetroffen und die Besatzung dort fremd. Vielleicht hoffte der Panther am Dom auch, diese nördliche Seite sei von diesem anderen deutschen Panzer abgesichert, der genau dort hergefahren sein mußte, um in Richtung Güterbahnhof zu kommen. Oder er ging vielleicht auch davon aus, daß der dritte deutsche Panzer, der sich ja noch in diesem Bereich Dom/Bahnhof aufhalten sollte, diese Seite absichern würde.
 
Verschiedentlich wird auch die Theorie vertreten, der Panther habe aus Spritmangel nicht mehr seine Position ändern können. Nun, es mag sein, daß der Panther zuvor seinen Motor dauerhaft laufen ließ, um im Falle des Falles sowohl den Standort wechseln zu können als auch mit Motorunterstützung die Kanone schneller drehen zu können und der Sprit irgendwann vor dem Duell mit dem Pershing zur Neige ging bzw. ausgegangen war. Für eine Drehung erst bei Auftauchen des Pershing wäre aber auch mit Sprit keine Zeit mehr verblieben und die Zeit davor war offensichtlich die oben näher beschriebene taktische Ausgangsituation dafür entscheidend, daß der Panther sich nicht gedreht hatte. Die Frage, ob Spritmangel oder nicht, wäre also letztlich für die Position in der konkreten Situation nur von untergeordneter Relevanz gewesen.

Q:  Wieso schoß der Pershing weiter, obwohl die Besatzung des Panthers bereits ausbootete ?

A:  Clarence Smoyer, der Schütze aus dem Pershing hat es so formuliert:
 
"First of all, my view was not anything like what the view in the film that Bates shot. I was down on street level. I was dealing with visibility limited by dust and smoke after the first shot. What I could see was the muzzle of the German gun aimed right at us and what I knew was that all it all that was needed was for one of those German tank crew members to have survived and to have pulled the trigger. So I wasn't going to stop after one shot.
Also, during my sighting and firings, I was completely unaware of crew members bailing out and running away. I was unaware of bodies through my gun-sight. The smoke and my low angle contributed to that. Of course, it was years later, when I first saw the Bates film that I realized what the German crew went through and that it was possible that several had survived."

Quelle: 3ad.com

Für eine Übersetzung den englischen Text mit dem Mauszeiger berühren (JS erforderlich)

Q:  Wieso verwechselte der Panther-Kommandant den auftauchenden Pershing ?

A: Kommandant Bartelborth erwartete bei den Amerikanern offensichtlich einen Sherman Panzer, das war der damals "übliche" Panzer der vorstoßenden amerikanischen Truppen. Von den Sherman Panzern gab es verschiedene Ausführungen, aber alle ähnelten sich doch in wichtigen Details:

Die Panzer verfügten an der Seite über eine gerundeten bzw. geknickten seitlichen Verlauf der Aufbauten, das Kanonenrohr hatte keine sichtbar große Mündungsbremse und vor dem Laufwerk gab es vorne kein Schutzblech. Die markanteste Auffälligkeit war jedoch das Laufwerk mit einer sogenannten Vertikalkegelfederung (VVSS), später auch mit ähnlich aussehender Horizontalkegelfederung (HVSS), beiden gemeinsam nur relativ kleine Laufräder.
So hätte also der Panzer des Feindes ausgesehen, den die Besatzung des Panthers an der Straßenecke eigentlich erwartete.

Stattdessen kam dieser Panzer um die Ecke:
Waagerechter, gerader Verlauf der Aufbauten, sichtbar große Mündungsbremse, Schutzbleche vorne am Laufwerk und vor allem kein Laufwerk mit Vertikalfederung sondern ein Laufwerk mit größeren Laufrädern.

Die deutschen Panzerfahrer kannten diese Merkmale von deutschen Panzern, etwa dem Panther:

Waagerechter, gerader Verlauf der Aufbauten, sichtbar große Mündungsbremse, Schutzbleche vorne am Laufwerk und vor allem kein Laufwerk mit Vertikalfederung sondern ein Schachtellaufwerk mit großen Laufrädern.

Der deutsche Kommandant mußte somit nachvollziehbar verwirrt sein, was das nun für ein Panzer sei, hielt ihn, da es sicher kein Sherman war und er den Pershing vermutlich noch nicht kannte, zunächst für einen Panzer aus den eigenen Reihen und zögerte die entscheidenden Sekunden zuviel ...

 

  Übersichtsbilder des Areals
  Einige Bilder aus dem Inneren eines Panther V
zeigen, wie eng es in dem Panzer war

 

Video
Video Battle for Cologne - tank duel
Youtube Video, eine von mir erstellte etwa 10-minütige Video-Darstellung und -Analyse des Panzerduells. Sowohl des Gefechts Panther - Sherman als auch des Gefechts Pershing - Sherman. Ein Abschnitt ist eine stabilisierte Videofassung der Original-Filmszenen, kleinere Bild-Verwacklungen wurden eliminiert. Kommentierungen sind in englischer Sprache.
 
Panzerduell Stadtrundgang
Wer Lust und Laune hat, sich die Originalschauplätze in Köln einmal vor Ort anzuschauen, kann sich den Vorschlag eines speziellen Stadtrundgang Panzerduell mit Bildern und Stadtplan anschauen und diesen mit auf eine Tour rund um das Panzerduell mitnehmen. Dank vieler Bilder ist diese Seite aber sicher auch ohne geplanten Besuch interessant.

Damals und Heute in einem Bild an der gleichen Stelle
 
Noch mehr Damals und Heute
Wer diese Damals und Heute Bilder spannend findet, kann auf meiner Seite Köln Damals und Heute mehr als 70 weitere interessante Bilder mit einem Zeitvergleich finden.

 
Weitere Weblinks zum Thema:

Generelle Links:
Corbis Foto: Panther und Dom
Corbis Foto: Sherman vor dem Treffer (Ramage)
3AD Seite zu diesem Panzerduell (mit z.T. falschen Beschreibungen)
Youtube Video, 3AD während der Eroberung Kölns
Bates interview mit Filmsequenzen
Smoyer interview, History channel
Noch einmal Einmarsch, Panzerduell
1000 Bomber Angriff 30./31. Mai 1942
Combat Mission scenario "Duel in Cologne"

Ein fantastisches Projekt: Donald Becker aus New Jersey, USA, arbeitet an einem 1:35 Modell der Umgebung, in der das Panzerduell am Kölner Dom stattfand. Die Arbeit soll eine Ehrbezeugung an alle Soldaten sein, die im 2. Weltkrieg gekämpft haben:

Und ein weiteres, bereits fertig gestelltes tolles Projekt: Christian van der Sanden hat ein 1:35 Modell des zerstörten Panthers erstellt und daran 6 Monate lang jeden Tag 4 Stunden gearbeitet. Das fertige Modell:

Weitere Bilder dieses Modells gibt es hier

Und eine russische Seite zum Panzerduell:

Wer noch nie die Gelegenheit hatte, selber einen echten Panzer zu fahren, kann dies im niedersächsischen Fürstenau nachholen. Mit verschiedenen Panzertypen kann man dort in einem abwechslungsreichen Offroad-Gelände zumindest vorübergehend in die Welt der Panzerfahrer eintauchen und ein wenig nachvollziehen, wie sich die Panzerfahrer im 2. Weltkrieg gefühlt haben. Ein tolles Erlebnis:

 

Die beteiligten Panzer
Panzerkampfwagen V "Panther"M26 Pershing M4 Sherman

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Für eine eventuelle Verlinkung auf diese Seite kann gerne der obige Banner genutzt werden. Eine Zip-Datei mit dem Banner gibt es hier.

???Special Interest:
Alles nur eine Fälschung ?
Im Frühjahr 2008 veröffentlicht der Kölner Journalist Hermann Rheindorf eine Dokumentation mit Namen "Köln 1945 Nahaufnahmen" über die letzten Kriegstage in Köln. In der Dokumentation stellt er u.a. auch die Behauptung auf, das Panzerduell habe nie so stattgefunden, wie es in den Filmaufnahmen der amerikanischen Kameraleute Bates und Rosenmann gezeigt werde. Er nennt es "die bittere Wahrheit" über das Panzerduell. Er führt mehrere Indizien bzw. Beweise auf, die das untermauern sollen. Diese Behauptungen pushen die Dokumentation in den Fokus der regionalen Presse.

Kölner Stadt-Anzeiger Online
Sind diese Behauptungen nun nur ein Marketing-Gag oder tatsächlich die Wahrheit ? Ich habe mich intensiv mit der Dokumentation von Rheindorf beschäftigt und seine Argumente genauer betrachtet.
Meine Meinung: Rheindorf hat nachweisen wollen, daß das Panzerduell nicht so stattgefunden hat und hat sich die vorhandenen Zeitdokumente so zurecht gedeutet und ausgelegt, daß sie seine Thesen stützen.

Die vorgestellten "Beweise" von Rheindorf auf der DVD erweisen sich aber bei genauerer Betrachtung als falsch oder nicht stichhaltig, Beweismittel werden zudem von ihm unrichtig wiedergegeben. Die angebliche "bittere Wahrheit" ist letztendlich nur Rheindorfs von ihm kommerziell besser ausschlachtbare eigene Wahrheit aber nicht die objektive Wahrheit.

Auf den hier folgenden Seiten stelle ich das ausführlich dar: war das Panzerduell nur ein Fake der Amerikaner ?

Ebenfalls aus dem Hause Rheindorf stammt die Theorie, daß die Alliierten beim letzten Luftangriff auf Köln am 2. März 1945 den Kölner Dom gezielt zerstören wollten. Mit dieser Theorie beschäftige ich mich auf der Seite "Wollten die Alliierten den Kölner Dom zerstören ?"

Köln im Krieg - Gesamtübersicht aller Seiten
Hauptseiten Panzerduell
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Das Panzerduell am Dom
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Das Ende des Panther
Örtlichkeiten
Übersicht des Kampfortes
Stadtrundgang
Rundgang am Ort des Geschehens
Nebenseiten Panzerduell
Bilder
Ansichten eines Panther Panzers
Bates-Film
Der unsichtbare Schnitt
Bates-Film
Das ominöse Fahrrad
Panther am Dom
Die Fluchtwege der Besatzung
Spezialseiten zu Rheindorf-Theorien
Hauptseite
Panzerduell ein Fake ?
   
Kabel-Theorie
Die Straßenbahn-Oberleitungen
Kabel-Theorie
Kurzfassung
Trojanischer Panzer
Panther am Dom getäuscht ?
Entspannter Soldat
Pershing-Schuß nachgestellt ?
Sherman Treffer
Berühmtes Foto ein Fake ?
Bates-Film
Pershing-Schuß nicht sichtbar
Garrell-Film
Kämpfe am Römerturm nachgestellt ?
2. März 45
Wollten die Alliierten Dom zerstören ?
Katharina Esser
Ihre Leichenteile auf der Straße ?
Nach Panzerduell
Weitere Gefechte am Dom ?
Sonstige Seiten
Special
Webseite zu John J Gialluca,
Corporal Gunner im Sherman
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Webseite zu Paul B. Davis,
Crewmitglied B-24 "Wazzel Dazzel"
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Panzerduell ein Fake? (1)
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Bilder auf dieser Seite von:
The U.S. Army 3rd Armored Division History Website
Albemarle Charlottesville Historical Society
The Third Armored Spearhead Division Website
Kevin "The Rocketeer" Trotman
Film "Allies Drive Across Rhine To Victory" der Universal Studios
Standbilder aus dem Originalfilm von Bates und Rosenmann stammen auch aus der Fassung
des Originalfilms auf der DVD "1945 - Kriegsende in Köln" von Hermann Rheindorf.

 

 

 
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